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Taucha Deutsche Bahn beruft sich auf Absprachen mit der Stadt Taucha
Region Taucha Deutsche Bahn beruft sich auf Absprachen mit der Stadt Taucha
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00:21 31.07.2017
Am Gerichtsweg wird die Schranke noch mit der Hand bedient. Doch der in die Jahre gekommene Übergang wird nicht modernisiert, sondern soll für immer weg, Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha

Allen Widerständen und Warnungen vor einem Verkehrschaos in Taucha zum Trotz hält die Deutsche Bahn (DB) an ihrem Plan fest, den Tauchaer Bahnübergang im Gerichtsweg abzuschaffen. Damit wird diese wichtige Verbindung zwischen B 87 und Portitzer Straße beidseitig der Gleise zur Sackgasse. Mit dem vom Bundes-Eisenbahnamt erlassenen Planfeststellungsbeschluss (PFB) ist dieses Vorhaben endgültig besiegelt. Taucha will dennoch an dem Thema dran bleiben.

Seit rund zehn Jahren wird über das in diesem Jahr startende Bauprojekt der Bahn geredet. Der Haltepunkt in Taucha wird umgebaut, in der Portitzer Straße entsteht ein sogenannter Trogbau, der den Straßenverkehr unter die Eisenbahngleise hindurchführt. Besprochen worden sei dies laut DB alles mit der Stadt Taucha in den Jahren 2007 und 2008. Wie das Unternehmen mitteilte, sei aus den Rahmenbedingungen und den Gesprächen mit der Stadt eine Planungsvereinbarung hervorgegangen, die auch die Schließung des Bahnüberganges im Gerichtsweg enthält. „Die weiteren Planungsphasen beruhen auf dieser Grundlage. Dabei wird der Bahnübergang ,Gerichtsweg’ durch den Bau des Ersatzbauwerkes am neuen Haltepunkt aufgehoben“, erklärte die Bahn. Damit ist die Unterführung für Radfahrer und Fußgänger zwischen Bahnhof und Schillerstraße gemeint.

Überhol- und Puffergleis für Güterzüge

Vielen Tauchaern stößt sauer auf, dass der Bahnübergang geschlossen wird, weil die Bahn hier mitten in der Stadt Güterzüge parken will und deshalb die Straße blockiert wird. Die Bahn verweist auch bei diesem Punkt auf die damaligen Abstimmungen mit der Stadt und erklärt, dass das neue „Überholgleis 3“ mehrere Funktionen übernehmen soll: „Einerseits als Wendegleis für den geplanten, zeitweisen Endpunkt der S-Bahn S 4. Andererseits ist dieses Gleis ein planmäßiges Überholgleis für Güterzüge und ein gleichzeitiges Puffergleis für Güterzüge vor der Einfahrt in den Knoten Leipzig.“ Für das Vorhaben sollen im August „planrechtsrelevante Baufeldfreimachungsarbeiten“ beginnen. Ab September wird die Portitzer Straße gesperrt, ein Bahnübergang für den nichtmotorisierten Verkehr werde aber eingerichtet.

Während sich die Bahn auf die einstigen Gespräche mit Taucha beruft, verweist die Stadt jetzt darauf, dass in den Jahren des von der Bahn immer wieder verschobenen Projektstartes der Verkehr stark zugenommen hat. Das würden verschiedene Verkehrszählungen belegen. Die B 87 stoße in Hauptverkehrszeiten an ihre Belastungsgrenzen, Taucha werde zwischen Leipzig und Eilenburg als Nadelöhr und Staufalle wahrgenommen. Für Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP) sind die früheren Gespräche keine realistische Planungsgrundlage mehr: „Zu der damaligen Vereinbarung kann ich nichts sagen, da war ich noch nicht in die Stadtpolitik involviert. Fakt ist aber, dass sich in den letzten Jahren die Verkehrssituation in Taucha massiv verschlechtert hat und es doch möglich sein muss, darauf zu reagieren und Pläne auch mal zu ändern. Wir haben in den letzten Jahren intensiv versucht, das der Bahn klarzumachen, leider erfolglos.“

Die Stadt werde nun eine weitere Stellungnahme zum PFB abgeben, in der sich erneut gegen die Schließung des Übergangs im Gerichtsweg ausgesprochen werden soll. „Die Verkehrsprobleme bleiben und unsere Meinung auch. Vom schwierigen Weg einer gerichtlichen Klage gegen die Planfeststellung nehmen wir Abstand, da erfahrungsgemäß kaum Erfolgsaussichten bestehen und wir nur Geld verbrennen würden“, erklärte Meier. Er wolle aber dennoch nicht zehn Jahre abwarten, bis dann eine Evaluierung des Bauprojektes stattfinden kann, in der dann auch die Auswirkungen des abgebauten Bahnüberganges überprüft werden. Meier: „Wir werden jetzt weiter das Sächsische Verkehrsministerium einbeziehen, selbst wenn es nicht direkt für die Planungen zuständig ist. Aber es kann nicht im Interesse des Freistaates liegen, dass die B 87 in Taucha noch mehr zum Nadelöhr wird und sich der Zugang zu Nordsachsen und darüber hinaus weiter verschlechtert. Da hängt ja schließlich auch eine ganze Wirtschaftsregion dran.“

Start für Kreuzungsausbau noch offen

Bei einem Treffen mit Vertretern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) will Meier am Montag über wenigstens kleinere Verbesserungen für die B 87 sprechen und auch den Zeitplan für den Kreuzungsausbau Leipziger-/Portitzer-/Graßdorfer Straße bereden. Dieser Ausbau soll nach dem Trogbau beginnen, wann genau, lasse sich laut Lasuv „angesichts der zu erwartenden mehrjährigen Dauer dieses Planungsprozesses, inklusive eines voraussichtlich notwendigen Planfeststellungs- bzw. Plangenehmigungsverfahrens“ nicht sagen. Außerdem stehe noch der Abschluss einer erforderlichen Planungsvereinbarung zwischen Lasuv und Taucha aus, welche verabredungsgemäß die Stadt aufstellen und dem Lasuv anbieten solle.

Wenn es nach Meier geht, bleibt zumindest bis Abschluss des Kreuzungsausbaus der Übergang im Gerichtsweg offen. Eine finanzielle Beteiligung an diesem Ausbau sei der Bahn abgerungen worden. Offenbar konnte sich das Unternehmen doch nicht ganz den gravierenden Folgen der Schließung des Bahnübergangs verschließen. Auf Bitten der Stadt hatte hierzu das Lasuv an Gesprächen und auch an der Anhörung zum PFB teilgenommen. Das Lasuv selbst war in dem Verfahren nicht als Träger öffentlicher Belange angehört worden. Das ist vom Lasuv bei der Landesdirektion Sachsen „erfolglos gerügt“ worden, wie das Lasuv auf LVZ-Anfrage mitteilte.

Von Olaf Barth

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