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Bahn will in Taucha erst ab 2016 bauen

Bahn will in Taucha erst ab 2016 bauen

Die Katze ist aus dem Sack: Erst im Zeitraum 2016 bis 2018 soll Tauchas Bahnhof zu einem Umsteigepunkt zwischen S-Bahn und RegionalExpress ausgebaut werden. Darüber informierte jetzt die Deutsche Bahn (DB) auf die LVZ-Nachfrage, weshalb der schon lange angekündigte Umbau noch immer nicht begonnen hat.

Taucha. Zur Begründung für diese neuerliche Verzögerung teilte die Pressestelle lediglich mit: "Die Planung ist noch nicht beendet. Außerdem ist die zeitliche Einordnung unter Beachtung anderer Maßnahmen im Eisenbahnknoten Leipzig durchzuführen." Zum Projekt gehört auch die Verlegung der Portitzer Straße unter die Gleise. "Ein konkretes Bauzeitenkonzept wird gegenwärtig erarbeitet", so die Bahn.

Im April 2006 hatte die LVZ erstmals über die Umbaupläne informiert. Damals hatte der Planer das Projekt für 2009 vorbereitet. Mit den verschobenen Terminen für die Inbetriebnahme des Leipziger City-Tunnels verzögerten sich auch die Tauchaer Pläne immer wieder. 2009 hieß es, der Baustart könne frühestens 2012 erfolgen. Im November 2010 wurde mitgeteilt, ab 2013 wird gebaut und zum Jahresende 2014 könnten die komplett veränderten Gleisanlagen in Betrieb gehen. Bei einer Bürgerversammlung im März 2011 sagten Bahnvertreter, dass die Vorplanung kurz vor dem Abschluss stehe. 2012 sollte die Planfeststellung beantragt und in den Jahren 2014 bis 2015 gebaut werden. Nun sind ganz aktuell die Jahre 2016 bis 2018 für den Umbau vorgesehen. Weil jetzt zum Jahresende sogar der reichlich verspätete City-Tunnel eher als der Bahnhof der Parthestadt fertig wird, muss nun als Taucha-Ersatz die Station Thekla als Umsteigepunkt für die Reisenden herhalten.

Die Kosten für die Absenkung der Portitzer Straße teilen sich entsprechend des Eisenbahnkreuzungsgesetzes je zu einem Drittel die Deutsche Bahn, der Bund und die Stadt Taucha als Straßenbaulastträger. Wie berichtet, gehören zu den Veränderungen der Bahnanlagen auch die Schließung des Bahnübergangs am Gerichtsweg sowie der Bau einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer vom neuen Busbahnhof in die gegenüberliegende Siedlung. Auf die Frage, wie viel der Umbau des Bahnhofes und der Portitzer Straße kosten soll, hieß es seitens der Bahn: "Dazu treffen wir derzeit keine Aussagen." In den früheren Berichten über dieses Projekt wurden laut Stadtverwaltung 2010 für die Portitzer Straße rund drei Millionen Euro angegeben, ein Jahr später lag die Bahn mit ihren Schätzungen bereits bei rund 5,6 Millionen Euro. Für die gesamte Umgestaltung wurde im Jahr 2009 eine Summe in Höhe von 15 bis 25 Millionen Euro als Kosten genannt.

Wie die Bahn auf Anfrage aktuell informierte, soll sich zwar nicht "das verkehrliche Gesamtkonzept", so jetzt doch die Anordnung der Gleise und Bahnsteige gegenüber bisheriger Planung verändern: "Vorgesehen ist die Errichtung von drei Bahnsteigkanten, eines Überholungsgleises für Güterzüge und eines Abstellgleises für die S-Bahn." Offen ist, ob diese Variante noch der bisher angekündigten sogenannten spanischen Variante entspricht, nach der zwischen zwei durchgehenden Gleisen für Regionalzüge ein in Taucha endendes S-Bahn-Gleis liegt. Doch unabhängig davon und von allen Verzögerungen: Die Tauchaer können mit Inbetriebnahme des City-Tunnels wie geplant im 30-Minuten-Takt mit der S-Bahn direkt unter Leipzigs Marktplatz fahren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.06.2013

Olaf Barth

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