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Ausstellung im Sehliser Künstlerhof zeigt surreale Hundeporträts

Ausstellung im Sehliser Künstlerhof zeigt surreale Hundeporträts

Der Tauchaer Ortsteil Sehlis macht wieder mit Kunst auf sich aufmerksam. In jener Scheune im Treesenweg 15, in der 2013 mit dem Gast-Künstler Helmut Lemke Ideen für ein Klang-Projekt ausgebrütet und Workshops durchgeführt wurden, eröffnete am Sonntagnachmittag nun eine Ausstellung.

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Die Künstlerin Karin Hoßfeld (Zweite von rechts) spricht mit einer Besucherin über Details der am PC bearbeiteten Fotografien.

Quelle: Olaf Barth

Sehlis. In dem von den beiden Künstlerinnen Andrea Schilling und Karin Hoßfeld bewohnten sowie als "Kleine Kunst-Akademie Sehlis" beworbenen Hof fanden sich im idyllisch gelegenen Areal eine ganze Reihe Gäste zur Vernissage ein. Ehe das Tor zur Ausstellung öffnete, stimmten Hoßfeld und der Künstler Bernd Volk mit einer kleinen Wort-Klang-Performance auf die Eröffnung ein: Sie mit Maske und Streichinstrument, er mit einer Krone auf dem Kopf, CD-Player und Windspiel.

Kurz darauf strömten die Besucher in den von außen unspektakulären Holzbau - und zeigten sich überrascht. Zunächst von Volks NachtRaumWachRaum-Installation. Aus an Wäscheleinen aufgehangenen, großen weißen Tüchern, weißen Hemden und anderen Utensilien hatte der 62-jährige Technik- und Kunstlehrer die Scheune in eine Art Labyrinth verwandelt, in dessen Mitte sich ein mit goldener Folie ausgekleideter Raum befand. Die Bedeutung des darin aufgestellten Hockers samt Seife, kleiner Waschschüssel und Wasserkrug zu interpretieren, bleibt der Fantasie der Besucher überlassen. Aus dem CD-Player erklingen drei behutsam mit einem Spinett eingespielte Töne.

Fantasievoll sind auf jeden Fall die in der begehbaren Installation vor den Wänden und Tüchern ebenfalls mit Wäscheklammern positionierten Fotografien. Für die Theater-Fotografin Hoßfeld hatte deren "Muse", die Weimaraner-Hündin Camille nicht nur Modell gestanden, sondern sich für die Foto-Shootings mit Engelsgeduld auch anziehen und verkleiden lassen. Das eine oder andere Leckerli sei für sie dabei schon abgefallen, heißt es. Auf den dann später am Computer farblich verfremdeten Fotos entsteht nie der Eindruck, dass das Tier widerwillig bei der Sache war. Stolz, geradezu majestätisch blickt der Jagdhund in die Kamera, wie entsprungen aus einem Märchen oder Traum. Die sphärischen Spinett-Klänge verstärken den surrealen Eindruck, den die Fotos verbreiten.

Fünf Hunde hat die Künstlerin insgesamt, und sie versteht sich auch sonst im Umgang mit Tieren. Denn neben ihrer Tätigkeit für Theater ist sie zudem eine Art Tier-Psychologin. "Ich arbeite mit Tieren, die seelisch misshandelt wurden, um sie wieder ins Gleichgewicht und zur Ruhe zu bringen", erklärte die 56-Jährige. Dafür angeeignet habe sie sich die Methoden der kanadischen Tiertrainerin Linda Tellington-Jones.

Doch in der Ausstellung ging es natürlich zuerst um die Fotos, die bei den Besuchern einiges Staunen und Diskussionen auslösten. Selbst die Masken auf dem Hundekopf wurden nicht mit dem Computer in das Foto montiert, sondern von der Künstlerin in echt dem Tier angelegt. "Das ist unheimlich kreativ, sehr originell. Man sieht auch, dass Camille eine sehr schöne Hündin ist, mir gefällt die Ausstellung sehr gut", hatte zum Beispiel die Tauchaerin Amina Hemmker nur lobende Worte übrig.

Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 12. September freitags von 10 bis 12 sowie sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr. Falls die Hoftür nicht offen steht, ist Klingeln erwünscht. Am 22. August veranstaltet die Kleine Kunstakademie Sehlis ab 10 Uhr einen Malkurs samt Ausflug zur Felsenkirche nach Beucha. Den kostenpflichtigen Kurs leitet der Bildhauer und Zeichner Uwe Gorzalka. Ab 18.30 Uhr können Interessenten dann ebenfalls bei Gorzalka üben, wie ein Akt gemalt wird.

 

 

Informationen und Anmeldung unter Telefon 034298 209263

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.08.2015
Olaf Barth

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