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Taucha Einsatz für artenreiche Wiesen im Partheland
Region Taucha Einsatz für artenreiche Wiesen im Partheland
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16:46 26.09.2016
Gemeinsam anpacken: Die Teilnehmer verteilen Biotopgras aus Abtnaundorf auf den Flächen in den Plaußiger Wiesen. Quelle: Foto: Reinhard Rädler
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Plaussig/Seegeritz

„Mitzubringen sind neben guter Laune, Gummistiefel sowie eine Mistgabel“, hieß es in einer Einladung der Koordinatoren des Kulturlandschaftsmanagements „stadtPARTHEland“ und des Zweckverbandes Parthenaue zu einer frühmorgendlichen Aktion am Samstag auf den Wiesen zwischen Plaußig und Seegeritz.

„Beim heutigen Einsatz handelt es sich um das Schlüsselprojekt ,Mahdgutübertragung‘, bei dem frisch geschnittenes Gras aus den Abtnaundorfer Biotopflächen auf mehreren, etwa fünf Meter breiten, gefrästen Streifen in der Wiese dünn auf dem Boden verteilt wird“, beschrieb der Projekt-Koordinator Axel Weinert die Maßnahme.

Zwölf Mitstreiter waren gekommen, um zu helfen. In der vorbereiteten Fläche war zuvor schon ausgesuchtes Saatgut eingebracht worden. Das Ziel sei, dass sich über den Samen aus dem Biotopgras einige wertvolle Pflanzen auch hier etablieren, die sonst in diesem Gebiet nicht oder nicht mehr heimisch sind. Die Parthenaue sei ein Rückzugsraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Der „Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling“, eine Schmetterlingsart, sei ein Beispiel dafür.

„Mit unserem Forschungsprojekt sollen Wiesenflächen aus naturschutzfachlicher Sicht aufgewertet werden, so dass daraus letzten Endes artenreiche und bunte Wiesen entstehen“, ergänzte Sascha Fritzsche vom Projektpartner Professor-Hellriegel-Institut Bernburg.

Die etwa zwei Hektar große Fläche für dieses Projekt stellt die Plaußiger „Saat- und Pflanzgut Voges KG“ zur Verfügung, die sich mit verschiedenen Aktionen (die LVZ berichtete) maßgeblich für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Partheregion einsetzt. „Durch das Wachstum von Industrie-, Gewerbe- und Wohngebieten geht auch Ackerland verloren. Wir wollen dafür mit Rückzugsgebieten in und an den Feldern einen Ausgleich für die Tier- und Pflanzenwelt schaffen und unterstützen so das Projekt“, erklärte der Produktionsleiter des Unternehmens, Jan Berthold.

Mit Ersatzpflanzungen für Baumrodungen habe man bereits feste Regularien geschaffen, für Bauflächen auf Acker- und Weideland in Größenordnungen gäbe es allerdings noch keine ausreichenden und umfassenden Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen, sprachen sich alle Projektbeteiligten kritisch zur gegenwärtigen Situation aus. Auch das Festsetzen von Zeiträumen für erlaubte landwirtschaftliche Maßnahmen sei für ein flexibleres Reagieren auf sich verändernde Witterungs- oder Wachstumserscheinungen nicht nur hinderlich sondern auch praxisfremd.

Das Projekt endet im August 2019. „Ohne die Mitwirkung von Freiwilligen aus Naturschutz- und Umweltverbänden und das Engagement von Unterstützern, wie die Saat- und Pflanzgut KG, ist so ein Vorhaben nicht durchzuführen“ sagte Koordinator Weinert. „Für eine nachhaltige Weiterführung des Projektes zum Erhalt der Parthenaue müssen öffentliche Debatten und Aktionen weitergeführt, aber auch gesetzliche Regelungen und Finanzierungen geschaffen werden.“


Von Reinhard Rädler

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