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Taucha B 87neu: Widerstand aus der Bahnhofstraße
Region Taucha B 87neu: Widerstand aus der Bahnhofstraße
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06:00 05.08.2010
Die Bahnhofstraße in Taucha kurz vor der Einmündung in die Portitzer Straße: Anwohner sind entsetzt über die Idee, hier die B 87 durchzuführen. Quelle: Alexander Bley
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Taucha

Knackpunkt bleibt die Verkehrsführung in und um Taucha. Unterdessen formiert sich bei Anwohnern der Bahnhofstraße Widerstand.

Bereits Mitte Juni sorgte eine Aussage des Bürgermeisters Holger Schirmbeck (SPD) für Wirbel, als er dem Podium im Büro des Bundestagsabgeordneten Wolfgang Tiefensee (SPD) den Vorschlag unterbreitete, die Diskussion zur Verlegung der B 87 innerorts wieder aufzunehmen. Schirmbeck begründete das wie folgt: Die Umgehungsvarianten der B 87n würden nicht wirklich zu einer Verkehrsentlastung innerhalb Tauchas führen. „Dazu sind wir zu gut angebunden“, sagte der Bürgermeister. Deswegen holte er einen alten und eigentlich längst ad acta gelegten Vorschlag wieder aus der Schublade, wonach eine Trasse entlang der Bahnlinie den innerörtlichen Verkehr kanalisieren solle. „Das ist eine additive Lösung“, betonte der Politiker damals.

Dagegen formiert sich derzeit Widerstand. „Keine Autobahn durch Taucha!“, heißt die Devise von Bewohnern der Bahnhofstraße. 40 Mann gehören dieser laut Peter Pieske bereits an. „Viele haben nicht einmal von Schirmbecks Vorschlag gewusst“, sagt der Tauchaer. Wie der Widerstand kundgetan werden soll, ließ Pieske offen. Das werde in großer Runde beraten. Fakt ist, dass die Gegner der innerstädtischen Variante befürchten, dass Bewohner umgesiedelt werden müssten, Gebäude abgerissen und innerstädtisches Grün zubetoniert werde. „Die jetzt schon durch Bahn und B 87 belasteten Bürger hätten die Autobahn unmittelbar vor Nase und Ohren“, sagt der Anwohner und ergänzt: „Der Verkehr würde nicht aus der Stadt abgeleitet, sondern nur innerstädtisch verteilt werden.“

Schirmbeck betont, mit den Ängsten der Bürger konfrontiert, dass er weiterhin die Nordvariante der B 87n favorisiere: „Der vierspurige Ausbau ergibt Sinn, wenn er möglichst weit im Norden auf die Autobahn 14 trifft, denn im Norden siedeln sich Firmen an den Logistikzentren an.“ Bei einer leistungsfähigen Anbindung an die A 14 im Bereich des BMW-Werkes könnte sich Schirmbeck vorstellen, dass der Verkehr etwas abnimmt. Dagegen befürchten die Leipziger, dass der Verkehr im Bereich der Neuen Messe übermäßig anwächst und Staus entstehen. „Dieses Argument ist nicht wegzuwischen“, sagt der Bürgermeister. Trotzdem bliebe eine vierspurige Lösung oberirdisch durch Taucha nur schwer vorstellbar. „Betroffene wird es bei jeder Variante geben, aber wir werden versuchen, das Maximum für die Leute herauszuholen“, beteuert das Stadtoberhaupt.

Zudem macht Schirmbeck deutlich, dass die alte B 87 durch Taucha eine leistungsfähige Verkehrsanbindung bleibe. Aus diesem Grund müsse nach sinnvollen Lösungen gesucht werden, wie der täglich einströmende Verkehr von 23 000 Fahrzeugen vor der Kreuzung inmitten Tauchas abgeleitet werden kann.

Alexander Bley

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