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Taucha Erneut hitzige Debatte um geplante B87n
Region Taucha Erneut hitzige Debatte um geplante B87n
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18:16 22.09.2009
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. Der drängendsten Frage nach einer Vorzugsvariante für die Trasse wich dabei das Autobahnamt Sachsen immer wieder aus.

Schon beim Weg in die Grundschule Am Park verfinsterte sich die Miene von Ministerialdirigent Bernd Rhode aus dem sächsischem Wirtschaftsministerium. B87n-Gegner hatten am Eingang Plakate aufgehängt, mit denen sie sich gegen einen Trasse durch die Parthenaue wehren. Diese Variante war bereits bei der Abgabe der Unterlagen im Juli als Favorit des Amtes durchgesickert – auch wenn Straßenbau-Abteilungsleiter Rhode das Vorhandensein einer solchen Variante vehement bestritt. So wunderte sich nicht nur Marie-Luise Stein aus Sehlis: „Wenn es keine gibt, warum sitzen wir dann alle hier?“, fragte sie.

Planungsleiter Peter Galiläer erklärte in ruhigen Worten den langen Werdegang des 2004 im Bundesverkehrswegeplan beschlossenen Neubaus. Bei einer Prognose von 20 000 bis 30 000 Fahrzeugen pro Tag im Jahr 2020 sei eine vierspurige Trasse von 28 Metern Breite nötig, so Galiläer. Das Amt habe einen insgesamt 415 Quadratkilometer großen Korridor zwischen Leipzig und Torgau untersucht und nach den Kriterien Raumwirkung, Verkehrswirkung, Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit verschiedenste Trassen entwickelt. Der Anschluss an Leipzig sei dabei trichterförmig aufgeweitet worden, um alle Möglichkeiten des Anschlusses auszuschöpfen. Zwar stehe die Straße im Bundesverkehrswegeplan von der A14-Abfahrt Neue Messe bis Torgau drin, aber das lege noch keine Trasse fest, erklärte Rainer Fornahl auf Fragen. Der SPD-Politiker, der im Verkehrsausschuss des Bundestages sitzt, sagte: „In einer Fußnote ist dort vermerkt, dass für den Korridor noch vertiefende Untersuchungen nötig sind.“ Fornahl verteidigte wie Manfred Kolbe (CDU) den Neubau. Er sei nötig, um den Raum Torgau besser an das Bundesverkehrswegenetz anzuschließen. Nahe der Elbestadt werde zudem die verlängerte B6 auf die B87 stoßen, beide Trassen würden künftig zusammen wie ein liegendes X den Raum erschließen.

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„Wir befinden uns derzeit in der Vorplanung“, sagte Galiläer. „In dem anstehenden Raumordnungsverfahren erwarten wir uns wichtige Informationen und Hinweise für unsere Arbeit“, machte er deutlich. In Taucha lägen die Papiere dazu vom 10. November bis zum 11. Dezember öffentlich aus, erklärte Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD). Der Stadtrat habe sich beim Verfahren zum Regionalplan schon gegen die Südtrasse durch die Parthenaue ausgesprochen. „Und ich werde auch als Vorsitzender des Zweckverbandes Parthenaue alles versuchen, dass diese Region nicht mit einer Bundesfernstraße zerschnitten wird“, sagte er unter dem Beifall der Besucher. Die Stellungnahme des Stadtrates zum Raumordnungsverfahren selbst stehe noch aus. Er bat Betroffene eindringlich, ihre Bedenken zu formulieren: „Es wird auch auf Ihre Stellungnahme ankommen“, so Schirmbeck.

Helmut Lori, Vertreter einer Initiative aus dem fluglärmgeplagten Norden, bat darum, auch eine Variante noch nördlicher entlang der S4 zu prüfen. Andere Besucher bezweifelten, ob angesichts der rückläufigen Bevölkerung überhaupt Bedarf am Neubau der Trasse besteht. Rhode mahnte, das Gesamtverkehrskonzept zu beachten. So seien die Übergänge nach Polen schon weit hergestellt, auch von und nach dort sei deutlich mehr Verkehr zu erwarten.

Am Ende wurde die Diskussion hitzig, drehte sich vor allem bei der Frage des Bedarfes im Kreis. Landwirt Dieter Laufer fand es schließlich „brutal, in dieser Endmoränenlandschaft eine Straße durchzuziehen“. Er forderte die Gegner auf, nach seltenen Tieren wie seinen Bibern bei Wöllmen Ausschau zu halten und sich zu melden. „Denn Menschen scheinen in dem Verfahren ja keine Bedeutung mehr zu haben.“

Jörg ter Vehn

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