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Taucha Aus für Bahnhaltepunkt – Pönitzer sauer
Region Taucha Aus für Bahnhaltepunkt – Pönitzer sauer
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21:00 25.03.2011
Kämpfen um den Bahnhalt: Cécile Haufe aus Pönitz nutzt die Mitteldeutsche Regionalbahn für den Arbeitsweg nach Leipzig. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

Die Pönitzer fühlen sich vor allem von der Stadt im Stich gelassen.

Jens Junge war diese Woche eine Wut. „Der Bahnhalt ist von großer Bedeutung für die Kinder und für Leute mit Früh- oder Spätschicht“, schimpfte er. Der Wegfall ab Ende April komme einer Katastrophe gleich. „Kinder und Auszubildende werden dann zwangsgedrungen mit dem Rad an der gefährlichen Straße nach Taucha fahren. Da muss es wohl erst Tote geben, dass jemand handelt?“, fragte er.

Trotzdem: Cécile Haufe war gestern die einzige, die um 11.18 Uhr die stündliche Verbindung nach Leipzig nutzte. „Ich brauchte bislang kein Auto, die Bahn ist schneller“, erzählte die Tochter von Professor Haufe, der vor wenigen Wochen starb. Der angesehene Theologe war Vielfahrer, hatte beim letzten Vorstoß auf Pönitz vor wenigen Jahren die Verantwortlichen zum Umdenken bewegen können. „Wir sind weiter wild gewillt, um den Haltepunkt zu kämpfen“, sagte Cécile Haufe. Wenn schon Schienen im Ort lägen, sei ein Bus nicht zumutbar, findet sie. Außerdem entwerte der Wegfall alle Immobilien im Ort. Wenigstens ein Bedarfshalt müsse doch machbar sein, fand sie.

Gerhard Haupt koordiniert im Ort den Kampf um den Haltepunkt. Er hält vor allem die Information über die Pläne für völlig unbefriedigend. „Ich habe ja sogar noch ein Bahnticket kaufen können für Ende Mai von Pönitz nach Rostock“, schimpfte er. Er habe sich nach Bekanntwerden der Pläne gleich direkt an den Kreis gewandt. „Unseren Bürgermeister interessiert Pönitz doch gar nicht“, schimpfte er und führt eine lange Liste an unerledigten Pönitzer Themen wie Fußweg, Straßenbau und offenes Spendengeld an.

Bürgermeister Holger Schirmbeck ließ gestern auf Anfrage mitteilen, die Stadt sei an der Entscheidung nicht beteiligt gewesen. Die Veränderung bis 2013 sei eine wesentliche Verschlechterung des Zustandes. Die Stadt prüfe mit Kreis und ZVNL Möglichkeiten für die Kita und für Schüler.

Beraten haben gestern Kreis und ZVNL. Ein Bedarfshalt sei derzeit nicht herzustellen, verursache hohe Zusatzkosten, so die zuständige Dezernentin Angelika Stoye. „Die Fahrzeuge müssten auch extra dafür nachgerüstet werden“, erklärte ZVNL-Geschäftsführer Andreas Glowienka. Ab Ende 2013 habe die S-Bahn diese Vorrichtung, dann plane der Verband einen Bedarfshalt in Pönitz. Anfang April solle den Pönitzern der Anrufbus als Alternative vorgestellt werden. „Wenn man weiß, wie es geht, kann er eine Lösung sein“, so Stoye. Es werde geprüft, ihn bis spätabends zum Bahnhof fahren zu lassen, so Glowienka.

Jörg ter Vehn

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