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Taucha Alarmstimmung nach Dauerregen
Region Taucha Alarmstimmung nach Dauerregen
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21:00 28.09.2010
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. Die größten Schäden gab es gestern in Taucha jedoch ganz woanders.

„So schlimm war es noch nie." Michael Laubitz aus dem Gärtnerweg schimpft, watet durch die Pfützen in der Kfz-Werkstatt. Am Montag schon sei das Wasser angestiegen, über Nacht dann eingedrungen, wie auch in sein Wohnhaus nebenan. Der Taxi-Unternehmer: „Ich habe drei Pumpen laufen. Wenn ich nur eine abstelle, kann ich zusehen, wie das Wasser in meinem Schlafzimmer steigt."

Seit dem vergangenem Jahr gibt es Streit im Gärtnerweg. Da hatte der Zweckverband Parthenaue die benachbarte Entwässerung umgebaut und den früheren Abfluss eines Grabens Richtung Norden zugeschüttet. Seitdem tobt darum ein Rechtsstreit (die LVZ berichtete). Der Graben stand gestern nach dem Dauerregen der vergangenen Tage randvoll mit Wasser. „Wir haben hier einen sehr dichten Lehmboden unter den Grundstücken", erzählte Laubitz. „Da kann nichts versickern." Alle Nachbarn müssten so wie er jetzt pumpen. Das Problem sei aber erst aufgetaucht, seitdem der Graben ohne Abfluss sei. Eine Nachbarin bestätigte das: „Wir wohnen seit 13 Jahren hier. So schlimm war es noch nie."

An der Parthe war die Stimmung trotz Hochwasserwarnstufe II dagegen fast schon entspannt. Wie bei Hochwasser üblich hatte die Parthe zwischen Dewitz und Sehlis ihr Bett verlassen, einige Felder überflutet. Mitarbeiter der Landestalsperrenverwaltung inspizierten gestern die neuralgischen Punkte des Flusses wie Brücken und andere Engstellen – ohne Befund, wie Flussmeister Karl-Heinz Nestler bestätigte. Die Parthe komme wegen ihres Einzugsbereiches mit großen landwirtschaftlich genutzten Flächen schnell hoch, sei nicht steuer- oder regelbar, habe aber glücklicherweise viele Retentionsflächen, die überflutet würden und damit die Hochwasserspitzen abschwächten. Angesichts des Regenstopps gestern rechnet Nestler nicht damit, dass die Parthe noch weiter anschwillt. Am Messpegel in Thekla blieb sie fast den ganzen Tag konstant bei 175 Zentimetern.

Tauchas Feuerwehr vermeldete einen Einsatz. An den Steinen sei ein Keller ausgepumpt worden, so Wolfgang Pauli. An den Bauhof abgegeben worden sei in der Dewitzer Straße das Abpumpen eines Ackers, der benachbarte Häuser zu fluten drohte.

Jörg ter Vehn

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