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Die „Rote Beete“ ist jetzt eine Genossenschaft

Frühlingsfest in Sehliser Gemüse-Kooperative. Die „Rote Beete“ ist jetzt eine Genossenschaft

Zum fünften Mal schon veranstaltete die Sehliser Gemüse-Kooperative am Sonnabend „Rote Beete“ ihr Frühlingsfest. Rund 200 Besucher kamen und nutzten auch die Chance, in Workshops über solidarische Landwirtschaft, Ernährung und die Unterstützung der Kleinbauern zu diskutieren.

Gärtner Jan-Felix Thon (Mitte) erläutert in einem der zwei Folientunnel den Besuchern während einer Führung die nachhaltige Arbeitsweise der Gemüse-Kooperative

Quelle: Olaf Barth

Sehlis. Die Sehliser Gemüse-Kooperative „Rote Beete“ lud am Sonnabend zu ihrem 5. Frühlingsfest ein. Dass da auch wieder viele Leipziger in den Tauchaer Ortsteil pilgerten, verwundert nicht. Denn sind es neben einigen Tauchaern vor allem Messestädter, die die Kooperative unterstützen und deren in ökologischem Anbau gezogenes Gemüse abnehmen. Trotz des wechselhaften, teils kühlen Wetters freute sich Mit-Organisator Michael Götze über 200 Besucher, darunter viele Familien. „Deshalb sind wir mit unserem Aktionstag auch zufrieden, es war viel los in unserem Vierseitenhof“, zog der 39-Jährige eine erste Bilanz

Kristin Gogolok (40) und Horst Vogt (41) waren mit Tochter Yona (3) aus Leipzigs Südvorstadt gekommen. Ihnen hatte es die Kletterwand in einer der Scheunen angetan. Yona tollte auf den Matten herum, während sich Kinder und auch Erwachsene beim Klettern ausprobierten. „Wir sind Mitglieder der Kooperative, weil wir hier frisches Gemüse in Bio-Qualität bekommen. Wir sind begeistert, es kommt aus der Region und das unterstützen wir gern auch aktiv mit“, sagt Gogolok. Und Vogt ergänzt: „Das ist ganz praktisch mit unseren fünf Kindern. Bei den Arbeitseinsätzen nehmen wir sie mit aufs Feld, und da lernen sie schon mal, wo das Gemüse herkommt und was es heißt, Kartoffeln zu ernten.“

Lernen steht generell hoch im Kurs bei diesen Treffen. Denn neben viel Musik und Kinderbespaßung gibt es auch verschiedene Stände mit Informationsmaterial und Workshops. Dabei geht es vor allem um eine nachhaltige, solidarische Landwirtschaft und die Förderung der Kleinbauern. Auch über die künftige EU-Agrarpolitik, die Rechte der Kleinbauern und die Ernährungspolitik wurde diskutiert. Die Sehliser Kirche stand dafür offen. Eberhard Gallschütz (64) vom Kirchenvorstand und von der IG Sehlis freute sich über die vielen Besucher auf dem Hof: „Schön, dass sich so viele Menschen für Nachhaltigkeit interessieren. Wir finden gut, was hier passiert. Es ist naturbezogen und passt ins Dorf.“

Wer wollte, konnte sich einer Kräuterwanderung oder Führungen über die Felder und in die Folientunnel anschließen. Hier informierte Gärtner Jan-Felix Thon unter anderem darüber, dass auf der von der Kooperative bewirtschafteten fünf Hektar großen Fläche keine Chemie und kein Kunstdünger, sondern Gründüngungspflanzen zum Einsatz kommen. Unkraut wird mit leichter Technik zwischen den Pflanzreihen herausgegrubbert. Zwischen den Pflanzen dann ist Handarbeit angesagt. In den Folientunneln stehen zurzeit unter anderem prächtige Mangold-Pflanzen. Wie dieses Blattgemüse werden derzeit auch Salat, Frühlingszwiebeln und Kohlrabis über zehn Verteilstationen in Taucha und Leipzig in 180 Portionen für bis zu 400 Nutzer bereitgestellt. Seit März sind die Koop-Mitglieder in einer Genossenschaft vereint.

In der Nachbarschaft der „Roten Beete“ hat sich mit der „Kleinen Beete“ eine weitere Kooperative niedergelassen, die ebenfalls Solidarische Landwirtschaft betreibt. Gärtner Philip Andres aus Plagwitz bewirtschaftet hier mit seiner Partnerin seit zweieinhalb Jahren 5000 Quadratmeter. Ein Drittel der Fläche bleibt den Gründünger-Pflanzen vorbehalten. Mit Solar-Paneelen und eigenem Brunnen sei man bei der Versorgung autark, berichtet Andres bei einer Führung.

Erstmals beim Frühlingsfest im Vierseitenhof dabei waren Frauen des Internationalen Tauchaer Handarbeitskreises. Gemeinsam mit Flüchtlingsfrauen wird in diesem ökumenischen Projekt gestrickt. Hildegard Heinzerling, Heide Dannebauer, Susanne Kübler und Susanne Pahl verkauften an ihrem Stand die Strickwaren, um mit dem Geld die Kleiderkammer und die Flüchtlingshilfe zu unterstützen.

Von Olaf Barth

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