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Taucha Auf der Suche nach „Erlebniswürdigkeiten“
Region Taucha Auf der Suche nach „Erlebniswürdigkeiten“
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09:19 25.02.2019
Hobby-Fotograf Gerhard Gärtig stellt Fotos von seiner USA-Reise im Tauchaer Rathaus aus. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

Zum einen möchte der 62-Jährige weltberühmte Sehenswürdigkeiten in einer ganz besonderen Perspektive oder Kombination mit der Umgebung festhalten und zum anderen sucht er abseits der touristischen Pfade Motive, die etwas über das Leben in der Fremde aussagen. „Mein Motto ist frei nach Tucholsky: Die ganze Welt ist eine Sehenswürdigkeit. Und zu den Sehenswürdigkeiten kommen noch die ,Erlebniswürdigkeiten’“.

Begegnung mit Feuerwehrmann

Eines dieser Erlebnisse hatte er in einer New Yorker Seitenstraße abseits des Touristenrummels. „Ich kam dort mit einem Feuerwehrmann ins Gespräch. Er war auch neugierig und wollte wissen, wo ich herkomme. Als ich Leipzig sagte, fing er an zu strahlen und war voll Freude. Sofort begann er von einem Konzert der New Yorker Philharmoniker mit Kurt Masur zu schwärmen.“ Das Besondere war, fährt Gärtig fort, dass der Feuerwehrmann nach dem Konzert im Foyer einen sehr zugänglichen Kurt Masur erlebte, mit ihm plauderte und sich von ihm stolz ein Autogramm geben ließ.

„Diese Begegnung war so ein schönes, beeindruckendes Erlebnis. Wäre ich nicht in diese Gasse gegangen, hätte ich diesen Feuerwehrmann nicht getroffen“, sieht sich Gärtig in seiner Art der Motiv-Suche erneut bestätigt. „Wie viele New Yorker Feuerwehrleute wird es wohl geben, die so ein Erlebnis mit Kurt Masur hatten? Wahrscheinlich nur er, und dann komme ich aus Leipzig und treffe ihn zufällig. Das war ein Highlight. Darauf hoffe ich, das klappt natürlich nicht immer.“ Neben den berühmten Bauwerken suche er nach Begegnungen mit einfachen Menschen, die die jeweilige Stadt mit prägen, die aber in den einschlägigen Reiseführern eher keine Rolle spielen. Seine Frau als stetige Reisebegleiterin habe für seine Motivsuche Verständnis. Auch seine zwei Kinder würden die Foto-Leidenschaft teilen.

Szene auf der Golden Gate Bridge

Eine andere Episode spielte sich auf der berühmten Golden Gate Bridge in San Francisco ab. Aus einer Gruppe von Kindern vernahm Gärtig plötzlich Gezeter. Der Wind hatte einem der Mädchen eine Dollar-Note entrissen, die dann gemütlich auf einen tiefer liegenden Stahlträger segelte. Ein junger Mann hatte das ebenfalls mitbekommen. Wie sich herausstellte, gehörte er zu den Brückenbauern, die das Bauwerk warten. Flugs kletterte er über schwindelerregendem Abgrund nach unten, holte den Geldschein und gab ihn dem Mädchen zurück. „Für die Beobachter der Szene war in dem Moment ein Held geboren“, zeigte sich auch Gärtig tief beeindruckt. Aufnahmen dieser Szene sind nun im Rathaus zu sehen. „Manchmal sehe ich die Bilder regelrecht auf mich zukommen. Dann weiß ich, gleich ist der Moment, in dem ich auslösen muss“, erzählt Gärtig. Circa 500 Mal pro Tag klickt seine Kamera auf Reisen.

Der gebürtige Leipziger, der vor seinem Umzug nach Taucha bis 2013 in Markkleeberg lebte, sieht sich lediglich als Hobby-Fotograf. Mit seiner Spiegelreflex fotografiert er schon lange digital, und möchte damit auch noch den bisher fehlenden Kontinent ablichten: Afrika. „Südafrika und Namibia sind noch offene Reisewünsche. Aber heute ist es so leicht zu reisen, da wird sich das auch noch einrichten lassen“, ist sich der gelernte Maschinenbau-Ingenieur sicher. Durch die Welt zu reisen, sei sein gelebter Traum. Bereits zu DDR-Zeiten sei er viel unterwegs gewesen, eben überall dort, wo es im Ostblock möglich war. „Aber da musste man ja, wenn man nach Ungarn wollte, ein Vierteljahr vorher die Fahrkarten bestellen. Heute bucht man seine Reise gut beraten in einem Reisebüro oder schnell selbst im Internet.“

Gärtigs Ausstellung in Taucha ist im Übrigen keine Premiere für ihn: Im Markkleeberger Rathaus präsentierte er seine Reisefotos auch schon der Öffentlichkeit.

Von Olaf Barth

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