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Taucha Auch in Taucha könnte Sperrmüllsammlung bald vor dem Aus stehen
Region Taucha Auch in Taucha könnte Sperrmüllsammlung bald vor dem Aus stehen
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00:20 12.08.2017
ASG-Mitarbeiter sind in Tauchas Zwick’scher Siedlung derzeit unterwegs, um den Sperrmüll einzusammeln. Fernseher gehören nicht dazu und bleiben stehen. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha

Zweimal im Jahr wachsen in Tauchas Straßen mehr oder weniger große Müllberge. Derzeit zu beobachten in der Zwick’schen Siedlung, denn die ist in diesen Tagen laut Abfallkalender mit der Sperrmüllsammlung dran. Bevor das Entsorgungsunternehmen kommt, halten einheimische und osteuropäische Müllsammler in ihren alten Transportern nach Verwertbarem Ausschau. Doch bald könnten sie nichts mehr finden. Denn die Straßensammlung steht nun auch in Taucha auf dem Prüfstand.

Nordsächsische Städte wie Delitzsch oder Schkeuditz haben sich bereits von dieser Art der Müllentsorgung verabschiedet und bieten gemeinsam mit der zuständigen Abfall- und Servicegesellschaft des Landkreises (ASG) Alternativen an. Das könnte auch in Taucha Schule machen, informierte Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Ob die Straßensammlung aber wirklich abgeschafft wird, darüber müssen dann die Stadträte beschließen. Als nächstes wird im Verwaltungsausschuss darüber beraten.

Die Stadtverwaltung hat sich des nicht unumstrittenen Themas angenommen und Gespräche mit dem Landratsamt und der ASG gesucht. Viele Tauchaer würden die Vermüllung ihrer Stadt und den Mülltourismus während der Sperrmüll-Zeit schon lange für nicht mehr tragbar halten. Deshalb sollen nun die Stadträte entscheiden, wie es mit dem Sperrmüll weitergehen soll in Taucha. Die Verwaltung stellt verschiedene Varianten vor. Die erste belässt alles wie es ist. Zweimal im Jahr wird kostenfrei der Sperrmüll vor der Haustür abgeholt, in der anderen Zeit kann dieser kostenlos bei der Entsorgungsfirma Remondis auf deren Wertstoffhof in der Matthias-Erzberger-Straße abgegeben werden.

Die ganzjährige kostenlose Abgabe auf dem Hof bleibt auch in der zweiten Variante erhalten, doch die Straßensammlung entfällt. Dafür werden temporär weitere Sammelplätze am Stadtrand und in den Ortsteilen eingerichtet. Dort muss der Sperrmüll dann zu bestimmten Zeiten hingeschafft werden. Diese Plätze würden gesichert und in Ordnung gehalten werden. Eine abgewandelte Möglichkeit dieser Variante wäre, dass es für Taucha neben dem Remondis-Hof noch in Dewitz eine zweite, temporäre Abgabestelle gibt, in anderen Ortsteilen aber weiterhin zweimal im Jahr die Straßensammlung durchgeführt wird. „Wie künftig mit dem Sperrmüll in Taucha umgegangen wird, bestimmt die Stadt selbst. Aber wir müssen uns erst einmal entscheiden, was wir wollen und das dem Landkreis auch deutlich mitteilen“, sagte Meier.

Doch dabei sei es gar nicht so einfach, den Bürgerinteressen gerecht zu werden. „Die Stadt ist gespalten. Vor allem Bewohner von Mehrfamilienhäusern plädieren eher dafür, alles so zu lassen, wie es ist. Sie bekommen den Mülltourismus nicht so sehr mit, wie Bewohner in den Siedlungen“, gibt Meier seine Erfahrungen wieder. Andererseits hätten sich immer wieder auch Bewohner über die Vermüllung der Straßen und Plätze beschwert. Nicht nur die Belagerung durch Mülltouristen störe, auch würden Autofahrer aus umliegenden Kommunen ihren Müll ebenfalls abwerfen. Und bei diesem Fremdmüll handele es sich oft um Sachen, die gar nicht beim Sperrmüll rausgestellt werden dürfen: Autoreifen, Farbdosen, Säcke voll alter Klamotten, elektrische Geräte, Pappe. Vieles von dem ist aber auch gerader wieder in der Zwick’schen Siedlung zu finden, was eher aus den Haushalten der Hiesigen stammt. Das, was nicht zum Sperrmüll gehört, bleibt draußen liegen, und wird später in einer weiteren Tour von der ASG auf Kosten der Allgemeinheit gesondert abgeholt und entsorgt. Auch das stört viele Tauchaer, weshalb sie für die Abschaffung der Straßensammlung plädieren.

Ältere oder nicht mobile Bürger allerdings müssten bei der „Bringe-Variante“ zum Wertstoffhof Unterstützung von Nachbarn oder Verwandten erhalten. Das wäre laut Meier der Nachteil, wenn die Vor-Ort-Abholung entfällt. „Es geht nicht darum, dass die Stadt Kosten spart, das ist nicht der Fall. Es geht einfach auch um die Ordnung in der Stadt“, so Meier. Die Tauchaer allerdings tragen nicht selten selbst zum Gegenteil bei, wie gerade in der Klebendorfer Straße zu sehen ist. Erst am Montag ist dort Sperrmülltermin, die Müllhaufen liegen jetzt bereits da und wachsen täglich wie von Zauberhand. „Erst am Tag vorher ab 16.30 Uhr darf eigentlich raus gestellt werden“, erinnerte einer der beiden ASG-Mitarbeiter, die gerade Sperrmüll einsammelten.

Von Olaf Barth

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