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Taucha Boxer-Körung in Taucha: Atze besteht, aber viele fallen durch
Region Taucha Boxer-Körung in Taucha: Atze besteht, aber viele fallen durch
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00:00 18.04.2011
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Taucha

Es war das zweite Mal nach der Wende überhaupt, dass in den Neuen Ländern zu einer Boxer-Körung geladen wurde. Die Leipziger Gruppe des Boxer Klubs empfing auf ihrem Gelände neben der Keglerhalle in der Kriekauer Straße in Taucha dazu Gäste vornehmlich aus Mitteldeutschland, aber auch Berlin. Ein Züchter kam gar aus der Nähe von Enschede in den Niederlanden, um sein Tier nach den Deutschen Standards prüfen zu lassen. Wodan Vavonabox aus Glanerbrug bestand – als einer von nur dreien.

Das Prozedere ist genau vorgeschrieben und streng. Schon um zur Körung zugelassen zu werden, benötige der Boxer den Nachweis der Vielseitigkeitsprüfung, erklärte Klubsprecherin Katrin Brandenburg. Dann werde das Tier genau vermessen, um zu sehen, ob es den Rassenstandards genügt. Schulterhöhe, Gebiss, Augenfarbe – alles müsse in gewissen Toleranzen bleiben.

Den strengen Augen von Körmeisterin Inge Gerwin entging zum Beispiel nicht, dass „Hero vom Asseblick“ aus Egeln stark unterschiedlich große Hoden hatte – Raunen beim Publikum, das vor allem aus kundigen Boxer-Besitzern bestand. Hero fiel damit ganz unheldenhaft schon beim ersten Teil der Prüfung durch.

Der Inventur des Tieres folgte der praktische Test. Bei dem war vor allem Helfer Martin Päplow in seinem schwarz-orange gemusterten Overall gefordert. „Der Hund soll den Täter finden und ihn stellen, ohne ihn gleich anzugreifen“, erklärte Brandenburg. Bei den nächsten Runden musste er auf der Flucht gefasst werden, sollte der Hund trotz Gegenwehr vom Täter an seinem Ärmel festhalten. Päplow, selbst knapp 90 Kilo schwer und durchtrainiert, kam angesichst eines halben Dutzends Boxer, die nach und nach an seinem gut geschützten Ärmel hingen, mächtig ins Schwitzen dabei – wie auch die Hunde.

Die Tests dienten dazu, das Wesen des Tieres kennen zu lernen, so Brandenburg. Der schlimmste Fall sei, wenn der Hund den Schwanz einkneife und Angst zeige. Da die Tests aber bekannt seien, würde kein Züchter so ein Tier zur Körung anmelden. Am Ende dieser Reihe mussten die Tiere auch ihre Schussfestigkeit beweisen. So knallten Schüsse über den Platz. „Der Hund darf hinschauen, soll aber nicht reagieren“, erklärte Brandenburg die Regeln.

Bernd Swifka aus Wandlitz kam mit Atze vom Felsenwehr durch alle Tests. Selbstbewusst und drangvoll habe Atze den Täter gestellt, erklärte Körmeisterin Gerwin. Der gut zweijährige Rüde ist ein einziges Muskelpaket, soll nun auch bei den Deutschen Meisterschaften antreten. „Aber es wird wohl mein letzter Hund sein“, sagte Swifka. Er ist 70, hat schon 30 Jahre lang Tiere ausgebildet. 

Jörg ter Vehn

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