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"Das war der Scheiß von heute"

"Das war der Scheiß von heute"

Vom Ost-Berliner Fernsehstudio ins Tauchaer Künstler-Café Esprit. Klaus Feldmann plaudert mit Roman Knoblauch in der Reihe "Blaue Stunde" über das Gestern, Heute und Morgen.

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Klaus Feldmann

Quelle: Frank Schmidt

Taucha. Klaus Feldmann? Ist das nicht der bekannte DDR-Nachrichtensprecher? Genau, der heute 78-Jährige - man sieht ihm die Jahresringe nicht an - war 26 Jahre das Gesicht der Aktuellen Kamera und zugleich die Stimme "parteilich geschriebener Nachrichten", wie es der Journalist formuliert. Geboren in Langenberg bei Gera, hat er in Leipzig einen Großteil seiner Kindheit verbracht und auch den Beruf eines Buchdruckers erlernt. Die Liebe zum Beruf als Rundfunksprecher ist geweckt worden, als er schon als Kind beim DDR-Kinderfunk sprach. Zu seiner Vita gehört aber auch die SED Parteizugehörigkeit. "Aus der ich nie ein Geheimnis gemacht habe", sagt Feldmann.

"Rückblickend war ich nicht mit allem einverstanden und auch in der Redaktion gab es die Meinung, da müsste sich was ändern. Ja müsste, müsste - letztlich fehlte es am Mut sich in die Leipziger Bewegung einzureihen." Aber seine politischen Ansichten hätten keinen Einfluss auf die Arbeit gehabt - nicht haben dürfen. "Als Nachrichtensprecher habe ich Meldungen verlesen, die nicht immer meiner Meinung entsprachen. Das kann auch nicht anders sein, nur das vorzulesen, was meiner Fasson entspricht. Diesen Job muss man neutral ausüben, ohne wertende Betonungen oder Mimik und Gestik, wie es heute vereinzelt gemacht wird", steht Feldmann zu dem, "was ich leidenschaftlich gerne getan habe." Auch über die friedliche Revolution hinaus, obwohl er zu dieser Zeit krankheitsbedingt schon nicht mehr im Nachrichtenstudio saß und somit nicht in den "Gewissenskonflikt" kam, den Umbruch in der Aktuellen Kamera zu verkünden. "Wenn mir als bekannter DDR Nachrichtensprecher etwas anhaftet, dann nur, dass ich ein Kind dieser DDR bin. Ich wurde hier groß, habe Karriere machen dürfen und meine Wünsche und Träume erfüllt."

Kaum vorstellbar, dass ein Mann wie Klaus Feldmann auch eine humorvolle Seite hat, die er nur zu gerne nach außen trägt. Und dafür offenbart er, drei Sprachen perfekt zu beherrschen. Sächsisch, Berlinerisch und Hochdeutsch. Pointenreiche Nachweise trainieren die Lachmuskeln der Zuhörer. Klar, dass Moderator Knobloch von Feldmann auch noch Versprecher hören will. "Man hatte mir mal angedichtet", kramt Feldmann in seinen Erinnerungen, "nach einer Geburtstagsfeier in den Redaktionsräumen, einen Text etwas süffisant verlesen zu haben. Und der letzte Satz soll geheißen haben: Das war der Scheiß von heute - was ich aber nie so gesagt habe."

Nun als Rentner im Unruhestand ist Feldmann mit seinen Lesungen viel unterwegs. "Nur in Leipzig bin ich eher selten. Von dieser Stadt fühle ich mich stiefmütterlich behandelt", macht er aus seinem Herzen keine Mördergrube. "Irrtum", relativiert Knobloch. "Der verlorene Sohn ist ja schon im Leipziger Stadtteil Taucha angekommen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.10.2014
Frank Schmidt

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