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Bleiben Pläne für Mega-Festival ein Luftschloss?

Bleiben Pläne für Mega-Festival ein Luftschloss?

Der Plan, "Europas größtes Musikfestival" im Juli nächsten Jahres am Tauchaer Schwarzen Berg abzuhalten, könnte zu einem Luftschloss für den Veranstalter werden.

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Hierhin soll im kommenden Juli ein Techno- und House-Festival etwa 100 000 Besucher locken. Das Sommerlove City genannte Event wird als Europas größtes Musik-Event angekündigt. Aber Tauchas Bürgermeister sieht hier für eine derart große Veranstaltung keine Möglichkeit.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Jenes geplante Großereignis soll 100 000 Besucher an den Parthestadtrand locken. Tauchas Bürgermeister sieht dafür allerdings keine Möglichkeit.

"Das 60-Hektar-Gelände und die Nähe zu Leipzig sind für das Festival ideal", meinte Ellen Gilhaus-Lücke. Mit der Firma Gilhaus-Eventmarketing mit Sitz in Münster übernimmt sie die Pressearbeit für den Veranstalter Live-Entertainment mit Denny Renz und Christian Weiß. "Das Festival soll keine Eintagsfliege werden sondern als fester Bestandteil der Kulturkalender jährlich stattfinden. Seit über einem Jahr gibt es die Idee dafür", sagte Gilhaus gestern. Vorverträge gebe es bereits. Mit der Stadt Taucha, mit der Security und den Beteiligten soll es Ende Oktober ein Gespräch geben. "Der Termin ist mit der Stadt ausgemacht", sagte Gilhaus. Dabei werde die Straßensituation genauso erörtert werden, wie die der Parkplätze oder des Bahnhofsareals, meinte sie.

"Für eine Veranstaltung in der Größenordnung sehe ich keine Möglichkeit", sagte indes Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD). Bisher habe es keine Absprachen gegeben. Am Montag habe es einen Anruf der Veranstalter gegeben, die um einen Gesprächstermin gebeten haben. "Zugegebener Maßen gab es zwei Wochen zuvor einen Antrag für eine Veranstaltung beim Ordnungsamt", sagte er. Dabei sei aber von anderen Besucherzahlen die Rede gewesen. "Wenn es jetzt schon Vorverträge gibt, dann ist das der falsche Weg. Bei solchen Planungen muss der erste Weg zur Kommune führen", sagte Schirmbeck.

"Das ist für Taucha einfach eine Nummer zu groß", meinte der dortige Stadtrat und Pressesprecher des Kunst- und Kulturvereins (KuKuTa), Tobias Meier, der von dem Vorhaben erst aus der LVZ erfahren hatte. "Bevor so ein Vertrag überhaupt unterschrieben wird, müssten erst einmal alle logistischen Probleme geklärt sein. Wie sollen die Besucher auf der einzigen Straße, der B 87, überhaupt zum Schwarzen Berg hin- oder wieder wegkommen", fragte er. "Sollte die Veranstaltung tatsächlich stattfinden, wir als KuKuTa wären nicht futterneidisch, denn unser Metier sind die kleineren Formate", setzte er hinzu.

An bereits existente Verträge müsse sich Uwe Tessmann, Vereinsvorsitzender des Fliegerclubs Leipzig-Taucha, halten. "Dazu möchte ich keine Aussagen treffen", sagte er deshalb zum geplanten Event befragt. Der Verein sei Platzhalter, meint Ronny Schäfer vom Aero Club Leipzig-Taucha. "Wir zahlen hier nur Miete", sagte er. "Für die Vereine würde die Veranstaltung natürlich eine zusätzliche Einnahmequelle bedeuten. Für die Region sehe ich in dem Event eine Chance der Aufwertung", meinte der Tauchaer. "Klar bedeutet das Event drei Tage Ausnahmezustand", gibt Schäfer zu. Der Veranstalter aber habe Erfahrungen mit großen Veranstaltungen.

"Zum Gelände gibt es eine relativ nahe Wohnbebauung", sagte Tauchas Bürgermeister. Auch gebe es ein geschütztes Biotop. "Wie soll das funktionieren?", fragte er deshalb. Die Stadt ist Eigentümer bestimmter Grundstücke, andere seien von privat gepachtet und an den Fliegerclub weiterverpachtet. Eine Weitervermietung ist für Fremdnutzung eigentlich ausgeschlossen, meinte Schirmbeck. Eine Planung an der Stadt vorbei halte er für ausgeschlossen. Auch bei guten Vorschlägen der Veranstalter, die beim Gespräch Ende Oktober eventuell kommen, sieht Schirmbeck keine Möglichkeit, ein derartiges Festival durchzuführen.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.10.2013

Reinhard Rädler, Roland Heinric

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