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Taucha „Akuter Handlungsbedarf“ an sieben Bäumen
Region Taucha „Akuter Handlungsbedarf“ an sieben Bäumen
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10:00 21.07.2011
Zur Sicherheit noch vor dem Musikfestival gekappt: Der Stamm dieses Silberahorns ist ausgehöhlt, an einer Stelle nur noch wenige Zentimeter stark. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

Im zuständigen Fachausschuss des Stadtrates spielte das Gutachten am Dienstagabend bereits eine Rolle. Wie Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) gestern sagte, hätten die Stadtvertreter vereinbart, am 16. August bei einer Ausschusssitzung vor Ort alles Weitere festzulegen.

Hintergrund der Aktion war der Sturm Mitte Juni, bei dem eine starke Pappel am Großen Schöppenteich quasi ohne Vorwarnung umknickte. Darauf sei der städtische Gutachter in den Landschaftspark geschickt worden, um von einem Hubsteiger aus an den anderen Bäumen nach der Standsicherheit zu sehen, so Schirmbeck. Bei zwei Silberahornen habe er akute Bedenken gehabt, ihre Kronen wurden vorige Woche noch vor dem großen Musikfestival gekappt, um angesichts der vielen Besucher auf Nummer sicher zu gehen.

Bei den Aufräumarbeiten im Gehölz gestern ließen die Arbeiter ein Stück Stamm extra liegen. Es habe zu einem gekappten Ahorn gehört, der an einem alten Astloch eine Höhle ausgebildet habe, erläuterte ein Arbeiter. Gut zu sehen war dabei, dass die Wandstärke des Stammes an einer Stelle nur wenige Zentimeter betrug (siehe Foto). „Der wäre bestimmt beim nächsten Sturm gefallen“, meinte der Arbeiter.

Die Stadt hat alle Bäume im Park an der Parthe überprüfen lassen. An sieben weiteren besteht "akuter Handlungsbedarf". Quelle: Jörg ter Vehn

Inzwischen läge das ausführliche Gutachten über den gesamten Bestand an den Schöppenteichen vor, so Schirmbeck gestern. Rund 200 Bäume zwischen Leipziger Straße und dem Verbindungsweg durch den Park zur Altstadt („Rotwürfelallee“) seien dabei untersucht worden. Darunter seien etliche rund 200 Jahre alte Exemplare, „die uns Sorgen machen“, sagte der Bürgermeister. Weitere Sofortmaßnahmen ergäben sich aus dem Gutachten zwar nicht, aber an sieben Bäumen werde „akuter Handlungsbedarf“ gesehen, meinte Schirmbeck. Der Ausschuss werde beraten, wie weiter verfahren werden solle.

Das Schicksal der Bäume solle auch bei einer weiteren Bürgerversammlung zum Thema Stadtgrün im Herbst erläutert werden, kündigte er an. Ursprünglich habe dort auch die neue Baumschutzsatzung vorgestellt werden sollen, aber diese werde noch etwas Zeit benötigen. Das liege weniger an der Materie, als an dem komplexen Verfahren. Unter anderem sei eine vollständige Öffentlichkeitsbeteiligung und die entsprechende Auslegung notwendig. „Wir werden also noch eine weitere Pflegesaison mit unser alten Satzung auskommen müssen“, erläuterte der Stadtchef.

Der Freistaat hatte – wie berichtet – auf Landesebene die Regeln für private Baumfällungen gelockert. Die Änderungen müssen nun in die lokalen Satzungen eingearbeitet werden. Taucha sei dabei keinesfalls Schlusslicht: „Wir sind von den Kommunen in der Region noch mit am weitesten bei den Vorbereitungen“, meinte Schirmbeck. Ein Ziel sei es unter anderem, als Ersatzpflanzungen auch bewährte, nicht einheimische Baumarten wie Gingko zuzulassen.

Jörg ter Vehn

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