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Taucha Beton und Schlamm: Portitzer Straße wieder vereint und doch getrennt
Region Taucha Beton und Schlamm: Portitzer Straße wieder vereint und doch getrennt
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12:01 16.11.2018
Blick in die Portitzer Straße Richtung B 87: Der Durchbruch ist geschafft, eine Lücke in der Spundwand (hinten links) gibt den Blick auf die andere Seite frei. Quelle: Fotos: Olaf Barth
Taucha

Noch verstellen die Eisenteile einer Spundwand den Blick durch den Trogbau in der Portizer Straße. Nur zwei fehlende Teile als Durchgang für die Bauarbeiter verraten, dass der Durchbruch geschafft ist. Nun wird im zweiten Bauabschnitt auf der Kaufland-Seite der Untergrund für die künftige Straße vorbereitet. „Vor gut zwei Wochen erfolgte der Durchstich. Ein Bohrer war nicht im Einsatz, wir bauen ja keinen Tunnel, sondern nur einen Trog als Unterführung. Schichtweise wurde die Erde ausgehoben. Bis Ende Januar trennt die Spundwand aber noch die beiden Bauabschnitte“, erklärt Thomas Schwarz. Der 44-Jährige von der DB Netz AG ist der zuständige Leiter für das Großprojekt in Taucha.

Auf der Seite zur Bahnhofstraße hin sind bereits die 6,50 Meter breite Straße sowie die beiden jeweils 2,80 Meter breiten Fuß-/Radwege zu erkennen. Der Betonuntergrund ist fertig. Es fehlen für die Straße jetzt noch eine Schotter- und die verschiedenen Asphaltschichten. Eine Edelstrahldrainage und leistungsstarke Pumpen sorgen für die Entwässerung des Troges. Normale Starkregen packen sie, schüttet es wie einmal in 100 Jahren, steht auch anderswo in Taucha das Wasser und der Trog dient als Sicherheitsstaustufe.

Anker sichern Betonunterbau

Schlammig sieht es noch auf der Kaufland-Seite der Unterführung aus. Hier werden Bohrungen für Anker vorangetrieben, die den künftigen Betonunterbau sichern, damit er nicht aufschwemmt. Dieser zweite Bauabschnitt steht noch recht am Anfang. „Aufgrund der erschütterungsempfindlichen Gebäude wie Einkaufsmarkt, Stellwerk und Wohnhäuser mussten wir teils Betonwände gießen, statt Spundwände einzuschlagen“, erklärt Schwarz. Das Ende vom Lied: „Statt Anfang April können wir die Unterführung frühestens Ende September 2019 freigeben.“ Damit bleibe dann aber auch der Übergang im Gerichtsweg länger offen. Geschlossen werden muss er allerdings temporär vom 7. Dezember 19 Uhr bis 13. Dezember 9 Uhr, damit dort das Gleis 2 verlegt werden kann.

Unterführung auch am Bahnhof

Gut 50 Mitarbeiter der Baufirmen Arlt und Eifage sind täglich im Tief- und Gleisbau für das Großprojekt im Einsatz, oft auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen, dann mit Ausnahmegenehmigung. Neben dem Bau des Troges wird ja auch noch an der Weststraße die Station neu errichtet und eine barrierefreie Fußgänger-Unterführung vom Bus-/Eisenbahnhaltepunkt zu den Gleisen 2 und 3 sowie in die Schillerstraße gebaut. Auch hier ist der Durchbruch schon geschafft. Die Treppen sind eingebaut, die Wege für Fußgänger und Radfahrer sowie Rampen für Rollstuhlfahrer werden Schicht für Schicht fertiggestellt. Auch der Schacht für den künftigen Aufzug zu den Gleisen steht bereits im Rohbau.

Während Regionalzüge und S-Bahnen am neuen, 155 Meter langen Bahnsteig 1 ein- und ausrollen, fahren nebenan in den Trassen für die Gleise 2 und 3 noch die Bagger. „Das Gleis 2 soll Ende April 2019 in Betrieb gehen. Danach wird Gleis 3 gebaut, das als Wendegleis für S-Bahnen dient, die in Taucha enden und jetzt noch in Eilenburg wenden“, erklärt Schwarz. Zuvor werde das historische Handkurbel-Schrankenhäuschen abgerissen, ein Schicksal, das auch dem Stellwerk in der Portitzer Straße bevorsteht. Die Kosten für das Gesamt-Projekt sollen laut Schwarz trotz der Verzögerungen die geplanten 45 Millionen Euro nicht übersteigen.

Neues Zuhause für Zauneidechsen

Gebaut wird auch Richtung Leipzig am Lösegraben, der etwas umverlegt und unter den Gleisen durch einen neuen Kastendurchlass geleitet wird. Die Inbetriebnahme des neuen Durchlasses soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Eine weitere, ebenfalls zum Projekt gehörende Baustelle ist aktuell auch der Weg vom Gerichtsweg vorbei am Pumpenwerk zum Busbahnhof. Dieser Fußweg wird auf 2,50 Meter verbreitert und neu befestigt. Dort in der Nähe befindet sich auch ein eingezäuntes Habitat für Zauneidechsen. Fünf dieser Tiere waren vor Beginn der Arbeiten aus dem alten Schotterbett gerettet und voriges Jahr umgesetzt worden. Auch das gehört zu diesem Großprojekt. Auf der anderen Seite steht neben dem noch viel befahrenen Gerichtsweg bereits ein an eine Fertigteil-Garage erinnerndes Gebäude. Schwarz: „Das ist das neue Elektronische Stellwerk.“ Ende März soll es in Betrieb genommen werden.

Von Olaf Barth

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