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EnviaM will Taucha weiter stärken - auch Leitstelle für Gas geplant

EnviaM will Taucha weiter stärken - auch Leitstelle für Gas geplant

Bei der Envia M werden jetzt Pläne konkret, auch die Gasparte des Unternehmens von der Leitstelle Taucha aus zu steuern. Eine genaue Zeitschiene dafür gebe es aber noch nicht, teilte Envia M-Sprecher Torsten Kupsch auf Anfrage mit.

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Platz für Neues: Das alte, ungenutzte Umspannwerk Taucha wird abgerissen. Nebenan soll künftig auch die Gasleitstelle des Unternehmens sitzen.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Der Vorstand habe sich mit der Frage befasst und die entsprechenden Weichen nun gestellt, erklärte Kupsch. Damit sei das Projekt der Zusammenführung der Leitstellen gestartet. Dabei sei aber noch viel zu klären, sowohl von Seiten der Gesellschafter als auch aus technischer und wirtschaftlicher Sicht. Erst wenn all dies positiv geklärt sei, könne konkret gesprochen werden, bat er um Verständnis für seine Zurückhaltung.

Seit Oktober vorigen Jahres steuert Envia M von Taucha aus sein gesamtes Hoch- und Mittelspannungsnetz in Mitteldeutschland. Mehr als 50 Mitarbeiter überwachen und steuern von der modernen Schaltleitung aus an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr die 31 000 Kilometer des Leitungsnetzes. Taucha sei das Herz des Envia-M-Netzes, bestätigte Kupsch. Schon bei der Übergabe der Schaltleitung hatte der Vorstandsvorsitzende Carl-Ernst Giesting angekündigt, in die Schaltleitung auch die Gassparte hineinnehmen zu wollen – letztlich um den Betrieb damit effektiver zu gestalten. Entscheidungen dazu stünden aber noch aus, hieß es damals. Envia M besitzt 74,9 Prozent des mitteldeutschen Gasversorger Mitgas, der seine Leitstelle bislang in Kabelsketal betreibt.

Wie die Leitstellen systemseitig in Taucha zusammengeführt werden könnten, solle nun das Projekt klären, so Kupsch. Da moderne Steuerungen über Computer laufen, seien dabei auch etliche IT-Fragen zu lösen. „Schließlich muss die gemeinsame Leitstelle ja auch funktionieren und letztlich wirtschaftlich Sinn machen“, so Kupsch.

Am Standort Taucha hat Envia M derweil angefangen, das alte Umspannwerk systematisch zu entkernen. Wie berichtet, war die dort zuletzt untergebrachte Technische Sammlung mit hunderten Teilen der Hoch- und Mittelspannungstechnik von Transformatoren über gigantische Schalter bis zu einem alten Kraftwerks-Leitstand bereits ausgezogen und im Vorjahr in Markkleeberg als Ausstellung wiedereröffnet worden. Das Gebäude sei nicht sanierungsfähig, hatte es schon beim Auszug geheißen. Nur mit viel gutem Willen habe die Sammlung dort gezeigt werden können.

Das Haus werde nun abgerissen, kündigte Kupsch an. Es spiele bei den Überlegungen der Schaltwarte aber keine Rolle. Falls es dazu komme, sei dafür auch kein Neubau am Standort nötig. Die zusätzlichen Mitarbeiter und die Technik könnten in die bestehenden Häuser einziehen. Ob das allerdings im nächsten Jahr geschehe oder erst 2013, sei noch vollkommen offen.

Envia M habe die Strom-Leitstelle mit Platz für Erweiterungen geschaffen, hatte Giesting schon 2010 angekündigt und damit offenbar langfristig die Weichen gestellt. Aber auch so wäre am Standort nahe der A 14 noch viel Platz, sowohl auf dem Envia-Gelände als auch nebenan.

Unklar ist, wie viele Arbeitsplätze mit der Gassparte nach Taucha kommen werden. Die Strom-Zusammenführung hatte 15 neue Arbeitsplätze gebracht, beim Gas ist mit einer ähnlichen Zahl zu rechnen. Ebenfalls in Taucha konzentriert werden soll laut Personalvorstand Ralf Hiltenkamp die Telefon-Sparte.

Jörg ter Vehn

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