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Aufgeschoben in Plösitz, angeschoben in Sehlis

Aufgeschoben in Plösitz, angeschoben in Sehlis


Taucha. Gute und schlechte Nachrichten rund um den Hochwasserschutz in den Ortsteilen Sehlis und Plösitz: Während im Reiterdorf die Pläne für die Offenlegung des weitgehend verrohrten Sehliser Baches spruchreif werden und im April in den Stadtrat kommen, scheitert in Plösitz derzeit die Grabensanierung an einem Grundstücksbesitzer.

„Der Graben in der Idastraße sollte in diesem Jahr gemacht werden. Aber das wird wohl nichts mehr“, erklärte Andreas Gumbrecht. Über die Stadt Taucha habe der benötigte Grunderwerb nicht realisiert werden können, so der Geschäftsführer des Zweckverbandes Parthenaue. Mit dem Besitzer, der über eine zentrale Fläche von etwa 600 Quadratmetern verfüge, sei es zu keiner Übereinkunft gekommen, berichtete er.

Dabei sei der Bedarf für den Hochwasserschutz und die Renaturierung des Grabens vorhanden. „Es hat dort schon etliche Male eine Überflutung gegeben“, so Gumbrecht. Der Graben sei teilweise überbaut, verrohrt und verfüllt und könne so die Entwässerung nicht erfüllen. „Mit der Weigerung ist jedoch die Ortsentwässerung von Plösitz erstmal aufgeschoben.“ Gumbrecht hofft nun auf weitere Gespräche. „Möglicherweise müssen wir auch ein Planfeststellungsverfahren einleiten“, erläuterte er. Am Ende eines solchen Verfahrens ist sozusagen der öffentliche Bedarf für den Bau amtlich festgestellt – und Unwillige können gegen Entschädigung enteignet werden. Dieses aufwändige Prozedere wird sonst nur bei großen Vorhaben wie etwa Autobahnen oder Bundesstraßen angestrebt, um Rechtssicherheit zu haben, und dauert bis zu einem Jahr.

In Sehlis hofft Gumbrecht auf mehr Verständnis. Dort will er im Mai, wenn auch den Stadträten die Pläne schon vorgelegen haben, die vier verschiedenen Varianten zur Umgestaltung des Sehliser Baches vorstellen. Sie reichen von der Vorzugsvariante als begrüntem, offenen Bach mit Randstreifen bis zu einer einfachen Sanierung ohne großen Platzaufwand. Auch hier wird der Grunderwerb die entscheidende Frage sein. „Wir müssen für die Renaturierung des Baches voll in die Privatflächen rein“, sagte Gumbrecht. Hinterher entstünden dadurch aber geradezu malerische Bachgrundstücke mit Stegen und mehr. „Das bedeutet eine richtige Aufwertung“, ist er sich sicher. Auch in Sehlis sei der jetzige Zustand auf Dauer nicht hinnehmbar. 2006 habe es binnen vierzehn Tagen drei Überschwemmungen gegeben. Grund sei der in den Fünfzigerjahren mit einem Sammelsurium an Material verrohrte Bach. „Bei Kamerabefahrungen haben wir keine Verstopfungen festgestellt, wohl aber eine Reihe von baulichen Engpässen“, so Gumbrecht. 

Im Gewässerfachbeirat des Verbandes, der diese Woche tagte, hatte Gumbrecht schon mal die Pläne vorgestellt und Wohlwollen geerntet. Hauptpunkt für den Hochwasserschutz ist in allen Varianten ein großes Regenrückhaltebecken, das oberhalb von Sehlis liegt. Es soll die großen Niederschlagsmengen aufnehmen und nur abgepuffert an den Bach abgeben. Sollte es beim bisherigen Zeitplan bleiben, sei die Umsetzung des Vorhabens in Sehlis für 2012 vorgesehen, so Gumbrecht.

Jörg ter Vehn

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