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Taucha Bewohner hoffen auf neues mobiles Warenangebot
Region Taucha Bewohner hoffen auf neues mobiles Warenangebot
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10:00 05.11.2011
Nur der Bäckerwagen rollt noch jeden Sonnabend ins Graßdorfer Wäldchen. Quelle: Alexander Bley
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Taucha

Das erfreut vor allem die älteren Anwohner. Bis vor kurzem gesellte sich ein fahrbarer Fleischerlädchen dazu. Weil das Geschäft nicht mehr rentabel ist, bleibt dieser aus und hinterlässt eine Lücke, die die Bewohner schnell wieder geschlossen sehen möchten.

Es ist ruhig im Graßdorfer Wäldchen, der Wohnsiedlung, die zu Beginn der 90er Jahre entstand. Zu Fuß nicht allzuweit in die Innenstadt, auch nicht bis zum nächsten Einkaufsmarkt. Dabei wird aber eine nicht gerade kleine und immer mehr an Bedeutung gewinnende Bevölkerungsgruppe vergessen – die ältere Generation. „Ich bin 73, für mich ist es zu Fuß zu weit“, sagt Ruth Kunze, die 800 Meter vom Kaufland entfernt wohnt, „einen Kasten Wasser bis hierher zu tragen ist unmöglich.“

Die ältere Generation im Graßdorfer Wäldchen fühlt sich vergessen. „Anfänglich, 1994, hat uns der Bauträger versprochen, dass eine Einkaufsmöglichkeit im Viertel eröffnet wird“, erinnert sich Kunze und bemerkt dabei einen Fakt, der mittlerweile Usus scheint. Supermärkte konzentrieren sich an vielbefahrenen Tangenten, oft auch in Sichtweite zueinander.

Was schon die Bewohner der Tauchaer Wohnsiedlung bemängeln, wird beim Blick auf die ländlichen Regionen noch offensichtlicher. Einkaufsmöglichkeiten auf dem Land sind rar, einstige Konsumstätten verwaist. Wer in hohem Alter auf dem Land wohnt, muss in Kauf nehmen, die Distanz zu den Waren des täglichen Bedarfs per Auto oder per Bus zu überwinden. „Richtung Seegeritz, Merkwitz und Pönitz gibt es keine Versorger“, bemerkt auch Irmtraud Schulze beim Blick über den Tellerrand des Graßdorfer Wäldchens.

Umso erfreuter sind Rentner, wenn die mobilen Läden zu festen Zeiten, an festen Tagen in der Woche Station im Dorf machen. So ist es auch für das Gros der Bewohner des Graßdorfer Wäldchen. „Sie sind sehr dankbar, das jemand da ist“, sagt Backwaren-Verkäuferin Schwarzer.

Gut frequentiert ist das betagte Wägelchen, vor allem zwischen sieben und acht Uhr. Und vor allem sind es nicht nur die Rentner, die sich die Brötchen für den Wochenend-Frühstückstisch am Wagen von Bäcker Rainer Berthold sichern, es sind überwiegend Leute im mittleren Alter. Nur gibt es da einen kleinen, aber feinen Unterschied: Während diese Leute nicht zwingend auf den Einkaufsservice angewiesen sind, sich notfalls schnell ins Auto setzen, sind viele ältere Bewohner der Siedlung vom mobilen Angebot abhängig.

Daher bedauert Schulze, dass der fahrende Wurstverkäufer nicht länger Taucha bedient. Betriebswirtschaftlich sei das Ganze nicht rentabel, wurde den Bewohnern vom Verkäufer beim letzten Besuch gesagt und vom Chef Udo Höhne der Landfleischerei Zwochau bestätigt. Ein Zusatzgeschäft, bedingt durch die große Distanz zwischen den Orten Radefeld und Taucha, da die Abnahme nicht reiche, um die Kosten zu decken.

Nun hoffen die Bewohner des Graßdorfer Wäldchens, dass wie einst in den 90er Jahren ein Aufruf hilft, um die Versorgungslücke zu schließen. Bestenfalls mit einer festen Einkaufsmöglichkeit, die nicht allzu groß sein müsste, so wie es den Bewohnern einst versprochen wurde.

Alexander Bley

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