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Taucha Besucherrekord beim Tauchschen: Zehntausende feiern beim Tauchaer Stadtfest
Region Taucha Besucherrekord beim Tauchschen: Zehntausende feiern beim Tauchaer Stadtfest
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07:00 27.08.2012
Hoch auf dem weißen Wagen machten die Jungs von Schlagerderby gestern beim Festumzug durch Tauchas Altstadt Stimmung. Drei tolle Tage lang wurde in Taucha gefeiert, rund 30 000 Gäste kamen auf die Festwiese, den Marktplatz oder zum Umzug. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

uth. Auch Heimatvereinschef Steffen Pilz konnte sich nicht an ähnlich viel Publikum während des Tauchschen erinnern. Hochmuth: „25.000  bis 30.000 Gäste werden es bestimmt gewesen sein.“

Genau 87 Bilder und Gruppen umfasste gestern Nachmittag als Höhepunkt der Festumzug, der sich vor tausenden Besucher durch die Altstadt schob. Da wurde auf dem Wagen gerockt wie bei der Band Schlagerderby, bis zum Spagat gesportelt, mit dem Fußball oder schweren Motorrädern gespielt, das Kino teilte Popcorn aus, Freibier gab‘s zum Selberzapfen.

Der Anglerverband Taucha gewann den Preis für die originellste Darstellung: Die Petrijünger hatten an ihren Ruten Bonbons verteilt. Der Parthebadverein holte im rollenden Partyzelt Platz zwei, die Icefighter übten schon mal Fangesänge, kamen auf Platz drei.

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Dabei hatte sich Bürgermeister Holger Schirmbeck zur Eröffnung beim Fassanstich am Freitagabend schwer getan, benötigte gar mehr als die juxhaft angekündigten 25 Schläge. Auch beim Topact Karussell auf der Festwiese wollte am Eröffnungstag der Funke nicht so recht überspringen, fehlten die alten Hits zum Mitsingen im Programm. Auf dem Marktplatz war dafür bis in die Nacht die Stimmung bestens. Dort gefiel den Besuchern auch die neue Aufteilung ohne Festzelt, dafür mit Bühne, Tischen und Bänken davor, Speis‘ und Trank drumherum. Auch Samstagnacht war dort die Stimmung bestens – den Road Brothers sei Dank, die mit humorvoller und gut gemachter Country- und Bluegrass-Musik schnell die Linedancer für sich begeistern.

P70, Ostrock-Coverband aus Leipzig, hatte es dagegen erst etwas schwer zur selben Zeit auf der Festwiese. „Du hast den Farbfilm vergessen“, „Apfeltraum“ und andere Hits von damals kamen an, aber bis Sänger Frank Metz-Tonelli das Publikum für sich gewinnen konnte, brauchte es Zeit – und weitere Hits. Nicht so bei Remmi & Demmi. Die Musik-Klamauker sangen Schlager-Medleys, hatten den „Wahnsinn“, fuhren nach „Moskau“, holten „Anita“ ab und juxten wie gern mal unter der Gürtellinie. Laut, schrill, schräg – das kam an.

Neben den großen (teuren) Programmpunkten lebte der Tauchscher aber vor allem von den kleinen Ereignissen: Wie der Spielstraße, wo etwa Angelina (5) und Ruth (4) beim „Kellner-Casting“ vorm Café Esprit total süß bei der Sache waren; von Florian (9 und Paula (6), die beim AV Parthe schon mal Angeln übten, von Tom Richter, der beim Pflaumenkernweitspucken 8,30 Meter schaffte und trotzdem noch geschlagen wurde – Pflaumenkönig wurde Jörg Glatzel (35) mit sagenhaften 8,90 Meter sowie der elfjährige Tizian Joseph mit 4,08 Meter.

Hingucker waren Selima und die Gruppe Nuray, die auf der Festwiese in tollen Kostümen orientalischen Bauchtanz aufführten und dabei so einiges zu zeigen hatten. Heimlicher Höhepunkt waren aber Harry Künzel und der Singekreis Hohenheida, die beim Kaffeekränzchen ein eigenes Lied zum Fest aufführten: „Der Tauchscher ist bereit, das ist eine schöne Zeit“, ging das Stück zur Melodie von „Down by the Riverside“. Ganz gebannt saßen die Zuhörer, hörten dem swingenden 80-Jährigen zu. Sylvia Rieger war eigens aus Borna zum Fest angereist, kannte den Tauchschen nur dem Namen nach: „Ich hätte nicht gedacht, dass das Program so vielseitig ist.“

Festsplitter

Stillstand

: Freitagnacht gegen 23 Uhr riss der Kühlschlauch des 750-kW-Strom-Aggregats nahe der Festwiese, der Motor lief heiß, fuhr sich fest. Das Riesenrad und die anderen Fahrgeschäfte blieben stehen, nicht aber die Kühlung der Bierwagen. „Die hatten einen anderen Stromkreis“, so Organisator Bernd Hochmuth. Noch in der Nacht sei der defekte Generator getauscht worden.

Pause

: In den Vorjahren war Bärbel Kleine von der Pension in der Eilenburger Straße immer beim Festzumzug dabei. „Diesmal nicht“, sagte sie, strahlte aber trotzdem. Sohn Christian war vor Kurzem nach drei Jahren, drei Monaten und drei Tagen von der Wanderschaft um die halbe Welt zurückgekehrt.

Schluckhilfe

: Bei Edeltraut Bräutigam vom Heimatverein gab‘s wieder den „Blauen Mönch“, ein 40-prozentiges Zwetschgenwässerchen. „Läuft wie geschnitten Brot“, meinte sie. Das gab‘s nebenan auch, als Fettbemme – und beide ergänzten sich.

Luftig

: Jörg Dominik nahm mit seiner Mateco-Arbeitsbühne Gäste mit in die Luft über dem Markt. „33 Meter hoch geht‘s hinauf“, sagte er. Pause machen musste er nur bei Harry Künzels Swing-Kaffeekränzchen. Der hatte sich über das Motorgeräusch von nebenan beschwert.

Begehrt

: Beim Heimatverein gab‘s neben Luftbildern von Joachim Görlich auch die neue Chronik von Detlef Porzig. In den Tagen seit dem Erscheinen am Donnerstag seien inclusive Vorbestellungen schon rund 200 Bücher weg, freute er sich.

Jörg ter Vehn

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