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Dunkelheit am „Bildungsdreieck“

Dunkelheit am „Bildungsdreieck“

Für eine bessere Straßenbeleuchtung in der Geschwister-Scholl-Straße setzt sich seit Wochen schon ein Tauchaer Rentner ein. Doch seine Bemühungen bei den Behörden fruchteten bisher nicht.

Taucha. Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder ein Zebrastreifen nahe des Gymnasiums scheint nicht machbar. Dabei gab es selbst von Jugendlichen schon entsprechende Vorschläge – vergebens.

„Vom Geist her ist alles in Ordnung“, sagt Bruno Martin. Er kann sich gut ausdrücken, ist fix im Kopf, obwohl er schon 88 Lenze zählt. Nur zu Fuß geht es deshalb nicht mehr ganz so fix. Sein Augenlicht beträgt unter fünf Prozent, so dass er nur noch Umrisse erkennen kann. Dennoch nimmt er täglich per Bus von der Klebendorfer Straße den Weg auf sich, seine Frau im Altenpflegeheim Parkblick Am Schmiedehöfchen zu besuchen.

Vor allem im Winter hatte der Rentner, der seit 65 Jahren in Taucha lebt, arge Probleme, sich von der Bushaltestelle der Geschwister-Scholl-Straße bis zum Pflegeheim zu bemühen. „Ich fühle mich unbeholfen“, sagt Martin. Christoph Knappe beobachtete das hilflos wirkende Suchen des richtigen Weges. „Mit der Taschenlampe hat er sich langsam vorwärts getastet“, schildert der Rechtsanwalt. Da ist es für den Tauchaer nur ein kleiner Trost, dass die Tage nun wieder länger werden.

Es ist die funzelige DDR-Beleuchtung, die dem Rentner im Übergang von der Geschwister-Scholl- in die Wurzner Straße zu schaffen macht. „Ich möchte die Stadtverwaltung dazu bringen, dass die Beleuchtung oder Erleuchtung besser wird“, sagt Martin. Deshalb schrieb er Anfang Dezember einen Brief an Bürgermeister Holger Schirmbeck mit dem Hinweis, dass die schlechte Beleuchtung eine erhöhte Unfallgefahr für Fußgänger darstellt. Einen Monat später bekam der Rentner eine freundliche, aber bestimmte Antwort – eine Ablehnung seines Gesuchs. „Sicher ist es für Sie nachvollziehbar, dass wir aus finanziellen Gründen die Bestandsanlagen nur erhalten können und ein Ausbau ... nicht vorgesehen ist“, heißt es in dem Schreiben vom Bauhofleiter Marco Haferburg. Obwohl in dem Brief zugegeben wird, dass die „... Beleuchtung in dem Bereich sicherlich nicht den heutigen Normen entspricht“.

Bei der Stadtverwaltung ist Bruno Martin nicht erst mit diesem Schreiben bekannt. Vor vier Jahren machte sich der Bürger für die Beseitigung des Matschweges in eben jenem Kreuzungsbereich stark. Haferburg ließ damals den Missstand außerplanmäßig beseitigen und den Weg asphaltieren. Dafür ist Martin auch dankbar.

Aber nun will er auf einen Missstand hinweisen, der schon länger schwelt. Die Straßenbeleuchtung ist dabei nur eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass hier viele Schüler unterwegs sind und damit auch gefährdet sein können. Der Bereich mit der dreiseitigen Kreuzung Wurzner-/Geschwister-Scholl-/Marktstraße könne ja schon als Bildungsdreieck bezeichnet werden. Denn nahe der Grundschule Am Park befinden sich auch das Gymnasium sowie die Mehrzweckhalle. Deshalb wird vor allem tagsüber die Straße von Schülern frequentiert. Bereits Elternvertreter von Grundschule und Gymnasium sowie das Jugendparlament stellten vergeblich Anträge, dass die Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert werden soll. Die Fahrbahn ist als Kreisstraße klassifiziert, demnach kommt ihr eine überörtliche Bedeutung zu, sodass das Landratsamt für Maßnahmen zuständig ist. Das lehnte wegen der überörtlichen Bedeutung bislang immer eine Temporeduzierung ab.

„Da ist auch ein bisschen Kreativität gefragt“, mahnt Knappe und schlägt einen Zebrastreifen vor. Doch auch diese Idee ist nicht neu. So kam das damalige Regierungspräsidium Leipzig nach einer Verkehrsschau zu dem Entschluss, dass das Fußgänger- und Fahrzeugaufkommen nicht die erforderliche durchschnittliche Frequenz erreicht, die per Gesetz nötig ist, um einen Fußgängerweg einzurichten.

Trotz der Begründungen macht sich Bürger Bruno Martin weiter für eine Verbesserung für diesen Straßenabschnitt stark. Und er hofft, sagt er, dass sich etwas Positives tut ehe etwas Negatives passiert.

Alexander Bley

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