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Taucha Der "Schwarze Ritter" zeigt in Taucha Bilder voller Lebensfreude
Region Taucha Der "Schwarze Ritter" zeigt in Taucha Bilder voller Lebensfreude
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13:49 19.05.2015
Andreas Tüpke (l.) überreicht dem Schlossvereinschef Jürgen Ullrich ein Bild zur Ausgestaltung oder zur Versteigerung für einen gemeinnützigen Zweck. Quelle: Reinhard Rädler

Er überrascht, und aus seinen Werke spricht die Lebensauffassung, dass man die Welt und das ganze Drumherum nicht so ernst nehmen muss. Mehr als 50 Bilder von ihm sind jetzt in der Ausstellung "Fantasie - Erotik - Natur" in der Galerie im Rittergutsschloss Taucha zu sehen. Eine angenehme und passende musikalische Untermalung der Vernissage am Sonntag boten Sabine Martick und Ingo Paul das Duo "Take It Naked".

Die Landschaftsmalereien, erotisch-fantasievollen Motive und Portraits des 52-jährigen Tüpke strahlen Fröhlichkeit und Lebensfreude aus. Sie verschweigen, dass der Künstler viele negative Lebenssituationen zu meistern hat und hatte. Gescheiterte persönliche Beziehungen, Erfolglosigkeit im Arbeitsleben, Ärger mit Ämtern und Nichtanerkennung seiner künstlerischen Fähigkeiten im privaten und künstlerischen Umfeld, sind und waren immer Nackenschläge, die auch auf seine Gesundheit Einfluss hatten. Sein Mentor und Zeichenlehrer Andreas Flad hatte das Leben Tüpkes mit dem des Berliner Milieuzeichners Heinrich Zille verglichen, der mit ähnlichen Lebensumständen zu kämpfen hatte, wie in der Laudatio von Schlossvereinsvorsitzenden Jürgen Ullrich zu hören war.

Wenn Tüpke in Ausstellungen, wie kürzlich in Leipzig beim Leipziger Verein Humanitas oder jetzt in Taucha, seine Bilder präsentieren kann, fühlt er sich ernst genommen, denn er will mehr sein, als nur ein Hobby-Maler. Seit elf Jahren arbeitet er in seinem kleinen Atelier "Vincent's Welt" am Markt in Bad Düben als freischaffender Künstler. Der Name seiner Werkstatt deutet auf sein künstlerisches Idol Vincent van Gogh, mit dem er oft verglichen wird. Waren es anfangs noch Kopien bekannter Motive, sind sie längst von Tüpkes eigener Handschrift geprägt. Nicht anders ist es bei seinen Aquarellen und Ölgemälden im Stile weiterer Vorbilder wie Claude Monet oder Marc Chagall. In seinen Bildern sind oft kleine Botschaften versteckt, die der Betrachter nicht gleich auf dem ersten Blick erkennt. "Das ist gewollt. Ich will auch mal provozieren. Die Leute sollen stehen bleiben und sich mit meinem Bild beschäftigen", so der Autodidakt. Mit einem Augenzwinkern überreichte der Schlossvereinsvorsitzende dem Künstler einen Strauß mit Sonnenblumen, einem der bekanntesten Motive van Goghs.

Riesig freute sich Tüpke, dass zu seiner Ausstellungseröffnung eine Abordnung der Behindertenwerkstatt der Arbeiterwohlfahrt Eilenburg gekommen war. Seit neun Jahren leitet er hier die künstlerischen Kurse. Einige Exponate mit Fadengrafik hat er sogar mit nach Taucha gebracht. Und er berichtete von seinem "zweiten Leben". In dem beamt sich der Bad Dübener zurück in das 13. Jahrhundert. Als Ritter Andre Markgraf zu Sachsen steigt er dann "einfach nur aus Spaß an der Freude" als schwarzer Ritter bei Volksfesten in seine etwa 20 Kilo schwere Ritterrüstung.

Geöffnet ist bis 14. September, samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr auf dem Rittergutschloss, Eintritt: zwei Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2014
Reinhard Rädler

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