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Anke und Jürgen Rüstau schließen Kulturcafé in Taucha

Aus für Café Esprit Anke und Jürgen Rüstau schließen Kulturcafé in Taucha

Es ist ein kurzes, aber eindruckvolles Stück Tauchaer Kultur-Geschichte: Zwölf Jahre lang holten Anke und Jürgen Rüstau Poeten und Liedermacher, Rocker und Schlagersänger, Maler und Instrumentalisten, Varieté-Künstler und Autoren aus ganz Deutschland und darüberhinaus nach Taucha. Ende des Monats ist nun erst einmal Schluss.

Noch einen Monat haben Anke und Jürgen Rüstau in ihrem Café.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Es ist ein kurzes, aber eindruckvolles Stück Tauchaer Kultur-Geschichte: Zwölf Jahre lang holten Anke und Jürgen Rüstau, die Betreiber des Café Esprit, Poeten und Liedermacher, Rocker und Schlagersänger, Maler und Instrumentalisten, Varieté-Künstler und Autoren aus ganz Deutschland und darüberhinaus nach Taucha. In der beliebten Veranstaltungsreihe „Tauchaer Blaue Stunde“ plauderten 75 Mal regionale und überregionale Künstler, Sportler und Politker aus dem Nähkästchen. Ihre Heimstatt in der Leipziger Straße 40 hatten viele Jahre auch der inzwischen aufgelöste Kunst- und Kulturverein, das Kabarett „Tauchaer Brett’l“ sowie der Literatur- und Fotostammtisch. Ende des Monats ist nun erst einmal Schluss. Das Wirts-Ehepaar hört auf, sucht einen Nachfolger. Bis der gefunden ist und alle Übergabe-Formalitäten geklärt sind, endet der Kulturreigen in diesem rund 45 Gäste fassenden Café am Eingang zur Innenstadt.

„Es waren zwölf schöne Jahre mit vielen kulturellen Höhepunkten, auf die man gern zurückblickt. Doch alles hat seine Zeit. Jetzt gibt es sehr persönliche, vor allem gesundheitliche Gründe für uns beide, die uns entscheiden ließen, dass wir uns jetzt erst einmal mehr um uns selbst kümmern“, begründet Jürgen Rüstau den Rückzug. Mit fast 66 sei er ja nun auch nicht mehr der Allerjüngste, der diesen mit den Veranstaltungen verbundenen organisatorischen Aufwand mal eben einfach mit links meistert. Auch Anke Rüstau blickt mit etwas Wehmut zurück: „Das Anspruchsvolle ist der tägliche Betrieb, da gibt es ein Auf und Ab bei Besucherzahlen. Manchmal sitzt man hier allein im Café. Andererseits gab es sehr gut besuchte Veranstaltungen, bei denen wir die dreifache Menge an Tickets hätten verkaufen können.“ Auch deshalb weist Jürgen Rüstau jeden Verdacht von sich, er würde den Tauchaern die Schuld für die Geschäftsaufgabe geben. „Im Gegenteil, wir danken unseren treuen Gästen. Viele von Ihnen kamen gerade zu den Veranstaltungen zum größeren Teil auch aus Leipzig und Umgebung.“

Rüstau sagt, er hätte gern noch einige Künstler eingeladen, an denen er dank seines Netzwerkes zur Kulturszene schon dran war. „Aber auch so bleiben viele tolle Erinnerungen an die Auftritte großartiger Künstler und Gesprächspartner.“ Einige als Beispiele zu nennen fällt Rüstau schwer, weil andere dann unerwähnt bleiben. Spontan nennt er dann doch Peter „Cäsar“ Gläser, Katy Karrenbauer, Ulla Meinecke, Herbert Köfer, die Bellmanns, Angelika Mann, Dirk Zöllner. Dass das kulturelle Engagement der beiden nicht unbemerkt blieb, zeigte am 3. Oktober die Einladung nach Dresden zum Empfang des Bundespräsidenten. Nordsachsens Landrat hatte die Tauchaer wegen deren kulturellen Verdienste vorgeschlagen. Auch Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP), vor seiner Wahl selbst kultureller Mitstreiter, findet nur lobende Worte: „Das Café Esprit hatte viele Jahre die Kulturlandschaft in der Stadt mitgeprägt und bereichert. So wurden viele Gäste nach Taucha gezogen und die Stadt bekanntgemacht. Schade, dass nun Schluss ist, es ist ein Verlust für das städtische Leben. Doch ich zolle den beiden nicht nur Respekt für ihre Verdienste, sondern auch für diese Entscheidung.“

Leise verabschieden sich die Rüstaus aber nicht. Bis Monatsende lassen sie es mit vielen Veranstaltungen noch einmal krachen im Esprit. Heute und am Sonntag heißt es wieder „Musikcafé“ mit „Andy“ und dann mit Manuel Schmid, einem Sänger der Stern Combo Meißen.

www.cafe-esprit-taucha.de

Von Olaf Barth

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