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Taucha "Burgvogt Herzogk" erklärt Mittelalter in Taucha
Region Taucha "Burgvogt Herzogk" erklärt Mittelalter in Taucha
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14:10 19.05.2015
Reinhard Geßner als Scharfrichter Gebhard demonstriert an einer Melone auf historischem Gelände, wie früher ein Verurteilter geköpf wurde. Quelle: Marita Syrbe

Da kam der einstige Schlossherr Wilhelm von Haugwitz nicht gut weg, der mit List die Messe von Leipzig nach Taucha holen wollte. Dabei verlor er nicht nur viel Geld. Er richtete auch großen Schaden an, entführte sogar den Bürgermeister von Leipzig. Für dessen Freiheit wollte jedoch keiner Geld ausgeben, so hatte er ihn wieder auf die Straße gesetzt. Taucha war eine reiche Ackerbürger-Stadt war, spielte aber in der Weltgeschichte keine Rolle. Doch in Kriegen wurde die Stadt oft geplündert.

Ein Rundgang führte durch Bergkeller, Weinkeller und Weinberg sowie in die "Kulturscheune". Auf dem Schlosshof kümmerten sich Bürgerfrauen und Mägde am offenen Feuer um das leibliche Wohl der Gäste. Wirtin "Karolina" animierte Mägde, Bürgerfrauen und Besucher zu einem Tänzchen, das jeder schnell in Kopf und Beinen hatte. Wem das zu viel Schwung war, konnte ruhig am offenen Feuer sitzen oder bei Petra Rehfeld Salzbonbons aus Bad Dürrenberg probieren. Dort ist sie im Verein Heimatbund organisiert.

Die Wirtin bat die Tauchaer Vereinsmitglieder, sich den Gästen in einer kleinen historischen Modenschau zu zeigen. So kamen die Bürgerfrauen Isabella im langen rot-schwarzen Gesellschaftskleid und Viktoria mit Spitze am Kleid und Barett auf dem Haupt. Magd Adelheit trug Wollrock, Schürze und Haube. Viele dieser Kleider hat Susanne Ullrich nach alten Vorlagen selbst genäht. Zwischen Winzer, Scharfrichter und armen Bauern hatte sich ein Wikinger Paar aus dem hohen Norden eingereiht, die Kleidung und Rüstung aus dem Jahr um 950 trugen. Auch sie waren willkommen, denn sie kamen in friedlicher Absicht. Wer im Mittelalter den Frieden gar zu sehr störte, der wurde enthauptet. Wie, das demonstrierte Scharfrichter Gebhard aus Leipzig. Diese Rolle hat Reinhard Geßner übernommen und mit einem gezielten Schlag demonstrativ eine Melone geteilt. "Ich hatte auch schon andere Angebote", sagt er schmunzelnd. In der Dunkelheit sprühten dann noch heftig die Funken, als das Team SMS Feuershow die Flammen lodern ließ.

Das Programm kam gut an. Ina und Torsten Renner aus Böhlitz-Ehrenberg: "Uns hat es gut gefallen, eine Mischung aus historischem Hintergrundwissen und Gaudi." Dieses Kompliment nahm Jürgen Ullrich gern entgegen: "Es war ein schöner Abend, auch wenn es ein paar mehr Gäste hätten sein können. Diesmal hat der Verein das Fest allein organisiert, auch das hat sich bewährt. Dass gerade heute Deutschland Fußball spielt, hatten wir bei der Festlegung des Termins nicht gewusst. Doch unsere Gäste haben sich gut unterhalten. Das freut uns."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.06.2014
Marita Syrbe

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