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Alle dürfen öffnen – nur einer tut’s

Geschäfte können am Sonntag in Taucha Handel treiben Alle dürfen öffnen – nur einer tut’s

An diesem Sonntag dürfen in Taucha die Geschäfte öffnen. Ein entsprechender Beschluss aus der Januar-Stadtratssitzung ist nun in der Februar-Ausgabe des Tauchaer Amtsblattes veröffentlicht worden und löst gerade bei einigen Händlern der Innenstadt Verwunderung aus. Denn von dem als Grund für diesen verkaufsoffenen Sonntag genannten „Family Day“ wissen sie nichts.

Taucha. An diesem Sonntag dürfen in Taucha die Geschäfte öffnen. Ein entsprechender Beschluss aus der Januar-Stadtratssitzung ist nun in der Februar-Ausgabe des Tauchaer Amtsblattes veröffentlicht worden und löst gerade bei einigen Händlern der Innenstadt Verwunderung aus. Denn von dem als Grund für diesen verkaufsoffenen Sonntag genannten „Family Day“ wissen sie nichts.

„So kurzfristig können wir nun nicht darauf reagieren. Da hat uns niemand im Vorfeld informiert. Die Händler sind auch nicht einbezogen worden bei dieser Terminfestlegung. Und dass, obwohl der neue Bürgermeister ja immer wirtschafts- und bürgernah sein möchte“, ist Dagmar Engelhard von der Vorgehensweise enttäuscht. Die Geschäftsfrau von der Bautzmann Drogerie in der Engelsdorfer Straße habe sich bei anderen Händlern erkundigt, die auch nichts von dem „Family Day“ wüssten und auch nicht ihre Geschäfte öffnen würden.

Anke Kauffmann von der Buchhandlung Leselaune bestätigt das: „Gewusst haben wir von dem Termin nichts. Aber selbst wenn, dann hätte ich nicht geöffnet. An Tagen wie beim Kartoffelfest ist das etwas anderes, dann strömen ja auch Leute in die Innenstadt.“ Auch in der Drogerie Rossmann am Markt sieht man es ähnlich. Man wisse nichts vom „Family Day“, aber hätte ohnehin nicht geöffnet, da sich das nicht lohne. Werbung in der Innenstadt für diesen Tag sucht man allerdings auch vergeblich.

Und so sieht sich Engelhard in ihrer Vermutung bestätigt, dass dieser Tag lediglich den Stempel „Family Day“ aufgedrückt bekommen hat, um im Gewerbegebiet An der Autobahn Möbel Kraft einen verkaufsoffenen Sonntag zu ermöglichen. Dort ebenfalls ansässige Nachbarn wie Garten Dehner und Küchen Ready öffnen aber nicht. Groll hegen die Unternehmen nicht, heißt es, denn das habe sich seit Jahren so eingespielt. Bei früheren Anfragen des Möbelhauses hätte es von anderen kaum entsprechende Reaktionen gegeben.

So nutzt Möbel Kraft diesen Sonntag zum Verkauf, wie das Unternehmen auf seiner Homepage informiert. Doch auch dort taucht der „Family Day“ nicht als Grund auf. Vielmehr steht da: „Sonntags haben die meisten Menschen Zeit und deshalb haben wir an folgenden Sonntagen für Sie geöffnet.“ Es folgen die Termine für die verschiedenen Standorte, der 7.2. ist für Taucha und Vogelsdorf reserviert. Tauchas Hausleiter Jens Meyer erklärt den „Family Day“ schließlich so: „Wir haben gerade Kochvorführungen und spezielle Küchenberatungen. Die Küche wird immer mehr zum Zentrum des Familienlebens. Und zum Einkaufen am Sonntag kommen viele Familien.“

In der Stadtverwaltung sieht man die Regelung für diesen Sonntag pragmatisch: „Wir müssen auch die Interessen unserer Flächenhändler berücksichtigen und sind wie in den letzten Jahren an einem der vier zulässigen verkaufsoffenen Sonntage dem Termin-Wunsch von Möbel Kraft nachgekommen“, sagte Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Er gab zu, dass die Händler nicht noch einmal alle angeschrieben wurden. Doch im Herbst habe es die Anfrage zur Abstimmung über die verkaufsoffenen Sonntage gegeben, die aber ohne Reaktionen geblieben sei. „Ich bin offen für Gespräche, Ideen und Anregungen und würde mir durchaus ein größeres Zusammenrücken der Händler in Taucha wünschen“, so Meier.

Dass an diesem Sonntag geöffnet werden kann, dagegen hat auch Dagmar Engelhard grundsätzlich nichts einzuwenden. „Bei einem Gespräch vorher hätte sich vielleicht ein anderer Termin finden lassen, von dem alle was haben. So ist nun einer der vier gesetzlich erlaubten verkaufsoffenen Sonntage für uns verloren“, sagte die 61-Jährige. Die übrigen drei Sonntage liegen zu Terminen, an denen in der Innenstadt viel los ist: im Rahmen des Stadtfestes am 28. August, zum Kartoffelmarkt am 25. September sowie anlässlich des Weihnachtsmarktes am 27. November. Für das Gewerbegebiet An der Autobahn gibt es am 6. November zusätzlich einen Ausnahme-Tag. Anlass ist das dortige 11. Herbstfest.

Von Olaf Barth

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