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Taucha Automatensprengungen und die Folgen
Region Taucha Automatensprengungen und die Folgen
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05:43 15.08.2018
Seit zwei Monaten gibt es in Schkeuditz kein Geld bei der Deutschen Bank. Wann sich das ändert, ist noch unklar. Quelle: Roland Heinrich
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Schkeuditz/Taucha/Markranstädt

Deutsche-Bank-Kunden in Schkeuditz, Taucha und auch in Markranstädt haben weiterhin das Nachsehen, wollen sie die Geldautomaten in den Selbstbedienungsbereichen der jeweiligen Filialen um den einen oder anderen Schein erleichtern. Wie Deutsche-Bank-Sprecher Christian Hotz mitteilte, sei auch noch nicht absehbar, wann die Automaten in den Filialen wieder einsatzbereit sind. Eines sei aber klar: „Wir wollen diesen Service auch weiterhin anbieten“, betonte Frank Binz, der Verantwortliche für das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank im Marktgebiet Leipzig-Chemnitz.

Mitte Juni war in Schkeuditz der Deutsche-Bank-Geldautomat mit Hilfe eines Gasgemisches gesprengt worden. Zwei Wochen zuvor hatte es Automatensprengungen in Markranstädt und im Mai auch in Taucha und Leipzig gegeben. Wie berichtet, gingen alle Explosionen mit einer erheblichen Zerstörung einher und führten jeweils zu Feuerwehreinsätzen. In Markranstädt mussten sogar Hausbewohner evakuiert und ein Brand gelöscht werden. Zur Schadenshöhe konnte unmittelbar nach der Tat jeweils keine Aussage getroffen werden. Die Polizei ermittelt nach wie vor nach den Tätern.

Auch jetzt, bis zu drei Monate nach den Anschlägen, hält sich die Deutsche Bank zur Schadenshöhe bedeckt und verweist auf Nachfrage der LVZ auf die laufenden Ermittlungen der Polizei. Angaben, ob neben dem materiellen Schaden noch Bargeld entwendet wurde und, wenn ja, wie viel, behält die Deutsche Bank aus denselben Gründen für sich. Was die Anschaffung eines neuen Automaten eigentlich kostet, will das Geldinstitut ebenso wenig verraten.

Schnelle Flucht der Täter

Dass derartige Anschläge auf Geldautomaten zunehmen, kann die Polizeidirektion Leipzig nicht bestätigen. „Es gibt keine Vergleichzahlen“, heißt es auf Anfrage. Bei der Deutschen Bank hingegen habe man den Eindruck, dass es in den letzten drei Jahren deutschlandweit häufiger derartige Anschläge gebe, die allerdings alle Banken beträfen. Eines sei den betroffenen SB-Bereichen gemein: Sie lägen verkehrstechnisch günstig, so dass eine schnelle Flucht der Täter möglich ist. Sie bei oder nach der Tat zu stellen, sei deshalb auch relativ selten gelungen.

„Wir bedauern die Service-Einschränkungen, die durch die Sprengung unserer Geldautomaten in Taucha, Schkeuditz und Markranstädt aufgetreten sind. Wir sind von der brutalen Vorgehensweise der Täter erschüttert“, sagte der Privatkundenverantwortliche Binz. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Selbstbedienungs-Zonen vor Ort so bald wie möglich wieder zur Verfügung zu stellen. Die Instandsetzung ist von mehreren Akteuren abhängig, weshalb sich heute leider noch kein konkreter Fertigstellungstermin nennen lässt“, ergänzte er.

Mit den verschiedenen Akteuren seien zum Beispiel auch Vermieter der Geschäftsräume gemeint, die einer Geldautomaten-Aufstellung zustimmen müssten. Dass dies einiger Verhandlungen bedarf, leuchtet ein. Schließlich sind durch die Sprengungen nicht nur die Automaten selbst in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch an der Immobilie ist zum Teil größerer Schaden entstanden. In Markranstädt hatte es von der Explosion bis zur Löschung des Feuers drei Stunden gedauert. Entsprechend zögerlich scheint dort der Vermieter einer neuen Automatenaufstellung gegenüber zu stehen. „Speziell für Markranstädt lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, wann die SB-Stelle wieder zur Verfügung steht“, informierte Bank-Sprecher Hotz.

In Markranstädt dauert es wohl am längsten

Was ebenfalls zur Verzögerung führe, seien die derzeit entsprechenden Auftragsfristen der unterschiedlichen Gewerke, die an der Instandsetzung der SB-Bereiche beteiligt sind. Und nicht zuletzt müssten die Hersteller der Geldautomaten liefern können. Deren technische Ausstattung müsse dann noch geprüft werden. Wie die LVZ erfuhr, müsse je nach der Ausstattung pro Automat ein höherer fünfstelliger Eurobetrag investiert werden.

Ob es noch in diesem Jahr neue Geldautomaten in den Städten geben wird, konnte die Deutsche Bank nicht sagen. In Schkeuditz und Taucha werde es wohl schneller gehen, Markranstädt sei da terminlich noch offener. Hotz verwies auf Ausweichstandorte, die sich am günstigsten für Schkeuditz in der Lindenthaler Straße in Leipzig-Gohlis (Deutsche Bank) und in der Poststraße (Postbank) befinden. In Taucha seien die nächstgelegenen Automaten-Standorte die Deutsche Bank in der Goldsternstraße oder die Postbank in der Paunsdorfer Allee sowie weitere Geldautomaten der Cash-Group. Für Markranstädt nannte Hotz die Deutsche Bank in der Stuttgarter Allee in Leipzig-West und die Postbank in der Ludwigsburger Straße. Auf Beschwerden von Kunden werde die Deutsche Bank so kulant wie möglich reagieren.

Von Roland Heinrich

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