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Dicke Brummer über dem Schwarzen Berg

Dicke Brummer über dem Schwarzen Berg

Zum Freundschaftsfliegen hatte am Wochenende der Modell-Flug-Verein vom Schwarzen Berg gerufen. Mehr als 100 Hobbyflieger befreundeter Vereine folgten dieser Einladung und reisten samt jeder Menge filigraner Modelle an.

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Lisa Krüger (5) lässt sich den dicken Brummer – eine „Bücker-Jungmeister“ aus den 1930-er Jahren mit knapp 25 Kilo Gewicht und einer Spannweite von 3,30 Metern – von Jörg Wonneberger zeigen und schaut mit ihm im Himmel nach weiteren Fliegern.

Quelle: Benjamin Böhme

Taucha. Ob es im nächsten Jahr eine öffentliche Flugschau geben wird, zu der jedermann Zutritt hat, ist noch unklar.

Eigentlich konnte man sich den Weg auf den Schwarzen Berg sparen, wollte man am Wochenende Modellflugzeuge beobachten. Ein Blick in den Tauchaer Himmel genügte. Denn beste Sicht- und Flugverhältnisse sorgten dafür, dass die fliegenden Wunderwerke sogar vom Tauchaer Marktplatz aus zu sehen waren. Kein Wunder: Bei einem Gewicht von bis zu 25 Kilogramm und einer Flügelspannweite von weit über drei Metern passen die größten Modelle kaum noch in den Autokofferraum. Am Himmel kann man sie leicht mit dem Original verwechseln.

Und das Flugaufkommen am vergangenen Wochenende zum Freundschaftsfliegen war hoch: Ob Replikat eines historischen Doppeldeckers oder die Nachbildung eines Eurofighters mit Strahltriebwerken – ständig sausten die pittoresken Flugmodelle durch die Luft.

Einen besonders dicken Brummer nennt Jörg Wonneberger sein Eigen. Sein Nachbau eines Doppeldeckers „Bücker Jungmeister“ aus den 1930-er Jahren bringt 24,6 Kilo auf die Waage. Dennoch läge das Sportflugzeug gut in der Luft, sei wendig und ließe sich gut steuern, sagt der Mittweidaer. Dafür frisst das Flugzeug aber jede Menge Superbenzin. Vier Liter Kraftstoff verbraucht der 250 Kubikzentimeter starke Sternmotor in der Flugstunde. Deshalb muss Wonneberger regelmäßig bereits nach 15 Minuten wieder zur Landung ansetzen – der Tank fasst nur einen Liter.

Applaus für seine kurzweilige Flugvorführung mit allerlei Loopings und Tiefflügen erntete er trotzdem auch von Kerstin Claus und Frank Lindner. Mit ihrem großen Wohnanhänger, Marke „Hobby-Prestige“, reisen die beiden Niederfrohnaer den Modellflugtreffen in ganz Deutschland hinterher. Ausgerüstet mit Stromaggregat, Klappstühlen und der Dorffahne (grün-weiß gestreift mit blauem Diagonalstrich), kennt man das Paar inzwischen in der Szene. Nachts schlafen sie im Campingwagen am Flugfeld, tagsüber lassen sie ihre Modelle aufsteigen – die Nachbauten zweier Kampfflieger aus dem Ersten Weltkrieg. In den letzten zehn Jahren waren sie auch oft in Taucha zu Gast. „Die Sonnenuntergänge auf dem Schwarzen Berg sind wunderschön“, sagte Frank Lindner. Aber auch die Fachkompetenz und die tolle Piste seien ein Grund, immer wieder in die Parthestadt zu kommen.

Doch nur wer eine Einladung hatte, konnte am Wochenende am Freundschaftsfliegen teilnehmen. Ob es im nächsten Jahr eine öffentliche Veranstaltung geben wird, zu der jedermann Zutritt hat, ist unklar. 2006 veranstaltete der Verein zum letzten Mal eine öffentliche Flugschau. 8000 Interessierte kamen letztendlich – gigantische Volksfestausmaße. „Damit ist jede Menge Organisationsarbeit verbunden“, sagt der Vereinsvorsitzende des Tauchaer Modellflugvereins Horst Voigt. Im Vorfeld müsse man jede Menge Geld in die Hand nehmen, Genehmigungen beantragen und Konzepte entwerfen. Bereits das Bereitstellen der entsprechenden Anzahl an Parkplätzen und Toiletten sei eine organisatorische Meisterleistung.

Benjamin Böhme

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Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 33,23 km²

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Bevölkerungsdichte: 455 Einwohner/km²

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Ortsvorwahlen: 034298

Stadtverwaltung: Schlossstraße 13, 04425 Taucha

Von Redakteur Benjamin Böhme

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