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„Bind’ die Fesseln los“

„Bind’ die Fesseln los“

Während die 25 Damen bei Kuchen und Kaffee noch munter schnatterten, standen bei Arnold Sprosse schon die Schweißperlen auf der Stirn. Soeben hatte der 65-Jährige große, handschriftlich gefüllte Studierbücher aus seiner Tasche gepackt und zwei Gitarren bereit gestellt.

Taucha. Denn am Montagnachmittag drehte es sich im Taucher Seniorenclub, An der Parthe, alles um diesen einen Mann. Genauer gesagt, um die Schaffenskraft des Radefelders. Denn in einem gut 90 Minuten währenden Programm zitierte Sprosse ausschließlich eigene Gedichte. Das ganze lockerte der Herr mit bekannten, aber auch Volksliedern aus der eigenen Feder auf.

Nun war der Schweiß nicht nur der Aufregung geschuldet sondern auch den sonnig-warmen Temperaturen vor der Tür, die der Radefelder von draußen in die Begegnungsstätte der Volkssolidarität mit herein brachte. "Hier ist es angenehm", kam es aus dem Hintergrund. Die 25 Damen hatten ihr Kaffeekränzchen beendet und rückten nun ihre Stühle von der Tafel zum ovalen Sitzoval im benachbarten, viel großflächigerem Raum. Dort hatte es sich Sprosse schon gemütlich gemacht, stimmte, nachdem das Tuscheln verhallte, zum Mitsingen an. Die Frauen stimmten im Refrain ein.

"Bind’ die Fesseln los", nannte Sprosse das Programm für diesen Nachmittag. Dabei rezitierte er aus seinem 2007 erschienenen Gedichtband. Zur Lyrik gesellte sich Prosa in Form einer Kurzgeschichte. "In jener werden sich viele wiedererkennen. Darin wird die ländliche Idylle beschrieben, die es heute nicht mehr gibt", schilderte der Radefelder, der mittlerweile 750 Gedichte zu Papier gebracht hat. Aufgelockert wurde das Ganze mit den Zeilen, die er zur Gitarre sang, natürlich auch mit charmanten Sprüchen an die Damen.

"Seine Gedichte wecken Erinnerungen", freute sich Helga Reiche über die Abwechslung. Trotz der anstrengenden Hitze interessierte sich auch Helga Reiche für die Schaffenskraft des Lyrikers. "Ich bin ebenso ein Hobbylyriker", sagte die Tauchaerin, die im Tirol-Urlaub ein Gedicht verfasst hatte. Ansonsten zieht es die Rentnerin bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius ins Wasser. Aber nicht im Parthe-Bad, sondern bei ihrer Tochter Martina in Zschortau geht sie in den Pool.

Karl Christianson

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