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Blumenklau frisch vom Grab

Blumenklau frisch vom Grab

„Da wird überhaupt keine Rücksicht genommen. Diese Leute wissen nicht, was sie den Angehörigen antun.“ Henry Dölling kennt das Thema Blumenklau auf dem Friedhof seit Jahren, beruhigt hat er sich deswegen noch lange nicht.

Taucha. „Wir beobachten immer wieder, dass sich die Täter gerade frische Grabstellen aussuchen. Das geht den Angehörigen schon sehr nah.“

Entwendet werde außer Kränzen so ziemlich alles, erzählt Dölling: „Blumensträuße in allen Größen und Preislagen, bepflanzte Schalen und insgesamt alle möglichen frisch gepflanzten Blumen“, erzählt er. Selbst Rosensträucher seien schon ausgegraben worden. „Besonders gefährdet sind natürlich diejenigen, die zuerst im Jahr etwas einpflanzen“, hat er mitbekommen.

Fünf bis sechs Mal pro Woche kämen Betroffene zu ihm, um ihr Leid ob der dreisten Diebe zu klagen. „Wir können den Angehörigen dann nur raten, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten.“ Im Revier Eilenburg mehren sich schon die Anzeigen, aber die Polizisten könnten doch nicht die Blumen bewachen, heißt es von dort. „Wir werden den Friedhof im Rahmen unserer Streifentätigkeit miteinbeziehen“, sagt der Eilenburger Kripo-Chef Klaus-Dieter Kabelitz. „Aber die Blumen können für uns nicht der Schwerpunkt sein“, bittet er um Verständnis.

Er rät allen Friedhofsbesitzer, aufmerksam über das Gelände zu gehen und Auffälliges den Beamten im Revier in Taucha mitzuteilen. Darunter fielen natürlich auch Leute, die mit Blumen vom Friedhof kommen oder mit großen Taschen.

Dass die Blumen kommerziell verwertet werden, glaubt auch Dölling. So habe ihm im Winter eine ältere Dame davon berichtet, ein Dutzend Pflanzvasen neben der Grabstelle gefunden zu haben, die sie pflegt. Sogar ein Handabdruck sei im Schnee noch zu sehen gewesen, wo sich ein Mann gebückt habe. „Da hat offensichtlich jemand die Blumen eingesammelt und dort verpackt“, mutmaßt Dölling.

Taucha sei aber kein Einzelfall beim Blumendiebstahl. „Von meinen Kollegen auf anderen Friedhöfen erfahre ich Ähnliches“, sagt Dölling. Kabelitz kann das zumindest für seinen Raum nicht bestätigen. Allerdings tauchten im Revier der Parthestadt erst Betroffene auf, nachdem Dölling im Amtsblatt aufgefordert hatte, die Fälle anzuzeigen. Letzte Hilfe könne nun eventuell eine Videoüberwachung sein, glaubt Dölling. Aber Friedhof und Kameras, davor scheut er sich noch.

Jörg ter Vehn

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