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Taucha Bündnis fordert alternative Trasse
Region Taucha Bündnis fordert alternative Trasse
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12:00 20.08.2011
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Taucha

Die LVZ sprach dazu mit Dirk Werner, Sprecher des Aktionsbündnis.

Frage: Sie führen ein Aktionsbündnis an, das sich für einen anderen Verlauf der B 87 einsetzt. Wer steckt hinter dem Bündnis?

Dirk Werner: Das Aktionsbündnis hat sich formiert als eine Vereinigung von Bürgerinitiativen, Unternehmern und Kirchgemeinden der gesamten Region von Borsdorf über Taucha bis nach Jesewitz.

Wie schaffen es so viele Interessen unter einen Hut zu bringen?

Wir haben uns zusammen geschlossen, weil wir sonst keine Chance haben, gehört werden. Außerdem sind wir grundsätzlich ähnlicher Meinung: Die bereits gelaufenen Planungs- und Verwaltungsverfahren sind politisch motiviert. Eine ganze Region muss endlich gehört werden, die nicht nur positiv von der B 87 n betroffen sein wird. Daher fordern wir, die Sinnhaftigkeit und die Trassenführung neu zu bewerten. Daher wenden wir uns als Aktionsbündnis an die Verantwortlichen im Bundesverkehrsministerium und im Sächsischen Wirtschaftsministerium, um die Interessen der Bürgerschaft wirksam zu vertreten.

Sie setzen sich für eine andere Streckenführung der geplanten B 87 ein. Wie soll diese aussehen?

Wir sind generell der Meinung, dass man über aufgrund der demografischen Entwicklung in der Region Torgau noch einmal über einen autobahnähnlichen Charakter der B 87 n nachdenken muss. Wir sind für den Ausbau vorhandener Trassen mit dringend notwendigen Ortsumfahrungen. Wir sind gegen den Bau auf der grünen Wiese. Die Träger öffentlicher Belange wurden im Vorfeld der laufenden Verfahren angefragt, Bürger haben sich geäußert und auch ortsansässige Unternehmer. Wir haben den Eindruck, dass veröffentlichte Planungen falsch bzw. fehlerhaft durchgeführt wurden, die Grundlage dieser Verfahren sind. Die verschiedenen Interessensvertreter des Aktionsbündnisses haben Konsens darüber erzielt, dass bei noch zu prüfender genereller Notwendigkeit der B 87 n eine Streckenführung zwischen Leipzig und Eilenburg nur über B 2/S 4 erfolgen kann.

Wie ist ihre Strategie?

Wir setzen auf Konsens in der Region, gesunden Menschenverstand, politisches Interesse der betroffenen Bürger sowie in letzter Instanz auch auf das Vertrauen auf die Unabhängigkeit der deutschen Gerichte.

Sie wollen auch klagen?

Wenn es nicht anders geht, ja.

Rechnen sie sich dabei Chancen aus?

Ja, natürlich. Es sprechen viele Argumente gegen die jetzigen Planungen.

Wie stehen die Chancen, dass ihr Plan aufgeht und sie merklich Einfluss nehmen können?

„Stuttgart 21“ hat gezeigt, dass der engagierte Bürger sein Mitbestimmungsrecht auch einfordern muss. Und in der heutigen Zeit ist mehr und mehr die Verantwortung für unsere Kinder gefragt. Die Region um Taucha hat ein vitales Interesse an einer vernünftigen Lösung, die Region Torgau wird kein Interesse an einer jahrelangen Verschleppung der Verfahren haben. Nur ein breiter Konsens in der Region wird Aussicht auf Erfolg haben. Zahlreiche unserer Vorschläge und Einwände wurden bereits beim Regionalplan aufgegriffen. Das heißt, wir sind von Anfang an nicht nur einfach dagegen, sondern haben konkrete und allgemein anerkannte Alternativen eingebracht. Damit sind wir schon viel weiter als „Stuttgart 21“.

Benjamin Böhme

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