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Taucha Erste Flüchtlinge ziehen ein
Region Taucha Erste Flüchtlinge ziehen ein
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00:18 31.01.2016
DRK-Vorstand Jens Bruske, Objektleiter Marco Niezgoda und Bürgermeister Tobias Meier (von links) schauen sich die in den Zimmern ausgelegten Hinweise an. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha

Am Donnerstagmittag kamen in Taucha die ersten 20 Flüchtlinge aus Syrien in der für sie eingerichteten Notunterkunft in der Portitzer Straße an. Im dortigen Gewerbegebiet Variopark hat der Landkreis Nordsachsen in zwei Gebäuden auf jeweils einer Etage für ein halbes Jahr mehrere Zimmer als Unterkünfte gemietet und eingerichtet. „Der Empfang und die Einweisung der meist jungen Männer lief reibungslos und sehr freundlich ab“, sagte Objektleiter Marco Niezgoda vom Deutschen Roten Kreuz, das diese Unterkunft betreibt.

Noch am Vormittag hatten sich Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP), DRK-Vorstand Jens Bruske und Roman Becker vom Landratsamt Nordsachsen von Niezgoda die Quartiere vorstellen lassen. „Das hier ist wirklich klasse vorbereitet. Nicht zu spartanisch, aber auch kein Luxus. Das DRK-Team hat die Zeit genutzt, hier auf viele Details zu achten. Das ist mehr, als ich sonst kenne“, sagte Becker, der für Unterbringung und Asyl zuständige Sachgebietsleiter im Landkreis. Zu den Details gehören eben auch zahlreiche Aushänge, Piktogramme und Informationsblätter, die auch in arabisch auf Brandschutz, Organisatorisches, hiesige Gepflogenheiten und Regeln hinweisen. In den Zimmern liegen weitere Mappen in arabisch, darin auch ein Stadtplan mit gekennzeichneten Einkaufsmöglichkeiten und Arztpraxen, der Willkommensbrief der Stadt Taucha, aber auch das Grundgesetz mit gekennzeichneter Textstelle zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen.

In den Zimmern stehen Liegen oder Doppelstockbetten. Für jeden Flüchtling liegt ein Schlafsack bereit. Seine Sachen kann er in einem Spind wegschließen. Jedes Zimmer hat einen Kühlschrank mit Gefrierfach, doch Essen ist nur in der Gemeinschaftsküche erlaubt. Hier wird in arabisch auf Zetteln gebeten, die Herde wieder auszuschalten. Sauber und hell sind auch Duschen und Toiletten hergerichtet, eng geht es lediglich im Raum mit den sechs Waschmaschinen zu. Und natürlich gibt es in Deutschland auch einen Plan zur Mülltrennung. Das war dann gestern auch der erste Kurs für die Neuankömmlinge. Der zweite findet am Montag statt und beinhaltet das Grundgesetz, ehe in den folgenden Tagen mit den Deutschkursen begonnen wird.

„Uns ist wichtig, dass die Leute integriert werden. Sie sollen die Stadt kennenlernen, mit Menschen aus Tauchaer Vereinen und Verbänden in Kontakt kommen“, sagte Bruske, der wie Niezgoda selbst Tauchaer ist. So laufen zum Beispiel die Sprachkurse über die evangelische St. Moritz Gemeinde Taucha, Christen und Nichtchristen engagieren sich für den Unterricht. „Wir sind dankbar für die Angebote wie zum Beispiel für die Treffen im Café International. Wir stehen mit den Initiatoren in Verbindung“, sagte Objektleiter Niezgoda. Er habe auch mit zahlreichen Gewerbetreibenden gesprochen, sie unabhängig von der jüngsten Anliegerversammlung auf die Ankunft der Asylbewerber vorbereitet: „Wir halten sie auf dem neuesten Stand.“

Insgesamt sollen im Variopark 58 Flüchtlinge untergebracht werden. Tagsüber werden sie von DRK-Mitarbeitern betreut. Nachts ist ein Wachdienst im Objekt vor Ort.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Asyl: www.landkreis-nordsachsen.de

Von Olaf Barth

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