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Taucha Aus Hotel-Ruine wird ein Mehrfamilienhaus
Region Taucha Aus Hotel-Ruine wird ein Mehrfamilienhaus
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15:27 17.03.2018
Seit Jahren ein Schandfleck direkt gegenüber dem Bahnhof Taucha: die Ruine des ehemaligen, 1913 erbauten Hotels „Sächsischer Hof“. Jetzt wird das Haus saniert. Quelle: Fotos: Olaf Barth
Taucha

Michael Alexander entfernt vom Riegel einer klapprigen Tür das Vorhängeschloss und lädt zur Besichtigung des einst mondänen Gebäudes ein. Gleich gegenüber dem Bahnhof muss das 1913 erbaute einstige Hotel „Sächsischer Hof“ ein Blickfang gewesen sein. Jetzt wenden sich Reisende und Einheimische eher mit Grausen ab. „Das Gebäude ist sehr solide und mit vielen Schmuckelementen noch vor dem Krieg gebaut worden, da gab es noch alle guten Materialien“, sagt der erfahrene Projektentwickler. Trotz des jahrelangen Leerstandes, der offenen Fenster und eines Dachschadens sei die Substanz noch erhaltenswert.

Denkmalschutz wird beachtet

Der 65-jährige Chef der Leipziger Unternehmensgruppe Alexander & Fronz verspricht, das Gebäude innen und außen denkmalgerecht wieder so herzurichten, dass die Urfassung von 1913 erkennbar wird. Dafür werden Konservatoren zum Beispiel das Treppenhaus untersuchen, um hier die ursprünglichen Farben und Verzierungen freizulegen. Auch die Bleiglasfenster sollen erneuert und wieder eingesetzt werden.

Im Februar wurde bereits der Wildwuchs rings um das eingezäunte Gebäude entfernt. Ein Zeichen für viele Tauchaer, dass sich hier endlich etwas tut „Ja, wir haben das Haus für 460 000 Euro gekauft. Bei 1200 Quadratmeter Wohnfläche sind das 383 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zu Leipzig ein Schnäppchen, da liegen die Ruinenpreise teils schon bei 1000 Euro je Quadratmeter“, sagt Alexander. 14 Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen für Eigentümer sollen entstehen. Kapitalanleger können sie vermieten oder selbst nutzen. Die Sanierung soll im August oder September beginnen und nach zwölf bis 15 Monaten abgeschlossen sein. Rund 2,5 Millionen Euro sollen investiert werden. In das Haus wird ein Lift eingebaut, jede Wohnung erhält einen Balkon. Die Rundung mit den Bögen und Säulen an der Ecke bleibe natürlich erhalten.

Entwässerung noch ungelöst

Laut Alexander hat das 1996 gegründetes Unternehmen mit zehn Mitarbeiten in den vergangenen 20 Jahren über 100 Häuser in Leipzig saniert. In Taucha müsse er nun aber erst einmal ein bürokratisches Problem mit den Leipziger Wasserwerken wegen der Anschlüsse für Ent- und Versorgung lösen. „Weil das Haus mit seinen Abwasseranschlüssen in deren Computer nicht erfasst ist, ist es quasi nicht existent. Niemand weiß, wie und wo wir unser Regenwasser ableiten können, obwohl das Haus schon seit 1913 steht und entwässert wird“, erklärt Alexander. Seit fünf Monaten schon geht es mit dem Bauantrag wegen der nicht nachgewiesenen Erschließung nicht mehr voran. Eine Kamerabefahrung im Mischwasserkanal soll nun für Klarheit sorgen.

Von Olaf BArth

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