Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha „Da steckt viel Liebe drin“
Region Taucha „Da steckt viel Liebe drin“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:08 16.09.2009

. Mich interessiert vor allem die Entwicklung der Mandanindianer und was ihre Wurzeln sind.“

Tatsächlich steckt in der Präsentation viel Engagement und Detailtreue. Akribisch wurden Zeitungsartikel und Bilder gesammelt, aufgeklebt und beschriftet. Ein Tipi steht am Eingang, Ausstellungspuppen tragen Schweinslederbekleidung, und auch zwei mit Perlen bestickte Kindertragen hängen aus. „Da hat schon mein Enkel drin geschlafen“, erzählt Joachim Giel von den Indianern, der die Ausstellung mit tatkräftiger Unterstützung der Museumsmitarbeiter und des Heimatvereins zu dem gemacht hat, was sie ist: eine äußerst interessante Schau, die besonders auch für Schulklassen geeignet ist.

So ist zu erfahren, dass der Indianer vor knapp 100 Jahren aus Leipzig in die Parthestadt kam. „Der Buffalo Bill war mit seiner Indianer- und CowboyShow 1890 in Leipzig, und viele Kinder spielten das dann nach. Als Jugendliche und Studenten kostümiert nach Taucha gezogen sind, waren diese Indianer-Spiele hier feste Tradition, vor allem beim Tauchschen, bei dem die Indianer den Festumzug anführten“, so Giel.

27 Mitglieder zählen die Mandan- indianer heute, älteste Rothaut ist dabei Lothar Böhme, der zur Ausstellungseröffnung als Cowboy gekommen ist. „Nach dem Krieg haben wir uns als Gruppe wieder gegründet und waren bestimmt 40 Frauen und Männer. Dann brauchten wir noch ein Gelände, und da wir als Kinder schon im Graßdorfer Wäldchen gespielt haben, war das der ideale Platz für uns“, so der 74-Jährige, der gemeinsam mit seinen Indianer-Freunden in Graßdorf eine alte Baracke abgebaut hat, um sie in dem Waldgebiet aufzustellen und zu reparieren. Seitdem treffen sich die Mandanindianer regelmäßig zum Campen, für Arbeitseinsätze und zum Ausleben ihres Hobbies.

„Mit der Peitsche haben wir hier das Schlagen geübt, oder ich übte mich im Messerwerfen auf lebende Personen“, erzählt Böhme, der weiter berichtet, dass sich auch als Fallensteller oder Cowboy verkleidet wurde. Einiges an Utensilien hat sich in den letzten Jahrzehnten angesammelt, die nun auf dem Rittergutsschloss zu sehen sind. In großen Glaskästen befindet sich Schmuck, ein Pfeifenbeutel mit Säckchen, ein Pflaumenkernspiel mit Stäbchen und vieles mehr. „Das habe ich selber gemacht“, so Giel und zeigt auf ein an der Wand hängendes Pferdefell. Daneben ist ein Wasserhalter platziert, der aus dem Hodensack eines Bullen besteht.

Viel Lob bekommt die informative und anschauliche Schau auch von Annette Freyer, die seit 20 Jahren in einer Burghausener Indianer-Gruppe Mitglied ist. „Eine ganz tolle Ausstellung, da steckt viel Liebe drin“, sagt die Tauchaerin. Mandanindianerin Nadine Saupe und ihre Freunde Tobias Enge und Oliver Gamm sind kostümiert gekommen und schauen sich derweil die Zeitungsausschnitte von vor ein paar Jahren an. „Ich bin ein nördlicher Cheyenne aus dem Jahr 1835 und er ist einer von 1890. Wir wollen ja auch den Wandel zeigen“, erklärt der 19-jährige Tobias Enge und zeigt auf Oliver Gamm.

Kathrin Kirscht

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Taucha. Wird in Deutschland Musik öffentlich gespielt, hält die Gema ihre Hand auf: Sie kassiert im Auftrag der Komponisten und Produzenten der Stücke Gebühren.

16.09.2009

Wo früher die Motoren Deutscher Bomberflugzeuge gebaut wurden, kämpfen heute junge Leute mit Lichtgewehren. Das Treiben des ersten deutschen Lasergame-Clubs wird in Taucha mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

09.09.2009

Mit 232 Einsendungen aus ganz Deutschland ist der diesjährige Literaturwettbewerb der Stadt Taucha auf eine ähnlich gute Resonanz gestoßen wie seine Vorgänger.

09.09.2009