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Taucha Bahn entfernt Bäume und Büsche am Gleisbett
Region Taucha Bahn entfernt Bäume und Büsche am Gleisbett
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17:16 19.05.2015
Von Buschwerk befreit präsentiert sich jetzt in weiten Teilen der Bahndamm neben Grundstücken in Taucha-Cradefeld. Arbeiter beräumen auch das Schnittgerinne, damit hier das Wasser abfließen kann und nicht in die Grundstücke läuft. Quelle: Olaf Barth

Auch in dieser Woche noch gehen die Arbeiten weiter, wird gefällt, geschnitten und gehäckselt. Dass es sich bei den Bäumen, Büschen und Unterholz meist um jahrzehntelang ignorierten Wildwuchs handelt, ist die eine Seite. Andererseits bauen Vögel jetzt ihre Nester und hatten sich Anwohner entlang der Bahnlinie seit Jahren an das Grün zum Teil gewöhnt, weil sie es auch als einen gewissen Sicht- und Geräuschschutz ansehen. "Wieso darf die Bahn dort jetzt Büsche und Bäume entfernen? Wird sie als Ersatz für das fehlende Grün hier mal für Lärmschutz sorgen?", formulierte Sven Woska von der IG Cradefeld seine Fragen.

Die Deutsche Bahn begründet die an der Bahnlinie zwischen Leipzig und Eilenburg auf einer Länge von fast elf Kilometern durchgeführten Fäll- und Schnittarbeiten mit "Auflagen aus der Verkehrssicherungsplicht, die der DB Netz AG obliegt". Wegen der Nähe zu der unter Spannung stehenden Oberleitungsanlage müsse die Vegetation dort sofort zurückgeschnitten werden. Aufgrund "von Gefahr in Verzug" dürfen die Arbeiten ohne Genehmigung durchgeführt werden, teilte die DB-Pressestelle mit. Es bestehe die Verpflichtung, die Arbeiten dem dafür zuständigen Grünflächenamt Leipzig anzuzeigen. Das sei geschehen. Darauf verwies die Bahn auch als Antwort auf die Frage, weshalb Anwohner, die Stadt Taucha und Landratsamt Nordsachsen nicht informiert wurden. Zum Thema Lärmschutz teilte die Bahn mit: "Hecken, Einzelbäume und Baumgruppen bieten entgegen einer verbreiteten Meinung objektiv keinen Lärmschutz. Lärmschutzmaßnahmen sind hier nicht geplant. Der Abschnitt wurde nicht in die Lärmschutzliste des Bundes aufgenommen, womit nur geringen Chancen zu Errichtung eines Lärmschutzes bestehen."

Die Maßnahmen der Bahn stoßen nicht nur auf Kritik: "Ich wohne seit 47 Jahren hier. Es ist das erste Mal, dass in diesem Umfang etwas gemacht wurde, und darüber bin ich froh. Bisher mussten wir alles, was zu uns rüber wucherte, selbst entfernen. Die machen sogar das Schnittgerinne sauber, das ist doch in Ordnung", lobte Anlieger Bernd Trachbrodt aus Cradefeld. Und der 70-Jährige befürchtet: "In zwei Jahren ist das doch alles wieder zugewachsen." Und an die Geräusche der Züge habe sich doch gewöhnt, wer hier seit Jahren wohnt.

Kritischer sieht Sven Woska das Vorgehen der Bahn. Er habe bereits den Naturschutzbund informiert. Zwar erhielt er noch keine Reaktion, hoffe aber, dass das Wenige, was noch am Damm steht und nicht in Richtung Gleise und Oberleitung ragt, jetzt vom Kahlschlag verschont bleibt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.04.2013

Olaf Barth

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