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B87n: Bis Eilenburg bleiben vier Spuren

B87n: Bis Eilenburg bleiben vier Spuren

Bevölkerungsschwund und schlechte Kosten-Nutzen-Rechnung: Das Bundesbauministerium sieht für die B87n zwischen Eilenburg und Torgau trotz Protestes aus der Region definitiv nur noch einen dreistreifigen Ausbau vor.

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Ortstermin zur B87n: Michael Czupalla, Staatssekretär Jan Mücke, Manfred Kolbe, Thomas Kreyßig und Barbara Stein im Gewerbepark Rösl (v.l.).

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Staatssekretär Jan Mücke hörte sich gestern zudem die besonderen Probleme Tauchas an.

Am Vormittag im Gewerbepark Rösl waren Landrat Michael Czupalla und Bundestagsabgeordneter Manfred Kolbe (beide CDU) noch gut gelaunt im Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesbauministerium, Jan Mücke (FDP). Der war auf Einladung Kolbes unterwegs entlang der B87, um sich die Situation anzuschauen und mit örtlichen Vertretern zu reden.

So erläuterte Thomas Kreyßig in Vertretung von Bürgermeister Holger Schirmbeck (beide SPD), dass Taucha bei den bisherigen Plänen wenig Verkehrsentlastung erwarte. Stattdessen könne doch besser der geplante Kreuzungsumbau vorgenommen werden, meinte Kreyßig. Bauamtschefin Barbara Stein ergänzte, die Region brauche die B87n, Taucha präferiere in Abstimmung mit seinen Bürgerinitiativen wenn nötig eine Nordumfahrung. Gleichwohl bat sie, die früheren Tauchaer Pläne einer zweispurigen Entlastungsstraße entlang der Bahnlinie nochmal zu überprüfen, um so doch noch etwas Entlastung für die alte B87 zu erreichen. Antje Brumm, CDU-Ortsvorsitzende, meinte: „Der Quell- und Zielverkehr bleibt uns. Mit der Nordvariante ergibt sich die Möglichkeit, viel Fernverkehr schon weit vor Taucha abzuleiten in die Richtung, in der ja auch die Logistikziele liegen.“

Czupalla, zu dem Zeitpunkt noch zuversichtlich, setzte sich ebenfalls für die Nordtrasse entlang der S4 ein. Es müsse darum gehen, einen möglichst breiten Konsens zu finden und das Verfahren zum Bau der B87n schnell in Gang zu bringen, sagte er. Mücke stimmte zu. Wichtig sei, möglichst wenig Leute zu beeinträchtigen und eine vernünftige Anbindung des Kreises an die A 14 zu erzielen.

Nach dem Mittagessen der Politiker und weiteren Gesprächen war die optimistische Stimmung vorbei. Mücke verkündete in Torgau in Vertretung von Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU), dass nur ein dreistreifiger Ausbau der B87n Erfolg haben werde. Insgesamt sei zukünftig wegen des demographischen Wandels weniger Verkehr in der Region zu erwarten, erklärte er die Entscheidung, die sich in den letzten Monaten abzeichnete. Überprüfungen der Pläne hätten ergeben, dass Nutzen und Kosten der geplanten vierstreifigen Trasse zwischen Eilenburg und Torgau nicht zu vertreten seien. „Das hat auch Auswirkungen auf das Planfeststellungsverfahren“, so Mücke. Denn bei Klagen vor Gericht gegen die Planfeststellung wäre der Beschluss eventuell nichtig. Auf Nachfrage bestätigte er, dass es beim vierstreifigen Ausbau Taucha/Eilenburg bleiben könne. Mücke: „Da stimmen die Zahlen.“

Er empfahl, lieber den dreispurigen Teil schnell zu beginnen – „am besten mit der Ortsumfahrung Torgau“ –, als aus dem nächsten Bundesverkehrwegeplan nach 2015 wegen noch schlechterer Kosten-Nutzen-Relation eventuell ganz rauszufallen. In vier bis fünf Jahren könne der Bau beginnen, wenn nichts dazwischen kommt, so Autobahnamt-Planungschef Peter Galiläer.

Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus der Region Nordsachsen, aber auch dem Elbe-Elster-Kreis protestierten gegen Mückes Argumente. Jahrelang hätten Firmen im Vertrauen auf den Bundesverkehrswegeplan und den dort vorgeschriebenen vierstreifigen Ausbau in Torgau ausgehalten und investiert, hieß es. Leipzigs IHK-Präsident Wolfgang Topf kündigte an, gegen die Entscheidung kämpfen zu wollen. Kolbe: „Ich habe Angst, dass die Region in eine Abwärtsspirale gerät. Dazu darf es nicht kommen.“

Jörg ter Vehn

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