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"Das Projekt ist noch nicht zu Ende"

"Das Projekt ist noch nicht zu Ende"

Insgesamt fünf Objekte aus Holz oder Stein hat Klangkünstler Helmut Lemke während seines Aufenthalts in Sehlis gemeinsam mit den Bewohnern des Ortes geschaffen.

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Die Sehliser nehmen Abschied. Helmut Lemke (im Schottenrock)verlässt das Dorf in Richtung England.

Quelle: Ulrike Wolf

Sehlis. Hinzu kommen zwei Bücher mit Zeichnungen und Notizen, eine Art Tagebuch, sowie ein Konzept für eine Klang-Internetseite. Jetzt ist das Kunst-Projekt beendet und Lemke verabschiedet worden.

Im Sehliser Treesenweg, am Hofeingang der Kleinen Kunst-Akademie hängt eine ungewöhnliche Glocke, gefertigt aus einem Stück Baumstamm. Geht man weiter, raus aus dem Ort, steht man am Feldweg einer fast drei Meter langen Steinrutsche gegenüber. Wer dort einen Stein hinab rollen lässt, nimmt ein munteres Kullern wahr, bevor der Stein mit dumpfen Ton auf die Wiese fällt.

Ein halbes Jahr lang hat Lemke im Dorf und an der Parthenaue Töne, Stimmen und Geräusche von Mensch, Tier und Technik gesammelt, und künstlerisch bearbeitet, im Dialog mit den Sehlisern. Regelmäßig gab es Gespräche über Kunst und Ideen mit den Bewohnern des Ortes. Gemeinsam wurden Entwürfe erarbeitet und diskutiert. Das wird demnächst fehlen.

Am Sonntag hieß es für den gebürtigen Westfalen, Abschied zu nehmen, in wenigen Tagen reist er wieder nach England, seine Wahlheimat. Ein Abschied für immer ist es für Lemke nicht. "Ich möchte wiederkommen, das Projekt ist nicht zu Ende, es geht vor allem in unseren Köpfen weiter", so der Künstler. Mehr als 50 Akteure und Kreative sowie Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) und Mitglieder der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft waren in den Hof der Kleinen Kunst-Akademie gekommen, um auf die gemeinsame Zeit mit Lemke zurückzublicken. "Es war für uns ein hochinteressantes Projekt", sagte Schirmbeck. "Die Identität von Sehlis hat sich weiterentwickelt", meinte er weiter.

"Wir hatten die richtigen Künstler am richtigen Ort", fasste Stephan Lütgert, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft, das Projekt "Kunst fürs Dorf-Dörfer für Kunst" zusammen. Ziel der Stiftung: Drei Künstler gehen in drei verschiedene Dörfer und sollen kreatives Potenzial wecken und Menschen zusammenbringen. Ein Experiment. Die Dörfer konnten selbst entscheiden, wer ihr Gastkünstler ist. Das Lemke die richtige Wahl war, darüber sind sich auch die Sehliser einig: "Helmut Lemke ist es gelungen, etwas Bleibendes zu schaffen und die Menschen zusammenzubringen", sagte Fridtjof Erbs, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Sehlis. "Er hat eine neue, andere Farbe hergebracht", erklärte Eberhardt Gallschütz von der IG Sehlis. "Die Objekte, die entstanden sind, passen gut zu unserem Dorf", bestätigte auch Jürgen Bubner.

Helmut Lemke, ein unkomplizierter, humorvoller Typ mit Bart, kam bei den Sehlisern gut an. "Er hat eine bewundernswerte Art, sich zu freuen, er ist ein interessierter und neugieriger Mensch. Wir werden ihn vermissen" sagt Sabine Franiel. Lemke lud noch einmal zum Rundgang durchs Dorf und zu den Objekten. Einige der Arbeiten stehen noch nicht am endgültigen Platz und Entwürfe der Sehliser müssen noch umgesetzt werden. Die Kunst lebt in Sehlis weiter- für Lemke ist dies sicherlich das schönste Ergebnis seines Schaffens hier vor Ort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.10.2013

Ulrike Wolf

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