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Taucha "Café Sitz": Investoren wollen sich morgen zu Vorhaben äußern
Region Taucha "Café Sitz": Investoren wollen sich morgen zu Vorhaben äußern
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13:58 19.05.2015
Das erst unlängst angebrachte Bauschild ist beschmiert, Unbekannte befürchten Kahlschlag im Park. Quelle: Olaf Barth

Von den jetzigen Investoren ist noch nichts zu erfahren. Derzeit würden Gespräche laufen, am Dienstag könnte mehr gesagt werden, kündigte Birgit Bley an. Sie ist in Berlin die Geschäftsführerin der Professionellen Wohn- und Betreuungsgesellschaft mbH (PeWoBe), die für den Eigentümer der Tauchaer Fläche an der Umsetzung künftiger Pläne arbeitet.

Auf dem Schild ist zwar von einer Seniorenresidenz die Rede, doch solche Planungen gibt es schon seit Jahren, ohne dass sich auf dem Gelände des ehemaligen im Volksmund genannten "Café Sitz" (später Parkgaststätte) tatsächlich etwas getan hätte. Im November würde dafür sogar die drei Jahre gültige Baugenehmigung ablaufen (die LVZ berichtete). Nach fast 20 Jahren hat sich die Baugrube inzwischen zu einem Biotop gewandelt, das nahtlos in die Parkanlage am großen Schöppenteich überzugehen scheint. Wohl deshalb sorgen sich offenbar einige Unbekannte, die das Bauschild besprüht haben. Sie fordern die "Rettung des Parks" und "Bäume statt Räume".

Auch der viele Jahre als Eigentümer und Investor aufgetretene Reinhard Wiese kam aus Berlin. Er hatte das Gelände in der Nachwendezeit offenbar recht teuer aus privater Hand erworben. Doch Wieses Pläne von einem Hotel oder von einem Bürohaus für die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) zerschlugen sich genauso wie die Errichtung eines Altenpflegeheimes für die Volkssolidarität. Die baut demnächst selbst - in Schkeuditz. Wiese verkaufte das Grundstück, er hatte für seine Vorhaben nie die Finanzierung zustande bekommen. Die für den neuen Eigentümer agierende Bley sagte, dass jetzt für das Objekt eine Ar-Wi Taucha GmbH zuständig sei.

Ob das mehr als eine Briefkastenfirma ist, lässt sich momentan nicht feststellen. Bley sagte zwar, dass der Eigentümer von PeWoBe und Ar-Wi dieselbe Person sei, aber einen Namen nannte sie nicht. Internetrecherchen führen allerdings zu einem in der Berliner Immobilienszene bekannten und mit seinem Firmengeflecht, zu der auch die PeWoBe gehört, in der Öffentlichkeit nicht immer unumstrittenen Geschäftsmann: Helmuth Penz.

Dass es inzwischen reichlich Pflegeheime in Taucha gibt, die Stadtverwaltung von vornherein diesen Plänen ablehnend gegenüberstand und sich lieber an der Stelle zum Beispiel Gastronomie wünschen würde, wirft die Frage auf, ob die Investoren an einer Seniorenresidenz wirklich festhalten wollen. Die PeWoBe jedenfalls wirbt auf ihrer Homepage mit der Unterbringung und Betreuung von Kriegsflüchtlingen, Aussiedlern und Asylbewerbern.

Auf eine Anfrage im Landratsamt Nordsachsen teilte Dezernentin Angelika Stoye mit: "Uns sind weder die Firma noch der Eigentümer bekannt, weder zum Standort Taucha noch zu anderen Objekten im Landkreis Nordsachsen. Insofern bestehen weder Kontakte noch Gespräche zur Schaffung einer zentralen Gemeinschaftsunterkunft in Taucha." Außerdem erklärte Stoye: "In den derzeitigen Planungen des Landkreises zur Unterbringung von Asylsuchenden gibt es zum Standort Taucha keine weiteren Planungen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.08.2014
Olaf Barth

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