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Taucha Besucher testen ihre Treffsicherheit
Region Taucha Besucher testen ihre Treffsicherheit
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22:00 14.08.2011
Der Tauchaer Bernd Wanig fühlte sich mit Pfeil und Bogen in der Hand schnell wieder in Kindheitstage zurückversetzt und landete einige Treffer. Quelle: Anne Schulze
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Taucha

Eine Ebene höher bietet sich den Besuchern zum Tag der offenen Tür der Tauchaer Bürgerschützengesellschaft eine ganz andere Kulisse.

Auf einer grünen Wiese spielen gestandene Männer Robin Hood und schießen mit einem 165 Zentimeter großen Bogen Pfeile in Richtung Zielscheibe. Bernd Wanig spürt schon nach wenigen Schüssen ein Zittern im Arm, denn das Zuggewicht des Bogens beträgt ganze elf Kilo. Das Spannen der Sehne wird somit zum Kraftakt und ist gar nicht so leicht, wie es beim König der Diebe in Filmen immer aussieht. Der 51-jährige Tauchaer begeisterte sich zuerst nur für das Gelände um die Schießanlage des Schützenvereines. Einmal Pfeil und Bogen in der Hand, weckt ihn aber schnell der Ehrgeiz. „Fürs Gewehrschießen bin ich nicht zu haben, aber Pfeil und Bogen lassen Kindheitserinnerungen aufleben“, schmunzelt Wanig.

Auch viele Frauen der Vereinsschützen halten nicht viel von der Schießerei. Mit dem Bau der zwei 50 Meter langen Bogensportbahnen wollten die Schützen eine Alternative zum Schießen mit Feuerwaffen schaffen. Vereinsmitglied Paul Herolz, der die 1000 Euro teure Anlage sponserte, sieht im Bogenschießen eine meditative Art zum Entspannen nach einem stressigen Arbeitstag. „Vor allem aber kann ich draußen sein“, erklärt der 56-jährige kaufmännische Leiter die Vorteile dieser Sportart gegenüber dem Schießen mit Gewehren im Schießtunnel.

Ein paar Meter unter den Bogenschützen liegt eine zierliche Frau bäuchlings auf einer Liege. In der Hand hält sie ein Kleinkaliber-Gewehr. Für Ramona Brandolini ist es der erste Versuch auf dieser 100 Meter langen Schießanlage ins Schwarze zu treffen. „Zusammen mit meinem Mann war ich schon immer mal in einem Schießkeller, aber diese Entfernung braucht schon viel Konzentration“, so die 52-jährige Büroangestellte, die kurz darauf drei Treffer ins Schwarze landet.

Für die Mama des 13-jährigen Tom Richter ist die laute Ballerei nichts. „Aber immerhin hatte sie mehr Treffer als ich“, lacht Tom, der heute schon zum zweiten Mal auf der Schießanlage liegt. Nachdem sich die wenigen Besucher alle am Gewehr versuchen konnten, tönen einmal ganz andere Klänge aus dem Keller, bei denen wahrlich keine Ohrenschützer mehr vonnöten sind: Die 16 Sänger des Männerchorvereines Taucha entdeckten die einmalige Akustik schon mit der Einweihung der Anlage im Jahr 2005. Seitdem sind sie bei den Festakten des Schützenvereins nicht mehr wegzudenken und trällern inmitten der 100 Meter langen Schussbahn ihre Lieder.

Für den kürzlich gekürten Schützenkönig Günther Melzig ist es ein gelungener Abschluss der Veranstaltung. Am Vormittag besiegte er im Freundschaftsschießen seine Vereinskollegen, die Mannschaften der Feuerwehren aus Taucha und Merkwitz sowie Polizisten und Politiker. Geschossen wurde mit der Kleinkaliberbüchse auf 50 Meter Entfernung zu je fünf Schuss. Im Mannschaftsergebnis landete die immer treffsicher werdende Merkwitzer Feuerwehr vor den Politikern auf Platz zwei. Der Wanderpokal blieb das fünfte Jahr in Folge an Ort und Stelle – im Vereinshaus der Bürgerschützen.

Anne Schulze

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