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Der 29. Februar ist kein beliebter Hochzeitstermin

In Taucha und Schkeuditz heiraten viele Gäste Der 29. Februar ist kein beliebter Hochzeitstermin

Wer gedacht hat, der 29. Februar wäre für künftige Eheleute ein attraktives Datum zum Heiraten, der irrt. Obwohl dank des Schaltjahres die Möglichkeit um 75 Prozent sinkt, dass SIE oder ER Gefahr laufen, den Hochzeitstag mal zu vergessen, gibt es weder in Taucha noch in Schkeuditz Anmeldungen für Trauungen an diesem Tag.

Tauchas Standesbeamtin Uta Schneider empfängt die Brautpaare und deren Gäste in einem festlich geschmückten Raum im Tauchaer Rathaus.

Quelle: Olaf Barth

Taucha/Schkeuditz. Wer gedacht hat, der 29. Februar wäre für künftige Eheleute ein attraktives Datum zum Heiraten, der irrt. Obwohl dank des Schaltjahres die Möglichkeit um 75 Prozent sinkt, dass SIE oder ER Gefahr laufen, den Hochzeitstag mal zu vergessen, gibt es weder in Taucha noch in Schkeuditz Anmeldungen für Trauungen an diesem Tag. Möglicherweise wollen die frisch Vermählten sich nicht zumuten, nur alle vier Jahre das Datum des wohl schönsten Tages in ihrem Leben gebührend feiern zu können.

Auch Uta Schneider kann da nur spekulieren. „Es ist immer so, dass vor allem an Wochenenden geheiratet wird“, sagte sie. Gern werde aber vor allem dann in der Woche geheiratet, wenn sich das mit dem Kennenlerndatum verbinden lasse. Die Wahrscheinlichkeit allerdings, der Liebe seines Lebens ausgerechnet an einem 29. Februar zu begegnen, ist dann wohl doch zu gering. Und so schaut Schneider für Montag, den 29. dieses Monats, auf leere Terminspalten.

Dagegen sind die Wochenendtermine von April bis Oktober 2016 in Taucha bereits ausgebucht. Offensichtlich scheint generell die kalte Jahreszeit nicht allzu beliebt bei den Brautpaaren zu sein. Und um einen Termin in den sieben genannten Monaten zu erwischen, wollen ihn manche ein Jahr im Voraus buchen. Ab Herbst sind in Taucha Reservierungen für 2017 möglich, eher nimmt die Standesbeamtin keine Reservierungen an.

Im Jahr 2014 gaben sich bei Schneider und ihrer Vertreterin Christiane Kasper 127 Paare in Taucha das Ja-Wort, davon kamen 73 von außerhalb. Im Vorjahr wurden in der Parthestadt 115 Paare verheiratet, 52 von ihnen kamen nicht aus Taucha. Stattdessen reisten Braut und Bräutigam vor allem aus Leipzig an, einige kamen aber auch aus Hamburg, Berlin, Hannover, München, aus der Schweiz oder aus der näheren Umgebung wie Großpösna, Krostitz, Delitzsch oder Schkeuditz. „Bei uns geht es sicher persönlicher zu als in einem Großstadtstandesamt“, vermutet Schneider als Grund für den Zuspruch. Vieles laufe über Weiterempfehlungen, es spreche sich rum, dass in Taucha Musik des Braupaares eingebaut wird, persönliche Angaben bei der Traurede eine Rolle spielen und man so eine „Massenabfertigung“ vermeide. Für größere Gesellschaften stünde zudem der Ratssaal zur Verfügung. „Das Standesamt Taucha ist ein ,Selbstläufer’“, sagt Schneider schmunzelnd. Und sie muss es wissen. Im Oktober feiert die 51-Jährige ihr 25-jähriges Jubiläum als Standesbeamtin in Taucha.

Auch in Schkeuditz lassen sich von den beiden Standesbeamtinnen Marion Matthias-Albrecht und Karin Sandner viele Auswärtige trauen. Von 103 Brautpaaren 2014 kamen nur 47 aus der Stadt Schkeuditz und ihren Ortsteilen. 37 stammen aus Leipzig, neun aus Wiedemar, andere aus München, Kelkheim, Schkopau oder Weißenfels. Ähnlich sieht es 2015 aus. Von insgesamt 77 Brautpaaren hatten 43 in Schkeuditz und Ortsteilen ihre Heimat. Es folgen 15 Leipziger Paare und zwölf aus Wiedemar und seinen Ortsteilen. Auch Dresden und Markranstädt tauchen in der Statistik auf.

„Viele auswärtige Paare heiraten in Schkeuditz, weil hier ihre Wurzeln sind und ihre Familien hier leben. Auch der Ratssaal ist ein Anreiz, weil viele Gäste mitgebracht werden können“, informierte dazu die Stadtverwaltung. Von Juni bis August seien die Samstagstermine nahezu ausgebucht. Für den 29. Februar aber habe sich kein Paar interessiert.

Von Olaf Barth

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