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Taucha CDU Nordsachsen schickt Gemkow, Merbitz und Kiesewetter ins Rennen
Region Taucha CDU Nordsachsen schickt Gemkow, Merbitz und Kiesewetter ins Rennen
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10:50 11.11.2018
Die CDU Nordsachsen schickt Bernd Merbitz, Jörg Kiesewetter und Sebastian Gemkow (v.l.) ins Rennen für die Landtagswahl 2019, hier mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Marian Wendt (r.). Quelle: Nico Fliegner
Bad Düben

Nordsachsens Christdemokraten haben Freitagabend im Heide Spa in Bad Düben die Kandidaten für die Landtagswahl am 1. September 2019 nominiert. Demnach werden Jörg Kiesewetter (38) aus Delitzsch, Sebastian Gemkow (40) aus Leipzig und Bernd Merbitz (62) aus Naunhof (Landkreis Leipzig) ins Rennen um ein Direktmandat gehen.

Wahlergebnisse

Wahlkreis 34 (Delitzsch, Krostitz, Löbnitz, Rackwitz, Schkeuditz, Schönwölkau, Wiedemar): Stimmenberechtigte: 67 Jörg Kiesewetter: 40 (59,7 %) René Kinnigkeit: 27 (40,4%)

Wahlkreis 35 (Bad Düben, Doberschütz, Dommitzsch, Eilenburg, Elsnig, Jesewitz, Laußig, Mockrehna, Taucha, Trossin, Zschepplin): Stimmenberechtigte: 51 Sebastian Gemkow: 37 (72,5 %) Thomas Hartmann: 14 (27,5 %)

Wahlkreis 36 (Arzberg, Beilrode, Belgern-Schildau, Cavertitz, Dahlen, Dreiheide, Liebschützberg, Mügeln, Naundorf, Oschatz, Torgau, Wermsdorf): Stimmenberechtigte: 58 Bernd Merbitz: 32 (55,2 %) Christiane Schenderlein: 26 (44,8 %)

Kiesewetter: AfD „großer Vereinfacher“

Dabei hatten die CDU-Mitglieder tatsächlich eine Wahl. Für jeden der drei Wahlkreise gab es zwei Kandidaten. Gegen den Landtagsabgeordneten Kiesewetter trat Bundeswehroffizier René Kinnigkeit aus Rackwitz an. Kiesewetter bezeichnete die AfD als „große Vereinfacher“. Er wolle sich für „mehr Debatten“ stark machen. Auf „glaubwürdiges, schnelles und gründliches Handeln“ käme es jetzt an.

Kinnigkeit: Würde monatlich 500 Euro spenden

Der 35 Jahre alte Kinnigkeit wiederum setzte auf das Thema Sicherheit. Kriminelle Ausländer müssten schnell abgeschoben werden, er wolle sich für mehr Polizei stark machen. Außerdem läge ihm eine moderne Kita- und Schulinfrastruktur am Herzen sowie das Ehrenamt. Sollte er in den Landtag kommen, würde er monatlich 500 Euro an Vereine spenden.

Gemkow: Strafverfolgungspraxis schärfen

Sachsens Justizminister Sebastian Gemko beantwortete zunächst die Frage, die sich insgeheim wohl viele stellten, aber niemand äußerte: Warum tritt ein Leipziger Polit-Promi für die Provinz Nordsachsen an? Seine Erklärung: In Zukunft werde der nordsächsische Raum noch mehr mit Leipzig „verwoben“ sein. In Nordsachsen wolle er sich für Infrastruktur und Schulen einsetzen. Gemko riss in seiner Rede auch die innere Sicherheit an. Er wolle „die Strafverfolgungspraxis im Land schärfen“ und Verfahren beschleunigen. Dafür gab’s Applaus von den CDU-Anhängern.

Hartmann: Kliniken in Bad Düben auf sicheren Füßen

Sein Mitbewerber Thomas Hartmann (51) aus Glaucha versuchte als „ein Nordsachse für Nordsachsen“ zu überzeugen. Der selbstständige Metallbauer berichtete, wie er sich für die Deichertüchtigungen in seiner Heimatgemeinde Zschepplin stark machte. Seine Ziele als Landtagsabgeordneter: Dommitzsch soll den Status Grundzentrum behalten, die Dübener Kliniken auf sicheren Füßen stehen und Taucha vom Verkehr entlastet werden.

Merbitz: CDU machte Fehler

Sechs Bewerber, drei haben es geschafft und ziehen in den Landtagswahlkampf für die CDU in Nordsachsen. Hier die Bilder von der Nominierungsveranstaltung der CDU am 9.11.2018 in Bad Düben.

Das letzte Duell lieferten sich Bernd Merbitz und Christiane Schenderlein (37) aus Taucha, die das Wahlkreisbüro von Sachsens Ex-Fraktionschef Frank Kupfer in Oschatz leitet. Merbitz, der von Ex-Landrat Czupalla unterstützt wurde, räumte ein, dass die CDU Fehler gemacht und Tausende Stellen bei der Polizei abgebaut habe. Schkeuditz müsse wieder ein Revier bekommen. Die B 87-Umgehung dauere ihm zu lange und für das Schloss in Wermsdorf müsse es eine Nutzung geben.

Schenderlein: Starke Ober- und Berufsschulen

Auch Schenderlein, die CDU-Kreischef Wendt gerne als Kandidatin gesehen hätte, will sich für die B 87 und B 169 einsetzen, ebenso für schnelles Internet und Bürokratieabbau. „Starke Ober- und Berufsschulen“ seien ihr wichtig, aber auch der ÖPNV, Radwege und eine intakte Natur. Sie wolle, dass Krankenhäuser in der Region eine Zukunft haben.

Wendt: Wollen alle drei Direktmandate holen

Über 170 Stimmenberechtigte waren bei der Nominierungsveranstaltung vor Ort, der CDU-Kreisverband zählt 483 Mitglieder. Die Teilnahme sei „ein Rekord“ gewesen, sagte Versammlungsleiter Stefan Quandt. Marian Wendt gab am Ende die Losung für 2019 aus: „Unser klares Ziel ist es, alle drei Direktmandate zu holen. Ich weiß, dass wird nicht einfach, aber als gute Christen sehen wir das Gute und blicken nach vorn.“

Pfarrer Ohle richtet deutliche Worte an CDU

Ein weiterer Christ, der Authausener Pfarrer Andreas Ohle, richtete zu Beginn der Wahlveranstaltung deutliche Worte an die CDU-Mitglieder: Der Otto-Normal-Bürger verstehe die Politik nicht mehr und von der CDU wünsche er sich mehr vom „C“ in ihrem Handeln. Die Partei müsse wieder Politik fürs Volk machen.

Kommentar

CDU setzt auf bekannte Köpfe

Von Nico Fliegner

Kiesewetter statt Kinnigkeit, Gemkow statt Hartmann und Merbitz statt Schenderlein: Nordsachsens Christdemokraten haben am Freitag entschieden, wen sie für die Landtagswahl im September 2019 ins Rennen schicken. Dabei setzen sie auf bekannte Gesichter wie den Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz und Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow. Die Parteifreunde aus den eigenen Reihen, die als Bewerber auftraten und dazu noch in Nordsachsen ihren Lebensmittelpunkt haben im Gegensatz zu Merbitz und Gemkow, unterlagen. Dieses Ergebnis spricht zunächst nicht gerade für den CDU-Kreisverband – und schon gar nicht für personelle Stärke in den eigenen Reihen. Verwunderlich ist die Kandidatenwahl aber nicht. Denn die CDU ist zurzeit eine getriebene Partei, die mit schlechten Umfragewerten und der AfD im Nacken zu kämpfen hat. Letztere könnte ihr 2019 sogar den Rang in Sachsen ablaufen. Das wäre fatal, und so kann die CDU hier im Kreis mit den bekannten Personalien möglicherweise am besten beim Wahlvolk punkten als mit jenen, die selbst bei CDU-Anhängern erst noch an Profil gewinnen müssen. Dabei haben die Newcomer beim Kreisparteitag durchaus sehr klar kommuniziert, wer sie sind und wofür sie stehen – und sie könnten Nordsachsen gut vertreten. Gereicht hat das trotzdem nicht, und das dürfte die christliche Eintracht im Kreisverband ein wenig trüben. Aber letztlich zählt, was am Ende rauskommt. Sollten alle drei Kandidaten das Direktmandat holen, sind die Leipziger Personalien Schnee von gestern.

Von Nico Fliegner

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