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Eine Million Kilowattstunden durch Kraft der Sonne

Eine Million Kilowattstunden durch Kraft der Sonne

Beschaulich und ruhig ist es am Cradefelder Grund, aber auch ein wenig futuristisch. Denn auf einer Fläche von gut sieben Fußballfeldern recken sich je nach Sonneneinstrahlung braun bis schwarz schimmernde Tafeln in einem Winkel von 30 Grad gen Himmel.

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Ottmar Sebald beseitigt den grünen Bewuchs, der Schatten auf die Solartafeln von Terra Solaris in Taucha wirft. Drei Tage sind er und seine Kollegen vom Unternehmen Clean 4 Green mit der Beseitigung des Unkrauts beschäftigt.

Quelle: Alexander Bley

Taucha. Terra Solaris heißt die Anlage, auf der gelinde gesagt nicht viel los ist. Schließlich arbeitet die Photovoltaik-Anlage vollautomatisch. Alles was diese braucht, ist Sonne satt.

Ganz dem Selbstlauf kann die Anlage trotzdem nicht überlassen werden. Vor allem das Grün zwischen den 14 128 Solarmodulen muss gepflegt werden. Denn wilde Wucherung könnte Schaden anrichten. Wenn etwa die Goldrute zur vollen Blüte empor steigt, wirft sie Schatten auf die Tafeln, was den Stromertrag schmälern könnte. „Das kann zehn bis 20 Prozent ausmachen, gesehen auf den jeweiligen Zeitraum der Schatteneinwirkung“, sagt Olaf Baumert, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft IBC Solar Invest aus dem oberfränkischen Bad Staffelstein. Allerdings wären solche Verluste bereits einkalkuliert. Ebenso seien Vogelkot oder Blütenstaub kein Problem. „Das hängt mit der Bauweise der Module zusammen. Wir nutzen hier Dünnschichtmodule, die sind weniger empfindlich was solche Dinge angeht als mono- oder polykristalline Module“, erklärt Baumert.

Um gar nicht erst allzu viel Wildwuchs entstehen zu lassen, der möglicherweise mehr Verluste als die einkalkulierten bringt, herrschte vor einigen Tagen reges Treiben auf dem umzäunten und bewachten Gelände der Terra Solaris. Vier Herren, bewaffnet mit Mähwerkzeugen, nahmen sich des dichten Bewuchses im und ums Gelände an. Während Ottmar Sebald zielsicher den Mähtraktor durch die Modulreihen bewegte, kämpften drei weitere Mitarbeiter von Clean 4 Green mit Motorsensen am Zaun gegen Wildwuchs. Drei Tage waren die Photovoltaik-Freiflächen-Pflegeexperten beschäftigt.

Aber nicht nur der in die Höhe schnellende grüne Bewuchs beeinträchtigt die Leistung der Anlage. Vielmehr ist die Sonne, die zur Stromgewinnung benötigt wird, auch der Verursacher eines weiteren Problems. Hitze kann bei bestimmten Bauarten der Photovoltaikanlagen die Leistung beeinträchtigen. Denn beim Auftreffen des Lichtes werden Elektronen in der Zelle zum Schwingen angeregt, der Strom beginnt zu fließen. Beim Schwingen der Elektronen entsteht aber auch Wärme. Die ist beim Leiten des Stromes allerdings hinderlich, weil sich ein Widerstand aufbaut. Je mehr die Elektronen schwingen desto mehr behindert es deren Fluss. Zudem kann bei langanhaltender Hitze, die entstehende Wärme nicht mehr an die Umgebung abgegeben werden, so dass der Wirkungsgrad der Zelle sinkt. Baumert indes sieht keine Probleme: „Ich würde nicht von Verlust sprechen. Wenn es heiß ist, ist es in erster Linie auch hell. Und nur das zählt“, sagt er. Der Juli wäre „brillant von den Erträgen her“ gewesen, so Baumert, der aber nicht verschweigt, dass die optimale Betriebstemperatur bei 10 bis 15 Grad liege. Mit der bisherigen Leistung der Anlage ist er zufrieden: „Wir schaffen eine Million Kilowattstunden im Jahr, das ist mehr als prognostiziert.“

Alexander Bley / Daniel Große

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