Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Baracke muss für Ansiedlung weichen

Neue Gewerbeflächen Baracke muss für Ansiedlung weichen

In der Graßdorfer Straße werden hinter der Rettungswache befindliche Flächen für die Ansiedlung von Gewerbe vorbereitet. Seit November sind Arbeiter dabei, die alte Baracke nahe des Ärztehauses abzureißen. Ins Blickfeld geriet der lang gezogene Holzflachbau zuletzt wegen eines dort wütenden Feuers (die LVZ berichtete). Jetzt geht der reguläre Abriss weiter.

Nach und nach verschwindet in diesen Tage die alte Baracke in der Graßdorfer Straße in den bereits aufgestellten Containern.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. In der Graßdorfer Straße werden hinter der Rettungswache befindliche Flächen für die Ansiedlung von Gewerbe vorbereitet. Seit November sind Arbeiter dabei, die alte Baracke nahe des Ärztehauses abzureißen. Ins Blickfeld geriet der lang gezogene Holzflachbau zuletzt wegen eines dort wütenden Feuers (die LVZ berichtete). Jetzt geht der reguläre Abriss weiter.

Bis voriges Jahr waren in dem Gebäude unter anderem noch Mitarbeiter von sozialen Diensten des Landratsamtes, der Rettungswache sowie Räume eines Partnerschaftsvereines untergebracht. Auch als kaum noch zumutbares Wahlbüro hatte die Baracke vor gar nicht allzu langer Zeit noch herhalten müssen. In diesem Jahr nutzten dann nur noch die Pfadfinder dort ihr Quartier, bis sie die Kündigung erhielten und auszogen. Bald wird von der Baracke nichts mehr zu sehen sein. „Wir beabsichtigen das Gebiet für mögliche Ansiedlungen zu entwickeln. Es gibt für das Gelände ein Nutzungskonzept und auch schon einen ernsthaften Interessenten aus der Gesundheitsbranche, der dort bauen und sich ansiedeln möchte“, sagte auf LVZ-Anfrage Andreas Neutsch. Er ist Technischer Leiter bei der städtischen Immobilienbetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft (IBV, der die Baracke und andere Flächen gehören. Insgesamt handelt es sich um 5000 Quadratmeter, unterteilt in Flächen mit Größen von 1300 bis 2200 Quadratmetern.

Der Abriss der Baracke stand schon länger zur Diskussion, hat mit dem jüngsten Brand dort nichts zu tun. „Der alte, zum großen Teil leer stehende Bau ist schon seit vielen Jahren wirtschaftlich nicht mehr verwertbar. Gleichzeitig hat aber die Nachtspeicherheizung zu hohen Betriebskosten geführt. Auch die Sanitäranlagen waren in einem unzumutbaren Zustand“, erklärte Neutsch. Und aus Erfahrung wisse man, dass Flächen mit so einem Gebäudebestand nahezu unverkäuflich sind. Dennoch würden auch solche Brachen der Gesellschaft Kosten verursachen.

„Es gibt aber in Taucha großen Bedarf an Gewerbeflächen, deshalb wollen wir nun dieses brach liegende Areal an den Markt bringen“, nannte Neutsch den Hintergrund für die begonnenen Abrissarbeiten. Diese werden sich nun nach derzeitigem Kenntnisstand um zirka 4000 Euro verteuern. „Das Gebäude war zum Zeitpunkt des Brandes zwar schon entkernt, doch durch die Flammen und die Löscharbeiten wurde das ganze Material wie Dämmstoffe oder das Holz in Mitleidenschaft gezogen. Das muss nun alles gesondert entsorgt werden“, erklärte Neutsch. Als Ursache für das Feuer wurde bereits in der Nacht der Löscharbeiten Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Zu Wochenbeginn hatten sich die Brandursachenermittler der Polizei den Ort des Geschehens noch einmal genau angeschaut. „Die Untersuchungen durch unsere Experten haben eindeutig ergeben, dass es sich um Brandstiftung handelt“, sagte auf LVZ-Nachfrage Pressesprecher Uwe Voigt von der Polizeidirektion Leipzig.

Inzwischen sind die Abrissarbeiten weiter voran geschritten. Dass Taucha dringend Gewerbeflächen benötigt, wurde auch in der zurückliegenden Stadtratssitzung deutlich. Denn in der gab es eine kontroverse Diskussion über ein im aktualisierten Flächennutzungsplan ausgewiesenes, rund 50 Hektar großes Gewerbegebiet bei Merkwitz (die LVZ berichtete). Die Befürworter dieser Gewerbefläche verwiesen zum einen auf die Nachfrage nach großen, zusammenhängenden Flächen, zum anderen aber auch darauf, dass die Stadt angesichts der angespannten finanziellen Lage dringend ihre Einnahmesituation verbessern müsse. Und dies sei eben vor allem durch Ansiedlungen und den damit verbundenen Gewerbesteuereinnahmen möglich. Allzu viele Flächen gebe es dafür in Taucha nicht mehr, wurde ausgeführt, eine richtig große eben nur noch nahe des BMW-Werkes bei Merkwitz.

Wäre diese Entwicklung absehbar gewesen oder eher eingetreten, würde auf der Gewerbefläche am Pönitzer Dreieck jetzt wohl keine Solaranlage stehen, vermuten Insider. Doch wäre andererseits der viele Jahre andauernde Leerstand in dem Gebiet nicht beendet worden, hätte die Stadt eine stattliche Größe an Fördermitteln für die Erschließung dieses Gewerbegebietes zurückzahlen müssen.

Von Olaf Barth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Taucha
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr