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Taucha B 87 n weiter in der Warteschleife
Region Taucha B 87 n weiter in der Warteschleife
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17:56 04.01.2016
Andreas Berkner zeigt auf der Karte in welchem Bereich nördöstlich von Leipzig Varianten für eine neue B 87 untersucht werden. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

Seit vielen Jahren schon gibt es Planungen, mittels einer teils ausgebauten, teils neuen B 87 den Raum Torgau und die Regionen darüber hinaus besser an die A14 bei Leipzig anzuschließen. Während Teilstücke der Trasse durchaus schon ertüchtigt wurden und auch weiter geplant werden, geht es mit dem Gesamtprojekt nicht voran. Inzwischen werden Stimmen laut, die angesichts der Rückschläge und Verzögerungen bei den Planungen bereits das endgültige Aus für eine neue B 87 speziell zwischen Eilenburg und Taucha/Leipzig vorhersagen.

„Die Kernfrage ist nicht, ob es eine neue B 87 zwischen Eilenburg und Leipzig geben wird, sondern wie und wo konkret das Vorhaben realisiert wird“, will aber Andreas Berkner von einem Aus für das Projekt nichts wissen. Der 56-Jährige ist Leiter der Planungsstelle im Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen, der an dem Projekt beteiligt ist. Im Konferenzraum des Verbandes in der Bautzner Straße erklärt Berkner an der Karte die möglichen Trassenverläufe. Da das bisherige Raumordnungsverfahren im Juni von der Landesdirektion eingestellt wurde, könne über eine mögliche Vorzugsvariante noch keine Aussage getroffen werden. „Es wird künftig in zwei Abschnitten, östlich und westlich der Mulde, geplant. Außerdem müssen die bisherigen Unterlagen grundhaft überarbeitet werden. Der Freistaat setzt die Planungen und Untersuchungen fort und hat damit das Unternehmen Deges beauftragt. Es müssen Verkehrszählungen durchgeführt werden, sodass es noch keine aktuellen abschließenden Erkenntnisse gibt“, sagte Berkner.

Der Verband habe auf der Ebene der Regionalplanung seine Hausaufgaben gemacht und den möglichen Korridor für einen Trassenverlauf untersucht. Wichtig sei, Konfliktfelder im Vorfeld sauber zu klären und zu einem rechtssicheren Projekt zu kommen. „Für eine Trassenfestlegung sind wir nicht zuständig, aber wir prüfen Widerstände und ziehen Schlussfolgerungen, welche Abschnitte geeignet sind“, erklärte der Geografie-Professor und fährt fort: „Die Querung der Parthen-aue zwischen Borsdorf und Taucha verursacht starken Raum-Widerstand. Dort können wir uns so eine Trasse nicht vorstellen. Wenn man gerade dort bauen will, wo der Widerstand am härtesten ist, muss man sich nicht wundern, dass es so lange dauert oder nie wird.“ Berkner sagte aber auch: „Eine konfliktfreie Trasse wird es nicht geben, am Ende geht es immer um Kompromisse. Wenn man sich aber auf die konfliktärmere Variante verständigt, kann man Zeit gewinnen. Doch von einer abgeschlossenen Planfeststellung sind wir noch weit entfernt.“ Zunächst rechne man täglich mit einer Aussage aus dem Bundesverkehrsministerium, ob die B 87 n überhaupt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen und damit deren Finanzierung gesichert wird. Ursprünglich sollte das im Herbst 2014 bekanntgegeben werden, dann im Sommer 2015, dann im Dezember – doch bis jetzt gibt es aus dem Hause von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dazu keine Information. Das bestätigte das Büro des nordsächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Marian Wendt, der sich für die B 87 n stark macht.

So wie Wendt sieht auch Berkner einen Bedarf für die neue B 87: „Wenn man den Lagenachteil der Torgauer Region konserviert, wird der schleichende Prozess der Abwanderung und Nichtansiedlung von Unternehmen dort weiter gehen. Dabei ist es doch ein Ziel des Freistaates, Erreichbarkeitsdefizite abzubauen.“ Berkner geht zudem davon aus, dass eine neue B 87 auch in Taucha für Entlastung sorgen würde, zumindest was den überörtlichen Verkehr betrifft. Zurzeit quälen sich gerade im Berufsverkehr die Lkw-Kolonnen mitten durch die Stadt.

Die vom Verband erarbeiteten Unterlagen zum Bauvorhaben B 87 n stehen zum Download bereit: www.rpv-westsachsen.de

Von Olaf Barth

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