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Aus Tauchas Bahnhof wird Stätte vietnamesischer Kultur

Aus Tauchas Bahnhof wird Stätte vietnamesischer Kultur

Seit 1988 ist Quang Vinh Dao in Deutschland und lebt hier glücklich mit seiner Familie. Doch seine Heimat trägt er weiter im Herzen und so will er ein Stück von ihr in Taucha aufleben lassen.

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Tauchas versteigertes Bahnhofsgebäude wird in den nächsten Monaten saniert. Der vietnamesische Besitzer will darin ein Restaurant für Veganer sowie einen Treffpunkt für an asiatischen Heilmethoden Interessierte eröffnen. Die Grünfläche wird nach Feng-Shui-Regeln als Freisitz mit kleinem Teich gestaltet. Für Buddhisten soll rechts neben dem Gebäude ein "kleiner Tempel" nach vietnamesischem Vorbild entstehen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Der in der Parthestadt wohnende Restaurantbesitzer sprach jetzt erstmals über seine Visionen, wie er den von seiner Frau ersteigerten Tauchaer Bahnhof und dessen Gelände gestalten will.

Der 49-jährige Dao ist in Taucha kein Unbekannter. Als praktizierender Buddhist und Feng-Shui-Meister hatte er schon einige Großveranstaltungen mit vielen internationalen Gästen in der Parthestadt organisiert. Vor einigen Jahren warb er sogar für den Bau eines Tempels am großen Schöppenteich. Als nach anfänglichen positiven Signalen aus der Stadt zunehmend Stimmung gegen dieses Projekt gemacht und es kritisch hinterfragt wurde, nahm Dao ohne Groll von den Plänen Abstand. Denn er hatte immer gesagt, nie etwas gegen den Willen der Tauchaer umsetzen zu wollen.

Doch die Vision, in der Wahlheimat auch seinen kulturellen Wurzeln eine Heimstatt zu schaffen, hat Dao nicht aufgegeben. "Ich möchte hier etwas von der vietnamesischen Kultur zeigen und den Menschen anbieten, sich damit bekannt zu machen", sagte er diese Woche gegenüber der LVZ, als er erstmals öffentlich über seine Pläne für den Tauchaer Bahnhof sprach. Wie berichtet, hatte seine Frau vor einem Jahr auf der Leipziger Immobilienmesse das Gebäude bei einer öffentlichen Versteigerung für 51 000 Euro erworben. Dass das Objekt nicht in die Hände von Immobilienspekulanten, sondern in die hiesiger Geschäftsleute fiel, wurde in der Stadt mit Erleichterung aufgenommen. Denn es machte sich die Hoffnung breit, dass sich an dem maroden Gebäude und Gelände dann etwas für die Verbesserung des Stadtbildes tut. Die Hoffnungen scheinen sich zu erfüllen. Im Bahnhofsgebäude haben bereits Sanierungsarbeiten begonnen. Allein dafür rechnet Dao mit Kosten in Höhe von mehr als 300 000 Euro.

"Endlich tut sich hier was, schauen Sie doch mal, wie trist es derzeit hier aussieht", sagte der noch letzte Mieter im Gebäude, der namentlich aber nicht genannt werden möchte. Der 59-Jährige wohnt mit seiner 87-jährigen Mutter in der ersten Etage. Den Mietvertrag hat Dao übernommen. Weitere Wohnungen, die auch als Pensionsquartiere genutzt werden können, sollen entstehen.

Vor dem Bahnhof werden Flächen entsiegelt. Unter den Bäumen soll ein Freisitzgarten nach den Regeln des Feng-Shui mit einem kleinen Teich entstehen und in der Haupt-Sichtachse ein vietnamesisches Tor vom künftigen Restaurant künden. Auf der Freifläche neben dem Bahnhof will Dao ein original vietnamesisches Gebetshaus errichten. Vorsichtig umschreibt er es mit "kleiner Tempel". Jedes Bauteil mit seinen filigranen Verzierungen soll in Vietnam hergestellt werden und dieses Haus zu einem einzigartigen Original in Europa machen. Noch sind aus den Visionen keine Bebauungspläne und Anträge geworden. Neben den notwendigen Genehmigungen hiesiger Behörden benötigt Dao nach eigenen Angaben für seine Pläne aber auch die Zustimmung des vietnamesischen Kulturministers. Schließlich werde ein Stück echter vietnamesischer Kultur exportiert.

Aus dem ehemaligen Bahnhofslokal will Dao ein vietnamesisches Restaurant für Veganer machen. Das sind Menschen, die Nahrungsmittel tierischen Ursprungs ablehnen. Im Gebäude soll zudem eine vietnamesische Art asiatischer Heilkunde praktiziert und gelehrt werden. Fußmassagen, Akupunktur, Akupressur zählt Dao auf. Auch soll es Bewegungskurse zur Verbesserung des Energieflusses im Körper aus dem Repertoire der Kampfkunst- und Meditationsübungen von Tai Chi und Chi Gong geben. Alles was entsteht, stünde Tauchaern und Touristen offen. "Ich denke, Taucha wird dann in der Welt etwas bekannter", sagte Dao lächelnd.

Daos erster Auftritt mit seinen Plänen vor dem Technischen Ausschuss im Rathaus stieß auf ein positives Echo, sagte Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) und ergänzte: "Das Gebäude bleibt erhalten und mit der Gestaltung des Umfeldes wird die Situation dort aufgewertet."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.03.2014
Olaf Barth

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