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Taucha B 87-Erklärung geht per Post an Tillich
Region Taucha B 87-Erklärung geht per Post an Tillich
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15:40 19.05.2015
Der BI-Vorsitzende Dirk Werner schickt die Tauchaer Erklärung samt Offenem Brief nun per Post an Ministerpräsident Tillich. Quelle: Olaf Barth

Nach mehreren nicht geglückten Anläufen bringt die Bürgerinitiative (BI) Alternative B 87 das Dokument nun per Post auf den Weg. Adressat ist Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) der außer der Erklärung auch noch einen Offenen Brief erhält.

"Wir würden uns sehr freuen, wenn sich der Ministerpräsident dazu äußern würde, wie es nun weitergehen soll", sagte gestern Dirk Werner, der Tauchaer BI-Vorsitzende. Denn Tillich wird in diesen Tagen Post aus Taucha erhalten. In dem Umschlag befinden sich die von verschiedenen BIs sowie dem Tauchaer Stadtrat initiierte Tauchaer Erklärung mit den Unterschriften der Erstunterzeichner sowie ein Offener Brief. In dem werden noch einmal deutlich die vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr vorgeschlagene Vorzugsvariante durch die Parthenaue südöstlich von Taucha abgelehnt und die weiteren Planungen dafür "aufs schärfste" verurteilt. Diese widersprächen den Prinzipien des Landesentwicklungsplanes, europäischem Naturschutzrecht sowie der Grundkonzeption für den Bundesverkehrswegeplan 2015. "Wir fordern Sie daher im Namen aller Unterzeichner der Tauchaer Erklärung auf, Kraft Ihres Amtes auf die Planer und die Ihnen unterstehenden Behörden Einfluss zu nehmen, damit diese Planungsvariante endgültig verworfen und auf den erreichten Konsens in der Region eingegangen wird", heißt es in dem Brief.

Auch wenn der Bereich Taucha möglicherweise aus den weiteren B 87-Planungen vorerst ausgeklinkt und auf unbestimmte Zeit verschoben wird, will die BI nicht untätig sein. "Wir haben schon über vier Jahre Erfahrung und über 70 aktive Mitglieder. Wir werden weiter mit verschiedenen Aktionen auf die Absichten der Planer aufmerksam machen", kündigte Werner an und kann sich dabei der Unterstützung drei weiterer BIs aus der Region und vieler anderer Menschen sicher sein.

Denn selten waren sich Verbände, Regionalplaner, Naturschützer und parteiübergreifend Kommunalpolitiker oder ganze Parlamente verschiedener Kommunen so einig wie in diesem Punkt: Eine neue Bundesstraße 87 dürfe nicht durch die Parthenaue gebaut werden. Beredter Beweis für diese gemeinsame Forderung sind die Unterschriften vieler der genannten "Schwergewichte" unter der Tauchaer Erklärung. In ihr wird eben unter anderem für eine nördlich von Taucha verlaufende Trasse zwischen Eilenburg und Leipzig plädiert sowie die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs gefordert. Und spätestens seit der Verabschiedung dieser Erklärung steht fest, dass die dem sächsischen Verkehrsministerium unterstellten Straßenbau-Planer mit ihrer bevorzugten Parthenaue-Variante bisher allein auf weiter Flur dastehen. Was allerdings kein Hindernisgrund war, Hersteller von Straßenkarten schon mit Plänen der als im Bau befindlich bezeichneten neuen Bundesstraße durch die Parthenaue zu versorgen, sodass einige aktuelle Straßenkarten diese Trasse bereits als gestrichelte Linie ausweisen.

Erfreuen dürfte dies lediglich die Stadt Leipzig. Als einzige der betroffenen Kommunen verweigert sie bisher zu all dem eine offizielle Stellungnahme und lässt nur hinter vorgehaltener Hand durchblicken, dass für sie die südliche Parthenaue-Trasse die verkehrstechnisch günstigste Variante wäre (die LVZ berichtete).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.09.2013

Olaf Barth

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