Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Drei Kandidaten stehen im LVZ-Wahlforum in Taucha Rede und Antwort

Drei Kandidaten stehen im LVZ-Wahlforum in Taucha Rede und Antwort

Wenn am Sonntag, dem 7. Juni, zur Wahlurne gerufen wird, müssen sich die Tauchaer nicht nur für einen neuen Landrat im Kreis Nordsachsen entscheiden. Die Parthestädter wählen auch eine neue Bürgermeisterin oder einen neuen Bürgermeister.

Voriger Artikel
Kirchgemeinde startet neues Hilfsprojekt
Nächster Artikel
Bahnübergang bis Dienstag gesperrt

Knapp 180 Tauchaer waren zum LVZ-Wahlforum gekommen.

Quelle: Roland Heinrich

Taucha. Drei Anwärter auf dieses Amt gibt es. Am Mittwochabend stellten sich - in der Reihenfolge der Wahlvorschläge - Tobias Meier (für SPD, Linke, FDP, Grüne), Antje Brumm (CDU) und Roland Gasch (parteilos) beim LVZ-Wahlforum den Fragen der Tauchaer.

In die Grundschule Am Park waren knapp 180 Tauchaer gekommen. Vorab konnten sie Fragen, die ihnen unter den Nägeln brennen, an die LVZ-Redaktion schicken. Moderiert von LVZ-Redakteur Olaf Barth kamen während der gut zweistündigen Gesprächsrunde allerhand Themen auf den Tisch. Ob eine Wahl-Entscheidung in gut einer Woche nun leichter fällt, ist nach allgemeinen Äußerungen im Anschluss eher nicht der Fall.

Zur Motivation, sich zur Wahl für das Bürgermeisteramt aufstellen zu lassen, befragt, antwortete Roland Gasch: "Ich hätte mir mehr Zeit gewünscht, als wir uns für einen Kandidaten entschieden. Das ging mir zu schnell." Der 44-Jährige spielte dabei auf die Aufstellung des gemeinsamen Kandidaten von SPD, FDP, Linke und Grüne, Tobias Meier, an. Als FDP-Grünen-Fraktionschef im Tauchaer Stadtrat hatte Gasch die Nominierung Meiers zunächst mitgetragen, sich dann aber selbst als Kandidat gemeldet. Der Austritt bei den Grünen folgte. "Das ist drei Wochen her, und jetzt sitze ich hier", sagte Gasch.

"Die Entscheidung, für dieses wichtige Amt zu kandidieren, ist bei mir sehr lange gereift", sagte Antje Brumm. Sie sei der Stadt tief verbunden und habe mit ihr Höhen und Tiefen miterlebt. Vor sieben Jahren sei Brumm schon einmal gefragt worden, ob sie für das Bürgermeister-Amt kandidieren wolle. "Damals waren meine heute 20- und 22-jährigen Töchter noch sieben Jahre jünger. Ich hatte abgelehnt", erklärte die 50-Jährige. Von ihrer Partei sei sie nun erneut gefragt worden und habe sich entschieden, sich der wichtigen Aufgabe und der hohen Verantwortung stellen zu wollen.

Der 37-jährige Tobias Meier sei bereits im November letzten Jahres von Tauchaern angesprochen worden, ob er kandidieren wolle. "Ich habe gefragt, warum ich das machen soll und habe die unterschiedlichsten Antworten bekommen", sagte Meier. In diesem Jahr sei die Kandidatur-Frage dann auch auf politischer Ebene gestellt worden. "Wir unterstützen dich nicht nur, du wirst unser Kandidat", habe es dann im geschmiedeten Wählerbündnis geheißen, berichtete Meier. Er habe sich dieser Herausforderung gern gestellt, weil er für die Stadt brenne.

Die Bundesstraße 87n

Zum Ausbau der B 87 n und deren Trassenverlauf befragt meinte Gasch, dass er zur Tauchaer Erklärung stehe, die er mit unterschrieben habe und die sich gegen eine Querung der Parthen-aue ausspricht. "Eine Vorzugsvariante der Straße dürfte es noch gar nicht geben und trotzdem ist sie im aktuellen ADAC-Atlas schon eingezeichnet. Ich frage mich, wie so etwas möglich sein kann", sagte Gasch. Ein Ausbau würde nach seiner Meinung die Probleme der Tauchaer nicht lösen.

"Je weiter weg von Taucha die B 87 n verläuft, umso weniger Entlastung wird sie den Tauchaern bringen", wies Meier hin. Er sagt "Ja" zur B 87 n, er sagt aber auch "Ja" zur Tauchaer Erklärung, die fraktionsübergreifend im Stadtrat unterstützt wurde.

Brumm meinte, das Taucha die B 87 n braucht. Während der Abschnitt zwischen Torgau und Eilenburg weiter vorangetrieben wird, wird es noch ein Weile brauchen, bis die Strecke zwischen Eilenburg und Taucha kommt. "Der ausgebaute Abschnitt generiert dann aber auch mehr Verkehr, was zusätzliche Probleme für Taucha bedeutet", meinte sie. Auch Brumm sei gegen die Querung der Parthenaue. Im August soll es eine Trassenvorstellung geben.

Der Naturschutz

Eine Frage, die die LVZ-Redaktion vor dem Wahlforum erreichte, kam vom Naturschutzbund Regionalgruppe Partheland und wurde vom Moderator des Abends an die Kandidaten weitergegeben: "Wie stehen Sie einer Gründung eines sogenannten Baumbeirates gegenüber?"

"Baumfällungen sind ein wichtiges Thema in Taucha", meinte Meier. Ihm käme es auf eine bessere Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und dem Bürger an. Letzterer dürfe nicht erst durch die Kettensäge von Fällungen erfahren. Schon bei den notwendigen Entscheidungen zu Fällungen sei es wichtig, den Bürger mitzunehmen. Brumm kenne die Institution "Baumbeirat" schon aus Eilenburg und habe mit der Gründung eines solchen in Taucha keine Probleme. Seit vielen Jahren ziehe Taucha einen Gutachter zu Rate, um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Stadtgrün zu gewährleisten. Kurz und knapp antwortete Gasch: "Einen Baumbeirat fände ich gut."

In dem Zusammenhang war die Frage nach dem Titel "Ökologische Modellstadt", den Taucha seit 1997 trägt und der trotz Beendigung des Projektes nach wie vor den Titel des Tauchaer Amtsblatt ziert, passend. Wie wollen die Kandidaten, sollten sie gewählt werden, mit dem Titel umgehen?

"Ich vermute, dass der Titel auf dem Amtsblatt nur vergessen wurde wegzunehmen", sagte Meier. Andere Gemeinden hätten Taucha in Sachen Ökologie bereits überholt. Nichtsdestotrotz sei der Tauchaer umweltbewusster geworden. Kaum ein Haus werde ohne regenerative Energien oder ohne Dämmung neu gebaut. Den Modellstadt-Titel mit neuem Leben zu erfüllen, sieht er nicht als Ziel an. "Ich denke, dass wir unsere Kräfte an anderer Stelle besser einbringen könnten", sagte Meier. Für ein spannendes Projekt hingegen hält das aber Brumm. "Wir sollten den Titel, den wir ja schon haben, mehr nutzen und als einen Werbeträger für die Stadt mit Leben ausfüllen", sagte sie. Sie denke dabei an das Anlegen von Lehrpfaden genauso wie an die Zusammenarbeit mit dem Grünen Ring.

"Momentan ist der Titel ja recht inhaltslos", meinte Gasch. Er sei dafür, für Taucha ein Fahrradwege-Gesamtkonzept zu erarbeiten. Auch bei den Gewässern sehe Gasch Handlungsbedarf. Eine Verstärkung der Hochwasser gelte es zu verhindern.

Der Haushalt

"Die Zeit der Traumschlösser ist vorbei", sagte Meier auf die Frage nach dem Tauchaer Haushalt. Taucha verzehre momentan seine Reserven, hatte der Stadtkämmerer unlängst verkündet. Für Meier heißt das, erhalten zu müssen, was geschaffen wurde. Eine Steuererhöhung solle es unter ihm nicht geben.

"Ich sehe keine andere Alternative, als die Wirtschaftsförderung zu intensivieren", meinte Brumm. Die Stadt müsse ihre Einnahmesituation verbessern. Zusätzlich gelte abzuwägen, welche freiwilligen Aufgaben die Stadt übernehmen will. Investitionen stünden weiterhin an. So werde die Kita, die gebaut werden soll, nicht ausreichen. "Und auch bei den Schulen müssen wir schauen, ob die Plätze noch reichen", sagte Brumm. Auf striktes Sparen setzt Gasch. Das Geld, was da ist, müsse sinnvoll eingesetzt werden. Weiterhin plädierte Gasch für einen Bürgerhaushalt.

In kurzen Statements sollten die Kandidaten dann begründen, warum sie gewählt werden sollen. "Wählen Sie mich, weil ich den Bürger bei Entscheidungen einbeziehe", sagte Roland Gasch. "Weil ich glaube, dass ich Taucha gut weiterentwickeln kann", komplettierte Antje Brumm. "Weil ich ein Tauchaer bin, der die Probleme der Stadt anpacken will", vervollständigte Tobias Meier den Satz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2015
Roland Heinrich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Taucha
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr