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Taucha Die Bahn und ihre Umbaupläne: Gemischte Gefühle in Taucha bleiben
Region Taucha Die Bahn und ihre Umbaupläne: Gemischte Gefühle in Taucha bleiben
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11:47 30.03.2016
Bei dem Vorhaben der Deutschen Bahn ist dieser beschrankte Bahnübergang im Gerichtsweg ein Knackpunkt. Die Bahn will ihn für immer schließen, die Stadt ihn auch künftig offenhalten. Quelle: Olaf Barth
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Taucha

Die Stadtverwaltung Taucha, Kleingärtner und andere Betroffene konnten vorige Woche in der Landesdirektion Leipzig ihre Einwände und Bedenken zu den Tauchaer Plänen der Deutschen Bahn AG vortragen. Die Anhörung zu den bereits schriftlich eingereichten und von der Bahn erwiderten Ausführungen war nicht öffentlich. Bekanntlich will die Deutsche Bahn den S-Bahn- und Regionalbahn-Haltepunkt in Taucha umbauen. Außerdem soll in der Portitzer Straße ein Trogbau unter den Gleisen errichtet werden, womit dort die Schranke wegfallen könnte, die Bahnhofstraße aber zur Sackgasse wird. Der Übergang im Gerichtsweg soll vollständig und für den Kraftfahrzeugverkehr ersatzlos geschlossen werden.

„Grundsätzlich befürworten wir den Bahnhofsumbau und die Troglösung. Das haben wir auch noch einmal so gesagt. Das Ganze muss sich aber einfügen in ein funktionierendes Netzwerk von Bahn, öffentlichem Personennah- und Individualverkehr“, sagte Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Gemeinsam mit Ursula Mayr vom Fachbereich Bauwesen hatte das Stadtoberhaupt deshalb in der Anhörung auf die komplizierte Verkehrssituation in Taucha aufmerksam gemacht. So müsse es für die in Stoßzeiten überlastete B 87 auch künftig leistungsfähige Ausweichvarianten links und rechts der Bundesstraße geben.

Hinzu komme der durch das Bevölkerungswachstum in Taucha weiter zunehmende Verkehr. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene und bezahlte Verkehrszählung hätte ebenfalls noch einmal die hohe Verkehrsbelastung in Taucha verdeutlicht. „Der Ist-Zustand soll sich auf keinen Fall verschlechtern, eher verbessern. Da darf die Bahn nicht nur einzeln ihr Projekt betrachten, sondern muss dessen Auswirkungen auf die gesamte Verkehrssituation in Taucha im Blick behalten und sich nicht bei den Folgen ihrer Maßnahme aus der Verantwortung nehmen“, machte Meier klar. Es gehe schließlich um die künftige Stadtentwicklung und die Lenkung der Verkehrsströme.

Gegen Schließung des Übergangs im Gerichtsweg

„Wir haben all das vorgetragen und auch Vorschläge als Alternativen zur Schließung des Bahnübergangs Gerichtsweg unterbreitet. Zum Beispiel, dass die Bahn die Aufstellflächen für ihre Güterzüge in Richtung Graßdorfer Straße oder Richtung Heiterblick verlegt, sodass der Gerichtsweg offen bleiben kann. Oder auch dort wird ein Trog gebaut“, nannte Meier einen Punkt der Anhörung.

Er und seine Begleiterin hätten sich zwei, mit Vertretern und Experten der Bahn gefüllten Stuhlreihen gegenübergesehen. „Eine positive oder wenigstens interessierte Reaktion auf unsere Argumente haben wir nicht gespürt. Die Bahn-Vertreter haben das alles sehr reserviert zur Kenntnis genommen und lediglich angemerkt, dass unsere Anliegen die Planungen zurückwerfen und die Kosten erhöhen würden“, gab Meier auf LVZ-Nachfrage einen Einblick in den Verlauf der Anhörung und ergänzte: „Wir haben uns nicht auf Augenhöhe mit der Bahn gesehen und sind mit denselben gemischten Gefühlen, mit denen wir gekommen sind, auch wieder nach Taucha zurückgefahren.“

Allerdings hatte Tauchas Stadtverwaltung während der Anhörung Verstärkung vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) erhalten. Wie Meier berichtete, sei dessen Vertreter zwar nicht offiziell eingeladen gewesen, aber von sich aus gekommen. Und er nutzte sein Rederecht und habe dabei der Stadtverwaltung den Rücken gestärkt. Denn die in der Verantwortung des Lasuv stehende Bundesstraße speziell mit dem Kreuzungsbe-reich B 87/Sommerfelder Straße/Graßdorfer Straße/Portitzer Straße müsse als Folgemaßnahme des Bahnprojektes ausgebaut werden. Und da gehöre die Bahn mit ins Boot und könne Taucha damit nicht allein lassen, argumentierte der Lasuv-Vertreter. „Da kam richtig Bewegung in die Reihen der Bahnleute. Das Lasuv ist offensichtlich eine Behörde auf Augenhöhe. Was dort gesagt wird, wird ernst genommen. Wir haben als Stadt für den Gerichtsweg gekämpft, und das Lasuv war auf unserer Seite“, so Meier.

Nun gelte es den weiteren Verlauf des Verfahrens abzuwarten. Entscheidungen über die Einwände sind noch nicht gefallen. Die Bahn selbst hatte schon vor einiger Zeit auf LVZ-Anfrage mitgeteilt, dass sie sich während des laufenden Verfahrens nicht zu dem Projekt äußern wird.

Von Olaf Barth

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