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Auf 111 Tauchaer wartet für eine Studie jetzt der Zahnarzt

Auf 111 Tauchaer wartet für eine Studie jetzt der Zahnarzt

Im Rittergutsschloss in Taucha hat jetzt die Wissenschaft Einzug gehalten. Denn bis Donnerstag werden im Haus 10 im Auftrag des Kölner Instituts der Deutschen Zahnärzte Tauchaer unterschiedlichen Alters von einem Zahnarzt untersucht.

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Zahnarzt Johannes Löw untersucht Hans-Georg Berger. In Taucha ist das Verständnis für die Studie groß, freut sich Interviewerin Regine Dirbach.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Am Freitag und Sonnabend folgen Hausbesuche. Die zufällig ausgesuchten Probanden beteiligen sich freiwillig an der "Deutschen Mundgesundheitsstudie". Es ist die fünfte seit 1989.

Mit offenem Mund liegt Hans-Georg Berger auf der Pritsche. Eine starke Lichtquelle leuchtet dem 64-Jährigen in den Rachen. Johannes Löw blickt kritisch in den Schlund und findet dabei ein bestens gepflegtes Gebiss vor. Auch Zahnfleisch und Mundschleimhaut sind in Ordnung. Entspannt legt der Zahnarzt die Instrumente zur Seite, nimmt den Mundschutz ab und zieht die Gummihandschuhe aus. Doch selbst wenn er Karies entdeckt hätte, hätte er nicht zum Bohrer greifen können. Denn den gibt es hier gar nicht.

"Wenn ich etwas finde, gebe ich Hinweise und empfehle einen Zahnarztbesuch. Und wenn der Proband Fragen hat, antworte ich auch darauf", sagt der 36-Jährige. Eigentlich arbeitet er in Würzburg in einer Zahnarztpraxis, doch für die Teilnahme an dieser Studie nimmt er sich ein zehnmonatige Auszeit und schaut nun deutschlandweit dem Volk ins Maul. "Wir sind vier Teams und extra von Professoren geschult worden. Zum einen müssen wir die Software für diese Studie beherrschen und zum anderen ist unser Blick in den Mund geeicht worden. Das heißt, jeder Arzt soll nach denselben Kriterien nachschauen und Befunde bewerten, damit das Ganze wissenschaftlich sauber über die Bühne geht", erklärt der Doktor.

Der Tauchaer Senior war der erste Proband des Tages. "Ich hatte keine Befürchtungen, gehe ja regelmäßig in die Behandlung. Ich möchte die Studie unterstützen und empfehle jedem, der angeschrieben wurde, her zu kommen. Es ist doch für eine wissenschaftliche Untersuchung, bei der ja auch was raus kommen soll", sagt Berger. Sein Formular für die sozialwissenschaftliche Befragung hatte er bereits ausgefüllt. Auch das gehört zur Studie. Bevor er sich verabschiedet, übergibt ihm Regine Dirbach 20 Euro Aufwandsentschädigung.

Die aus der Nähe von Bielefeld stammende Interviewerin betreut für TNS Infratest die Probanden und sorgt für die Anonymisierung der Daten. Wie in jeder der 90 Städte und Gemeinden, die in ganz Deutschland für diese Studie ausgewählt wurden, waren 111 Bewohner schriftlich um Teilnahme an der Studie gebeten worden. Probanden in vier Altersgruppen ab zwölf Jahren wurden eingeladen. Die wissenschaftliche Durchführung organisiert die Münchner Kantar Health GmbH. Sie zog aus dem ausreichend von den Einwohnermeldeämtern zur Verfügung gestellten Adressen nach einem vorgeschriebenen Verfahren per Zufallsprinzip die Personen, die angeschrieben wurden. Ein nachträglicher Tausch oder eine Ergänzung im Fall von Absagen ist unzulässig. "In Taucha ist das Verständnis sehr groß. Rund zwei Drittel der Angeschriebenen haben ihre Teilnahme zugesagt", lobt Dirbach die Parthestädter.

Freundlich begrüßt sie nun zwei ältere Frauen, spricht sie mit Vornamen an. Doch das soll nicht respektlos oder unhöflich erscheinen. "Der Familienname unterliegt schon dem Datenschutz. Es soll von Beginn an die Anonymität gewahrt bleiben. Wir führen das Ganze so transparent und seriös wie möglich durch. Wer die Post bekam, hatte auch telefonische Kontakte für Nachfragen erhalten", erläutert Dirbach.

Noch bis zum Juni läuft die Studie. Nach dem Taucha-Termin zieht das Team nach Altenburg weiter. Sind alle Kommunen geschafft, folgt eine halbjährige Auswertung der Untersuchungsergebnisse. Festgestellt werden sollen das Auftreten und die Verbreitung von Krankheiten, um Ursachen erforschen sowie Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten entwickeln zu können. Ab Anfang 2015 sollen Politikern und Krankenkassen die gewonnenen Daten für künftige Entscheidungen vorliegen. Zum Beispiel für den Leistungskatalog zu Kostenerstattungen. Gerade für Ältere sei das ein wichtiges Thema. "Und wir werden doch alle mal älter", sagt Dirbach.

@www.idz-koeln.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.02.2014
Olaf Barth

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