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Bei Bildhauersymposium entstehen Skulpturen für Taucha

Altes Handwerk Bei Bildhauersymposium entstehen Skulpturen für Taucha

Seit gut drei Wochen entstehen auf dem Hof des Tauchaer Rittergutsschlosses im Rahmen eines von der Parthestadt und vom Bund Bildender Künstler Leipzig ausgerichteten und von der Kulturraumförderung unterstützten Bildhauersymposiums verschiedene Skulpturen aus Rochlitzer Porphyr.

Das Entdecker-Team mit Betreuerin Gabriele Gaumitz, Hortleiterin Kerstin Fritsche und Betreuerin Jutta Hoffmann (hinten von links) besucht auf dem Tauchaer Schlosshof den Bildhauer Rainer Jacob.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Seit gut drei Wochen entstehen auf dem Hof des Tauchaer Rittergutsschlosses im Rahmen eines von der Parthestadt und vom Bund Bildender Künstler Leipzig ausgerichteten und von der Kulturraumförderung unterstützten Bildhauersymposiums verschiedene Skulpturen aus Rochlitzer Porphyr. Am 30. September sollen sie im kleinen Park „An der Bürgerruhe“ an der Straßenbahnendstelle der Linie 3 aufgestellt werden.

Die Bildhauer Alla Krasnitski aus Berlin, Rainer Jacob aus Leipzig, Thomas Junghans aus Tharand und der aus Moldawien stammende Juri Platon sind nun dabei, ihre Ideen aus den unbearbeitet angelieferten rötlichen Gesteinsbrocken in Stein zu meißeln. Das Thema war frei. „Dass die Skulpturen in einem begrenzten Areal aufgestellt und nicht im Stadtgebiet verteilt werden, fördert den Gedanken, dass sie miteinander korrespondieren“, sagte bei der Eröffnung Tobias Rost, Lehrer am Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig, der das für Taucha zweite Symposium der bildenden Kunst nach 2008 betreut.

Mittlerweile haben die vier großen Steinhaufen Gestalt angenommen. „Wir befinden uns sozusagen im Stadium der Metamorphose, der Verwandlung der Gesteinsbrocken in reale oder abstrakte Formen“, skizzierte Rainer Jacob den gegenwärtigen Stand der Dinge. „Bewegung“, wie er seine aus vier einzelnen Skulpturen bestehende Gruppe nennen will, soll verschiedene Bewegungsformen stilisieren. Neben ihm nimmt Alla Krasnitski immer wieder Maß an einem etwa 20 Zentimeter großen Vogel-Modell und überträgt das Ergebnis im Maßstab 1:4 auf einen etwa einen Meter großen Stein. Mit einem kleinen Pressluftmeißel, in Handarbeit auch mal mit einem Fäustel oder sogar mit einer Flex bekommt ihr „Singender Vogel“, seine Konturen. Juri Platon war von der freien Themenwahl überrascht, denn er hatte sich mit einem konkreten Motiv in einer bestimmten Dimension beworben. „Ich werde nun mit figurativen und abstrakten Plastiken improvisieren“, sagte der seit 1996 als Freischaffender in Deutschland lebende Künstler. Das Gestein macht es ihm, wie seinen Kollegen auch, allerdings nicht leicht, denn es gibt Risse, die erst fixiert werden müssen, damit das Gesamtprofil des Steines und später die Skulptur selbst erhalten bleibt.

Das Tor zum Schlossareal steht tagsüber für jeden interessierten Besucher weit offen. Diese Gelegenheit nutzten kürzlich elf Kinder der Grundschule Am Park, die Mitglieder des vom Heimatverein Taucha betreuten „Entdecker-Teams“ sind. „Wir sind auf den Spuren alten Handwerks unterwegs“, sagte Jutta Hoffman, die als Vereinsmitglied gemeinsam mit Gabriele Gaumitz die AG des Schulhortes betreut. Die Jungen und Mädchen zeigten sich sehr interessiert und löcherten Bildhauer Jacob mit vielen Fragen. Der erklärte geduldig, wie alt das Gestein ist und dass das Material gar nicht weit weg von Taucha, nämlich aus Rochlitz stammt. Die Kleinstadt spielt sogar im Steinmetz-Zunftlied eine Rolle, wusste Jacob, denn dort heißt es unter anderem: „Zu Rochlitz in dem Wald, wo unser Knüppel schallt …“

Angespornt von den Künsten der Bildhauer suchten die Dritt- und Viertklässler in den angefallenen Steinresten nach Figuren. Friederike Apitz hatte dabei ein großes Herz entdeckt, Lysanne Jochim ein kleineres und Leon Burkhardt präsentierte stolz einen Stein, der einem Zahn sehr ähnlich sah. Im Handumdrehen saßen die Kinder plötzlich am Boden und versuchten mit einem Faustkeil wie bei den alten Germanen mit viel Eifer aus Steinen Figuren herauszuschlagen. Bildhauer möchte Ruth Christ trotzdem nicht werden: „Das ist mir viel zu laut“.

Von Reinhard Rädler

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