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Taucha „Einmalige Sammlung“ - Stadtfotograf und Dokumentar Joachim Görlich hört auf
Region Taucha „Einmalige Sammlung“ - Stadtfotograf und Dokumentar Joachim Görlich hört auf
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09:00 13.01.2012
Görlichs Luftaufnahmen dokumentieren die Veränderungen der Stadt. Allein 35 Flüge unternahm er, aber das Interesse an den Bildern ist gering. Quelle: Jörg ter Vehn
Taucha

Zum Jahresende hat der 71-Jährige endgültig damit aufgehört, sein Büro als „Stadtfotograf“ in der Leipziger Straße aufgelöst, das Schild abschrauben lassen. Seitdem sorgt er sich um die Zukunft seiner Sammlung.

„Ich habe 85 000 Fotos und allein 200 Filme über Taucha gedreht“, erzählt der Rentner, der früher einen Laden als Augenoptiker in der Stadt betrieb. Schon da hatte er mit dem Sammeln von Fotoapparate und Projektoren begonnen, seine „Schätze“ im Laden ausgestellt.

Die Sammelleidenschaft blieb, hinzu kamen alte Postkarten und historische Fotos. Die Zahl der Vitrinen in seinem Büro wuchs über die Jahre. Immer mittwochs konnten sich Besucher die Schau ansehen, oder Görlich um alte Aufnahmen bitten. Vielleicht von ihrem Haus, von ihrem Betrieb, vom Verein oder im Bildband der vergangenen Tauchschen stöbern und nach Bekannten suchen.

„Das Interesse am Tauchschen ist in den letzten Jahren deutlich gesunken“, hat er für sich feststellen können. Sowieso seien am Ende immer weniger Leute zu ihm gekommen.

Dabei ist Görlich Verwalter eines Schatzes. Zu DDR-Zeiten schon fotografierte er ganze Straßenzüge penibel ab und dokumentierte Veränderungen. Das schlief dann zwischendurch zwar ein, aber nach der Wende startete Görlich mit neuer Technik wieder durch. „Ab 2000 bin ich auch regelmäßig über Taucha geflogen und habe Aufnahmen und Filme gemacht“, erzählt er. Drei bis fünfmal pro Jahr habe er die Entwicklungen der Stadt und der näheren Umgebung von oben festgehalten. „Ich habe so ziemlich alle Flieger vom Schwarzen Berg dabei durch“, schmunzelt er dabei. So manchem Fluggast sei bei den Touren schlecht geworden, er habe filmeweise dokumentiert. „35 Mal war ich in der Luft“, sagt er stolz.

Seine Ergebnisse hat er archiviert, in Dutzenden von Fotoalben und Kästen gelagert, nach dem Auszug aus seinem Büro allerdings eher provisorisch.

Die Stadt habe bislang wenig Interesse an seiner Sammlung gezeigt, bedauert er. Auch andere Institutionen hätten sich nicht gemeldet. Mit dem Heimatmuseum habe er allerdings vereinbaren könne, dass die Bestände notfalls dort aufgenommen werden. Detlef Porzig vom Heimatmuseum bestätigt das. Görlichs Sammlung sei wirklich „einmalig“, lobt er.

Dokumentar Görlich schwebt aber etwas mehr für seine jahrelange Arbeit vor, als sie nur im Fundus enden zu sehen. „Aber das Heimatmuseum hat ja keine Leute, um vielleicht etwas Größeres daraus zu machen“, bedauert Görlich. Anfragen zu alten Aufnahmen sind weiterhin möglich unter Tel. 034298 68889.

Jörg ter Vehn

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